♦
Dersfelder Anzeige
9^4 ?3» Hersfeld, den 12. September. 1857.
Der „Hersfelder Anzeiger" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends.— Preis desselben bei der Expedition (Neumarkt Nro. 587) pro Quartal 7 Sgr. 6 Hllr.; bei den Postanstalten kommt der übliche Postaufschlag hinzu. — Anzeigen aller Art werden ausgenommen und die Zeile oder der Raum mit 8 Heller, bei Wiederholungen mit 6 Heller berechnet.
^■mM*'"iwum!MJML^Ji2Llg^^ iWMMimii W^——■ 11 i im " Mh^i«m_HimbmW?MMMMWW»^
MseuhorL. Ein nordisches Märchen von Fritz Kreis.
IX.
(Schluß.)
Die Erde hebet dröhnt und keucht Im wilden Schlachtgedränge, Man kämpft mit Wuth und Keiner wankt, Der Raum ist allzu enge.
Im Eisenpanzer sinkt alldort
Der Helden mancher nieder, Doch muthig steht der Nebenmann, Und ehern stehn die Glieder.
Rings mäht der Tod die Garben um,
Das Blut in Lachen rinnet, Wohl schwerlich sagt mir Einer an, Wer heut den Tag gewinnet.
Die Heere halten sich umarmt, Von Eisen sind die Glieder; Und mancher Kämpe sinkt zum Tod Ins rothe Gras darnieder.
Der König hält auf schwarzem Roß
Das Banner in den Händen: „Wohlauf! mir nach! Vasallen mein! Der Feind, er that sich wenden."
Und wie der Todes Engel wild, So mäht er in den Reihen/ Es bricht den Weg der blutge Stahl Für seine Vielgetreuen.
Es wankt der Feind, er wendet sich, Wie blickt der König heiter: „Mein ist der Sieg, nun drauf und dran, Jetzt drücket nach, ihrStreiter!"
Sie brechen Reih und Glied auf Glied,
Und Keiner widerstehet — Dort ist der Tod, dort ist der Sieg, Wo roth sein Helmbusch wehet!
Da Plötzlich stockt der Siegesstrom, Sie stutzen und sie zagen, „Ihr Memmen," ruft der Köisig wild, „Nur muthig drein geschlagen!"
Da tritt- ein alter grauer Held
Hin an des Königs Seite: ^in Jüngling bricht dort unsre Reihn, Lchon zwang er viele Leute.
Der besten Helden dichte Schaar Liegt schon von ihm erschlagen, Er ist des Teufels eignet Sohn, Hört man die Leute sagen.
Derselbe ists, der im Turnier
Den besten Held erleget, Der ists, der eurer Tochter Herz Zu süßer Lieb erreget."
Da wankt der König auf dem Roß, Sein Angesicht erbleichet: „Das fabelst du! der liegt ja gut Von Keines Arm erreichet —
In meines Kerkers tiefstem Grund In Ketten und in Banden, Den Schlüssel trag ich auf dem Herz, Nicht kam er mir abhanden." —
Und doch er ists, da kommt er schon, Er reitet über Leichen.
Ha, sieh! er sprenget wild einher, Und unsre Mannen weichen!
„O weh! mein helles Glücksgestirn,