Hersfelder ANzeigcr.
Me. TG. Hersfeld/ den 2. September. 1857.
Der „Hersfelder Anzeiger" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. — Preis desselben bei der Expedition (Neumarkt Nro. 587) pro Quartal 7 Sgr. 6 Hllr.; bei den Postanstalten kommt der übliche Postaufschlag hinzu. — Anzeigen aller Art werden ausgenommen und die Zeile oder der Raum mit 8 Heller, bei Wiederholungen mit 6 Heller berechnet.
Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:
den bisherigen Hefgärtner S. G. Philipp Schmidtmann im Orangerie» und BNlevue - Garten bei Caffel nunmehr als Hofgärtner nach WilhelmSidal,
den bisherigen Hofgäuner Martin Fuchs im holländischen Garten und im Äuepark bei Caffel nunmehr als Hofgärtner in den Orangerie- und Bellevue-Garien bei Caffel
den bisherigen Hofgänner Wilhelm Eubel am Bade Hof- geismar nunmehr als Hofgärtner in den holländischen Garten und Auepark bei Caffel
zu versetzen,
dem Kaiserlich Königlich Oesterreichischen Gesandten und bevollmächtigten Minister von Pbilippsberg das Großkreu) des Kurfürstlichen Wilhelms-Ordens zu verleihen,
den bisher Provisorich als zweiten Kapellmeister im Hofor- chester angestellten Heiniich Adolph Reiß nunmehr definitiv dazu, -unb ">
den Violinisten Karl Grafs im Hoforchester nunmehr zum ersten Concertmeister dabei zu ernennen.
MsenhorL.
Ein nordisches Märchen
von .Fritz Kreis.
V.
. (Fortsetzung.)
Golden leuchtet die Sonne Ueber das blutge Feld, Malt die Banner goldig Auf der Ritter Gezelt.
Laut ertönen Fanfaren, Muthig wieyert das Roß; Lautlos steht an den Schranken Harrend der Knappen Troß.
^Oben auf schwankem Balköne Sitzt eine bleiche Maid.
Heute mit ehernen Waffen Wird um sie blutig gefreit.
Traurig staart sie hernieder Auf den geebneten Plan, Wie die trotzigen Freier Sprengen herein in die Bahn.
Krachend splittern die Lanzen. Klirrend tönet das Erz, Hochroth sprudelt das Leben Aus dem durchstochenen Herz.
Schwarz wie der Tod ein Ritter Hält auf blutiger Bahn; Diele wackere Kämpen Sandte zuin Tode der Mann.
Heißer strahlet die Sonne, Dlutroth färbt sich der Sand, Jenem mit eisernen Armen Hält kein Ritter mehr Stand.
Lautlos starret die Menge, Und durch Trompetenklang Wird zum Sieger erkläret, Der sie Alle bezwäng.
Und mit dröhnendem Schritte Tritt er vor den Balten, Dort von dem Herrn zu empfahen Den verheißenen Lohn.
Stumm zerknickte die Rose, Die so schön noch geprangt, Als er mit fester Stimme Sie zum Weibe verlangt. —
Da erhebt sich Getümmel Und herein tritt ein Knab