Nr. 91t Her-feld, den 14. November. LGZI.
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Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet: ...- ; ji
dem Königlich Sächsischen StäaWninister der-^aus- wärtigen Angelegenheiten und des Innern Freiherrn von SB eilst den Kurfürstlichen goldenen Löwenorden,
dem Königlich Lächsischen Generallieutenant und Oberstallmeister Sr. Majestät des Königs von Sachsen, von Engel, und dem Königlich Sächsischen General- lieutenant und Staats-und Kriegsminister von Rabenhorst das Großkreuz,
dem Königlich Sächsischen Oberst und Director der Militär-Reit-Anstalt Freiherrn von Trotha und dem Königlich Sächsischen Kammecherru und,Ceremonien- 'meistcr von Gersdorfs das CoMuandeurkreüz zweiter Classe,
dem Königlich Sächsischen Hauptniann und Adjutanten im Commandostabe des Artillerie-Corps, Hey- denreich das Ritterkreuz,
dem Königlich Sächsischen Hauptmann im 2ten Infanterie-Bataillon von Wolffersdorff die vierte Classe des Kurfürstlichen Wilhelmsordens und
dem Kaiserlich Königlich Oesterreichischen Ministerial- rathe Freiherrn von Brentano das Commandeurkreuz zweiter Classe des Kurfürstlichen -Wilhclmsordens zu verleihen.
Des wilde Mäges.
(Fortsetzung.)
„Nun wollt Ihr von mir Hülfe haben," redete mich Zachäe an, „den Ihr Euerm ältesten Sohne nach- geseßt, den Ihr nie geliebt, gegen dessen Verbindung mit meiner. lieben .Frau Ihr streng gewesen, den Ihr so verachtet, daß Ihr nicht einmal auf meine Hochzeit gekommen seid?" — „Du hast Recht, Zachäe," fügte hier Herr Bannegon hinzu, „Deine Mutter hat meiner Tochter und mir nie wohl gewollt. In mein Hans kann ich sie nicht nehmen. Das wäre mir drum!" —
„Ihr hört," nahm Zachee wieder das Wort, „daß Ihr im Hause meines Schwiegervaters nicht wohnen könnt. Doch Ihr sollt nicht sagen, daß ich unkindlich an Euch gehandelt, und Böses mit Bösem vergolten hätte. , Deßhalb will ich Euch die Stube in meiner Schleiskoie einräumen." —
„Der Bube"! donnerte jetzt der Pfarrer, „in das elende Loch hat er seine Mutter stecken wollen, er, dem ich mein ganzes Gut übergeben? Und was thatest Du?"
„Zachöe!" rief ich, „willst Du die Leiden Deiner unglücklichen Eltern noch vermehren? Wenn ich Dei-' nem Vater melde, daß Du mich in die Schleiskoie lo- giren willst, so wird Dich sein Fluch noch von der Galeere aus treffen." —, Da? lächelte er fein und versetzte, solcher Fluch dürfte nicht viel auf sich haben, als der Fluch eines kindisch unbesonnenen Mannes, der sich durch Leichtsinn und Thorheit selbst ins Verderben gestürzt. Er habe eben mit seinem Schwiegervater von Dir gesprochen, und sie seien darin übereingekommen, daß sie nicht sonderlich viel von Deiner Klugheit zu halten hätten. Herr Banuegon belegte Dich daraus mit empörenden Schimpfnamen," und verfluchte Dich, daß Du sein Haus mit Schande beladen. Er werde auch darauf dringen, daß Zaches den Namen Sellier gerichtlich ablege und dafür den Namen Bannegon annehme, damit man durch nichts an die Schmach und Schande erinnert werde, welche Deine Albernheit auf diesen Namen gebracht."
„Das haben sie gesagt?" keuchte der Pfarrer» „Das hat mein Sohn, mein geliebter Sohn, dem ich all mein Gut, meine Liebe geschenkt, gesagt? 'Das hat mein bester Freund gesagt? Großer Gott, habe ich denn meinen Verstand noch, oder lieg' ich im Fieber? O Herr, wenn ich ihn noch habe, so erhalte ihn mir- denn das ist zu gräßlich, zu entsetzlich!" ' 7 ’
.io^bn Reden verließ ich schweigend das Hanv. Mein zu her verwundetes Gefühl erlaubte mir nicht ein einzigers Wort darauf zu erwidern Verzweif, lungsvoll irrte ich durch die Straßen, und der schwarze Gedanke, zitterte durch meinen Kopf, meinen Leiden auch