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Hers feldcr Anzeiger
-tr. 93t HerSfeld, den 18. November. I8L7.
Der „Hersfelder Anzeiger" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. — Preis desselben bei der Expedition (Neumarkt Nro. 587) pro Quartal 7 Sgr. 6 Hllr.; bei den Postanstalten kommt der übliche Postaufschlag hinzu. — Anzeigen aller Art werden ausgenommen und die Zeile oder der Raum mit 8 Heller, bei Wiederholungen mit 6 Heller berechnet.
Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:
dem Ki» glich Preußischen General-Lieutenant und Kommandeur der vierten Division, von Dankbahr, das Großkreuz,
dem Königlich Preußischen Oberstlieutenant im Garde-Reserve-Infanterie-Regiment, Freiherr» von B e r g h, das Konunandeurkreuz zweiter Klasse mit Schwertern am Ring,
dem Königlich Preußischen Geheimen Rezierungsrath und Eisenbahn-Kommissarius von Maaßen das Ritterkreuz, und
dem Königlich Preußischen Stallmeister, Premier- Lieutenant a. D., Geim, die vierte Klasse des Kur- fürstlichett^Wilhelmsordeus zu verleihen,
dem Ltiftsprediger und Diöcesau-Vorstaud Dietzsch zu Oehringe» die vierte Klasse des Kurfürstlichen Wilhelmsordens zu verleihen.
Der wilde Zager.
(Fortsetzung.)
Indem sie noch im Gespräch begriffen waren, trat einer der Männer mit gefülltem Geldbeutel heran und lagte: „Dreitausend Livres sind vom Vater des Ritt- Meisters d'Hausset in Paris eingegangen. Die Hälfte dieser Summe hat der Kerkermeister in Lpon erhalten, dannt er Euch frei gebe und Euer» Soh» dafür an die Wette abliefere. Dreihundert Livres habt Ihr empfangen, Frau Pfarrerin, der Rest des Geldes ist in diesem Beutel. Dem Willen Eures Lohnes und dem Gesetze nach seid Ihr sein Erbe, Herr Pfarrer, da der Galee- reufklave auf Lebenszeit, wie Ihr wissen werdet, als todt betrachtet wird. Ich soll Euch dies Erbtheil über- geben, bevor Ihr über die Alpen zieht Hier ist es.
Maulthiere stehen zu Eurer Verfügung. Ihr könnt aufbrechen, wann Ihr wollt. Doch bitten wir Euch,
Herr Pfarrer, daß Ihr, bevor Ihr von uns scheidet erst eine Kirche mit uns haltet."
„Und das soll sogleich geschehen," rief der zerknirschte Pfarrer. „Ja, Gott wollen wir danken, ihn wollen wir mit lautem Herzen loben, daß er seine Gna- densonne über uns hat aufgehen lassen. — O Madelaine 1" wandte er sich zu seiner Frau, „diese Leute haben das rechte Mittel erwählt, mich mir selbst wieder zu geben Beten muß ich, inbrünstig beten, daß mir das Herz nicht breche. Ach, Luc hat sich gar zu sehr an mir gerächt! Seme Rache würde mich vernichten, wenn i* nicht beten könnte. Komm, Du liebe Mutter meines edlen Sohns, laß uns Kirche halten in diesem Tempel den sich. Gott selbst erbaut, laß uns für unsern Suc be-
— Und bald ertönte die Höhle von den frommen Gesängen ihrer Bewohner und deS Pfarrers kräftigem Worte, das sie ermannte, in Roth und Tod festzubalten an der reinen und wahren Liebe Calvins. Fuleüt nahm der tiefergriffene Greis Brod und Wein, segnete' es und reichte seinen Zuhörern das Nachtmahl des Herrn und ließ sie darauf das feierliche Versprechen ablegen' stets treu an ihrem Glauben zu hangen. ■ b
Nach Beendigung des Gottesdienstes speisten sie noch Wammen einen erst am Morgen geschossenen Gems- bock, dann bestieg das Ehepaar die bepackten Thiere und zog in der Mitte der wackern Schützen, die jetzt einem andern Oberhaupte gehorchten, über die Alpen. Ohne Fahrniß langten sie im freien Schweizerlande an, und die Jäger kehrten wieder um, ihrer schweren Pflicht noch ferner obzuliegen.
Der Rittmeister bluffet ruhete in seines reichen Vaters Hause von den Strapatzen aus, die er auf seinem Bekehrungsfeldzug gehabt. Zwar hatten ihn Lou. vois und Letellier kalt empfangen, und der König hatte ihn abwei,en lassen; man sagte ihm, Seine Majestät habe es ungnädig vermerkt, daß seine Sendung so klei- neu Erfolg gehabt, man hoffe, er werde durch erhöhte Thätigkeit die Scharte wieder ausweheu, aber nichts in