Hers selber Anzeiger.
Nr. N4. Hersfeld, den 25. November. 185U.
Der „Hersfelder Anzeiger" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. — Preis desselben bei der Expedition (Neumarkt Nro. 587) pro Quartal 7 Sgr. 6 Hllr.; bei den Postanstalten kommt der übliche Postaufschlag hinzu. — Anzeigen aller Art werden ausgenommen und die Zeile »der der Raum mit 8 Heller, bei Wiederholungen mit 6 Heller berechnet.
Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:
den Obersten Trensch von Buttlar, Comman- deur des 1. (Leib-) Husaren-Regiments mit bem Cha- racter als Generalniajor in den Ruhestand zu versetzen,
den Generallieutenant von Haynau, mit dem Commando der Infanterie-Division beauftragt, zum Commandeur derselben,
den Obersten von Kaltenborn, Vorstand des Kriegs-Ministeriums, ;um Generalmajor,
den Oberstlieutenant von Baumbach, Commandeur des Leibgarde-Regiments, und
den Oberstlieutenant Trensch von Buttlar, Commandeur des 3ten Infanterie-Regiments, zu Obersten,
den Oberstlieutenant Dödicker vom isten (Leib-) Husaren-Regiment zum interimistischen Commandeur desselben,
den Major von Buttlar vom 2ten Husaren-Re" tzumnt zuni Oberstlieutenant im Isten (Leib-) Husaren- Regiment,
den Major von Banmbach, Commandeur der Garde-du-Corps, zum Oberstlieutenant,
den Rittmeister von Heathcote vom 2ten Hu- suren-Regiment zum Major in demselben,
den Premierlieutenant, Brigade-Adjutanten von Hundelshausen, ä la suite des 2ten Husaren-Regi- ments, zum Rittmeister und Escadrons-Chef in demselben zu ernennen,
den Secondlieutenant Wittich vom 1sten Infanterie-Regiment, Kurfürst, zum Premierlieutnant zu befördern und-demselben zu aggregiren,
den Secondlieutenant Prinzen Wilhelm von Hanau im Leibgarde-Regiment zum Preuner-Lieutenant a la suite zu ernennen,
ben Regierungs - Referendar August Walther zu Hanau zum Assessor bei der Polizei-Direction in Cassel provisorisch zu bestellen,
dem Kaiserlich Französischen General Director der Kaiserlichen Archive, Grafen von Laborde, das Com-
mandeurkrcuz zweiter Classe des Kurfürstlichen Wilhelms- Ordens zu verleihen,
den General-Musik-Director und Hofkapellmeister bei dem Hoftheater, Dr. Louis Spohr, in den Rli- Hestand zu versetzen.
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Der wilde Jäger.
(Fortsetzung.)
»Sie werden die Güte haben, mir Ihr Anliegen nur im Allgemeinen zu eröffnen oder wenigstens zu bezeichnen, damit ich meine gnädige Frau davon zuvor unterrichten kann," redete sie der schlaue Kammerdiener an.
„Mein Anliegen ist von der Art," versetzte Mi- chelle, „daß ich nur Frau von Maintenon ganz allein Eröffnungen machen kann."
' „Ganz recht. Ich begehre auch gar nicht in Ihr Geheimniß einzudringen, schönes Kind, das jedenfalls doch nur ein Liebesgeheimniß ist. Richt wahr? O ich habe Praxis in diesen Dingen! Nur mit wenigen Worten müssen «sie mir sagen, worin Ihr Begehr besteht, das ist strenger Befehl der gnädigen Frau. Außerdeni darf ich Sie gar nicht melden."
„Wohlan denn, ja, es ist ein Liebesgeheimniß."
„Und betrifft ihren Geliebten?"
„Lo ist es."
„Was begehren Sie für ihn?"
„Die Gnade des Königs und die Vergünstigung, daß er mich heirathen kann."
„Noch Eins! Hat er Ihnen blos von Liebe gesagt, oder auch die Ehe versprochen?"
„Wenn das »ich: wäre, würde ich nicht hier sein. Nun erfahren Sie kein Wort weiter."
„Es ist auch schon genug. Kommen Sie in einer Stunde wieder. Ich werde Frau von Maintenon Ihre Bitte vortragen.
Die Geschwister gingen wieder mit schwerem Her-