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Sers selber Anzeiger.

Nr. 81.

Hersfeld, den 10. October.

1857.

DerHersfelder Anzeiger" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. Preis desselben bei der Expedition (Neumarkt Nro. 587) pro Quartal 7 Sgr. 6 Hllr.; bei den Postanstalten kommt der übliche Postaufschlag hinzu. Anzeigen aller Art werden ausgenommen und die Zeile oder der Raum mit 8 Heller, bei Wiederholungen mit 6 Heller berechnet.

Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:

den Stabs- und Bataillons-Arzt Schmid vom Jäger-Bataillon zum Oberstabs- und Regiments - Arzt im 1. (Leib-) Husaren-Regiment zu ernennen,

den Stabs- und Bataillons-Arzt Holzapfel vom 1. Infanterie-Regiment (Kurfürst) in gleicher Eigen­schaft zum Jäger-Bataillon zu versetzen, und

den Assistenz-Arzt Oeste vom Leibgarde-Regiment zum Stabs- und Bataillons-Arzt im 1. Infanterie-Re­giment (Kurfürst) zu ernennen.

Der wilde Jäger.

(Fortsetzung.)

Fest und entschlossen schritt Lucas über die Schwelle des Pfarrhauses, zitternd und bebend folgte ihm sein jüngerer Bruder. Zachee hatte im Stillen gehofft und gewünscht, daß die Sache ganz anders werden würde. Lucas werde nicht mitgehen,' der Eisenfactor ihn nicht so fortschicken, Michelle ihn nicht losgeben, hatte er ge­meint. Vielleicht hatte er sogar Ursache, des Bruders Gegenwart zu scheuen, wenigstens glaubte Lucas aus den umschweisigen Reden und Vorkehrungen Zachees so etwas entnehmen zu dürfen.

Die Mutter stand in der Hausflur, eilte freudigen Angesichts auf den Jäger zn und sagte:Gott sei Dank, daß Du kommst! das ist recht und brav von Dir, daß Du gehorchen willst. Nun höre nur die Verwürfe des Vaters ruhig an, und antworte ihm nichts. Du kennst ihn ja. Fasse Dich in Allem kurz und widersprich nicht."

, //Ich werde mich sehr kurz fassen und habe nur wenig mit dem Vater zu reden," versetzte Lucas, und trat in die Stube. Verwundert über den Ton, womit er das gesagt, sah ihm die Mutter nach, und ging dann besorgt, um von der Kammer aus die Unterredung zu behorchen.

Der Pfarrer saß im vollen Amtsornat in seinem großen Lehnstuhl. Beim Eintritt des Sohnes regte sich nichts in den harten Zügen des Greises.Ihr habt mich Herbeschieden, um mit mir zu reden," begann der Sohn, den das Schweigen des Vaters verdroß.

Redest Du Deinen Vater nicht mit mehr Ehrer­bietung an?" fuhr der Pfarrer enipor.

Die Ehrerbietung gegen Euch ist in mein Herz verwachsen; noch nie habe ich sie Euch versagt, und könnte es nicht. In meinen Worten lag nichts unehr- erbietiges. Ich wollte Euch bloß fragen, was Ihr mir zu sagen hättet."

Ich habe eine einzige Frage an Dich zu thun."

Wahrlich, auch ich wollte nur eine einzige an Euch richten."

Willst Du Sara Bannegon heirathen?"

Nein, weil ich sie nicht liebe. Ich liebe die Toch­ter des Eisenfactors zu le Bourg d'Oyffans und werde zärtlich von ihr wieder geliebt. Sie will ich heirathen und keine Andere. Wollt Ihr Eure väterliche Einwil­ligung zu diesem Ehebündniß geben?"

Nein! Mit der Katholischen! Mit einem Kinde des Belial! Mit einer Anhängerin des römischen Anti­christ: Nein: Bei Gottes Allmacht, nein! schrie der Pfarrer entrüstet.

Ich bitt'Euch darum. Ihr werdet mich sonst un­glücklich machen," stehete der Sohn mit weicher Stimmel

Kein Wort mehr, Bastard! Du kannst nicht mein Sohn sein!" wüthete der Pfarrer, dessen Gesicht vor Zornesflamme glühete.Mein letztes Wort: willst Du Sarotte zum Weibe nehmen? Oder ich stoße Dich aus meinem Hause, aus meinem Herzen, ich ent­erbe Dich; Du darfst mir nie mehr vor die Augen kommen."

Lebt wohl!" sagte Lucas und wandte sich zur Thüre.

Mann! Mann!" schrie die Mutter und stürzte in die Stube.

Schweig, Weib!" versetzte der Pfarrer,er ist