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Nr. 83.

Hersfeld/ den 14. Oktober.

L8LU.

Der „Hersfelder Anzeiger" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. — Preis desselben bei der Expedition (Neumarkt Nro. 587) pro Quartal 7 Sgr. 6 Hllr.; bei den Postanstalten kommt der übliche Postaufschlag hinzu. — Anzeigen aller Art werden ausgenommen und die Zeile oder der Raum mit 8 Heller, bei ie d erholungen mit 6 Heller berechnet.

Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:

dem General-Adjutanten General-Major von Loß- berg die erbetene Erlaubniß zur Annahme und zum Tragen des demselben von des Königs von Preußen Majestät verliehenen Sterns zum Rothen Adlerorden 2r Klasse zu ertheilen,

dem Kaiserlich Königlich Oesterreichischen Major und MilitaiwBade-Jnspector zu Marienbad, von Rayski, das Ritterkreuz und

deni Kaiserlich Königlich Oesterreichischen Ober-Com- missair der Polizei - Direktion zu Prag, Förster, die vierte Classe des Kurfürstlichen Wilhelms -Ordens zu verleihen,

zu Secondlieutenants zu ernennen die Por­tepee-Fähnriche :

von Sodenstern vom 2. Infanterie-Regiment in demseben,

Spangenberg vom Jäger-Bataillon in demseben, von Heppe vom Artillerie-Regiment und demsel­ben zu aggregiren,

von Stockhausen von der Garde-dn-Corps in derselben,

von Poseck vom Leibgarde-Regiment in demselben, von Apell vom Artillerie-Regiment und demsel­ben zu aggregiren,

von Wnrmb vom 1. (Leib-) Husaren-Regimentin Wmsclhen,

von Schachten vom 2. Husaren-Regiment in demselben,

Krupp vom 1. Infanterie-Regiment, Kurfürst, in demselben,

Mehlburger vom 2. Infanterie-Regiment in demselben,

von Bork vom 3.Infanterie-Regiment imSchüz- zen-Bataillon,

Brand au vom 2. Infanterie-Regiment in dem­selben,

von Barde leben vom 2. Husaren-Regiment im 1. (Leib-) Husaren-Regiment,

den bei bem Hoftheater provisorisch angestellten Maschinisten Tettenborn nunmehr definitiv dazu zu ernennen.

Des wilde Jäger.

(Fortsetzung.)

Auch Vizille, ein angesehener, blühender Marktflek- ken, hatte bald ein gleiches Schicksal erfahren. Eine Compagnie der Dragoner legte sich dort ein, bedeutete dein Pfarrer Scliicr nachdrücklich, daß er überflüssig sei, und man sich seiner Answanderung nicht widersetzen werde; die Kirche wurde geschlossen und mit Drago­nern besetzt, und in den einzelnen Häusern begann der unselige totreit. Durch Zufall war der Sonntag, an welchem der strenge Pfarrer seinen älteren Sohn ver­stoßen und den jüngeren zu einem Treubuch verleitet hatte, der letzte gewesen, an weichein Gottesdienst hatte gehalten werden können. Schon Sonntags darauf war die Kirche verschlossen und unbeschreiblicher Jammer erfüllte den Ort. Ja, was noch auffallender war, schon am Montag nach jenem verhängnißvollen Tage, war das Gerücht der nahenden Gefahr nach Bizille gebrun- gen, von Tag zu Tag hatte Angst und Besorgniß die Herzen gemartert, bis die Soldaten eingerückt waren uno die friedlichen, bangen Einwohner mit roher Unge­bühr in ungeheuren Schrecken versetzt hatten. Die Frau des Pfarrers sah diesen Umstand für eine ge­rechte Fügung Gottes an, womit er die unväterliche Handlung ihres Mannes bestrafe. „Die Züchtigung," seufzte sie oft, „folgt der Unthat auf dem Fuße. —" Der Pfarrer sah ihre ihn anklagenden Thränen, aber sein Herz wurde nicht erweicht, er hatte ja seiner Ue­berzeugung nach, in Gottes Sinn unb zu seiner Ehre gehandelt. Aber seit jenem Tage lag ein bleierner Trübsinn, eine geistige Unbehaglichkeit, wie ein giftiger Nebel, auf dem Hause. Diese gereizte, bittre Stim-