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DergfclderA nz elger.

Str. MH. Her-feld, den 21. November. L8LV.

Der „Hersfelder Anzeiger" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. — PreiS desselben bei der Expedition (Neumarkt Nro. 587) pro Quartal 7 Sgr. 6 Hllr.; bei den Postanstalten kommt der übliche Postaufschlag hinzu. — Anzeigen aller Art werden ausgenommen und die Zeile oder der Raum mit 8 Heller, bei Wiederholungen mit 6 Heller berechnet.

Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:

den Assessor der Polizei-Direction zu Kassel Fried­rich Wilhelm K o ch e n d ö r f f e r zum Regierungs-Assessor und ordentlichen Referenten der dasigen Regierung,

den Laudrathsamtspracticanten Wilhelm Nehm zu Kirchhain provisorisch zum Kreissecretar bei dem Land­rathsamte Witzeuhausen und

den Polizei-Expedienten Friedrich Philipp Trost zu Kassel zum Polizei-Kommissar bei der Polizei-Direc­tion zu Fulda zu ernennen;

bem Dr. med. Alexander Fnckel auS Fambach die Praxis als Arzt, Wundarzt ir Atlasse und Geburtshelfer mit dem Wohnort Schmälkalden zu gestatten;

die Revisoratsgehülfen Heinrich Wagner und Wil­helm Hirschfeld zu Kassel zu Steuer-Revisoren bei dem Ober-Steuer-Collegium, sowie

den Hülfskanzlisten Siegbring Braun zu Kassel zum Ranglisten bei der Direction der Haupt-Lrtaatskasse provisorisch zu ernennen, und

den Landmesser D o r s ch e l von Hünfeld nach Schmal- kalden, sowie

den Landmesser Weuderhold von da nach Hom- berg, beide in gleicher Eigenschaft, zu versetzen, auch.

dem Musketier Hahn vom 2. Infanterie-Regiment (Landgraf Wilhelm) das silberne Verdienstkreuz zu ver­leihen.

Der wrLÄe Säger.

(Fortsetzung.)

„Luc hat in unserm Hause unter dem Gesinde und den Gewerkknechten mehrere die Hugenotten waren, zu Spionen gehabt. Da nun im Hause davon die Rede war, daß eie Antoine zu kommen versprochen, und wir ^.I^Frende darüber laut werben ließen, so ist es leicht möglich ja sogar gewiß, daß einer der Knechte die Kunde davon jchnell ins Gebirge getragen."

„So erklärt sich Alles, Ihr seid rein von Schuld an meinem Unglück, und ich darf hoffen, zum Ziele al­ler meiner Wünsche zu gelangen?"

„Verschaffen Sie mir die Audienz, und meine Dank­barkeit wird keine Grenzen kennen."

„Die fatale Audienz I"

„Sie ist eine unerläßliche Bedingung."

„Wohlan, ich werde sie Dir zu verschaffen suchen, geliebtes Mädchen." Er wollte sie umarmen und ihr einen Kuß rauben, aber sie rief: „Nicht eher, als bis ich die Audienz gehabt und mein Ziel erreicht habe. Nachher versteht sich das von selbst."

Diese ernsthaften Worte scheuchten den in sich felbst verliebten, lüsternen Gecken zurück; aber sie fielen ihm zu gleicher Zeit merkwürdig schwer auf die Seele. Zu seinem Erstaunen hörte er von Michelle, daß auch An­toine mit nach Paris gekommen sei, und wurde noch nachdenklicher. Inzwischen nahm er sich zusammen, klei­dete sich an, und ging mit der reizenden Gebirgerin in das Gasthaus vor der Barriere, wo das Geschwisterpaar abgestiegen war. Antoine benahm sich ziemlich blöde, und konnte den Rittmeister bei der Begrüßung saunt ansehen. Auch während der kurzen Unterredung war er äußerst einsilbig, scheu und fast verdutzt. Dieser Umstand machte den Baron noch stutziger. In einer schlecht verborgenen-Unruhe verließ er endlich die Ge­schwister mit dem Versprechen, einen Wagen zu besor­gen und mit ihnen nach Versailles zu fahren, wo er all seinen Einfluß auf bieten wolle, um Michelle die so drin­gend gewünschte Audienz zu verschaffen.

Nach einigen Stunden fuhr er vor, aber sein be­fangener Zustand hatte sich verschlimmert. Auf dem ganzen Wege bemühete er sich vergebens, seine Zerstreut­heit und Aengstlichkeit zu verbergen. Lauernd hing zu­weilen sein Blick an Michelles offenem und Antvines verschlossenem Gesichte; aber er wagte nicht wieder nach der Ursache ihrer Reise zu fragen. In solcher Span­nung taugten'sie in Versailles an, stiegen in einem Gast­hause ab, und d'Hansset eilte sogleich nach dem to^toffe. Mit ängstlicher Erwartung blieben die Geschwister zurück.