Hersfeldcr Anzeiger.
Nr. Ä8. Hersfeld, den 26. August. 1851*
Der „Hersfelder Anzeiger" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. — Preis desselben bei der Expedition (Neumarkt Nro. 587) pro Quartal 7 Sgr. 6 Hllr.; bei den Postanstalten konimt der übliche Postaufschlag hinzu. — Anzeigen aller Art werden ausgenommen und die Zeile oder der Raum mit 8 Heller, bei Wiederholungen mit 6 Heller berechnet.
Allerhöchster Erlaß, die Titulatur derFürst- lichen Linie He ssen-Philippsthal-Barchfeld betreffend.
Von Gottes Gnaden Wir Friedrich Wilhelm der Ifte, Kursürst le. rc.
Nachdem Wir Uns Allergnädigst bewogen gefunden haben, zu verordnen, daß der jedesmal Aelteste der Fürstlichen Linie Hessen-Philippsthal-Barchfeld den Ti- telLandgraf von Hessen-Philippsthal-Barch- feld führe, die nachgeborenen Söhne oder Töchter aber sich der Bezeichnung: „Prinzen und Prinzessinnen von Hessen-Philippsthal-Barchfeld" zu bedienen haben, so ist solches zu Jedermanns Kenntniß und schuldiger Nachachtung öffentlich bekannt zu machen.
Urkundlich Unserer Allerhöchsteigenhändigen Unterschrift und des beigedrückten Kurfürstlichen Siegels.
Wilhelmshöhe, am 20. August 1857.
Friedrich Wilhelm.
(St. S.)
___________ v. Meyer.
Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:
den Rechnungs-Revisor Heinrich Brote bei der Eisenbahn- Direktion zum Buchhalter bei derselben zu ernennen, auch den auf erfolgte Präsentation von dem Senate der freien ’ Stadt Frankfurt a. M. zum Assistenten bei dem Haupt-Steueramte daselbst ernannten HauptsteueranUs-Assistenten Earl v. Nordeck z« Hanau aus dem Staatsdienste zu entlassen.
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Elfenhort.
Ein nordisches Märchen von Fritz Kreis.
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(Fortsetzung.)
Es liegt ein Knabe wunderhold Auf buntem, gepolsterten Pfühl,
Die Locken hangen herab wie Gold
Des sanftestens Zephyrs Spiel.
Und Vögel singen ein zaubrisch Lied, Deß Ton so sanft in die Seele zieht.
Die Wände strahlen im reinsten Licht Krystallen- und zauberhell, Und aus dem Marmorboden bricht
Gen Himmel sich Bahn der Quell;
Des Quelles Wellen, sie plaudern leis In Lauten, die Keiner zu deuten weiß.
Und Elfen halten am Bette Wacht,
Sie scheuchen die Träume, so wild, Des Knaben Auge — wie trunken es lacht; Jetzt sieht er ihr süßes Bild;
Er hebet das Haupt und umarmet sie Im Traum und lispelt: „Marie I Marie!"
Es klinget und tönet silberhell, Die Vögel verstummen sogleich, Die Elfen verlassen den Knaben zur Stell, Der in Träume gebettet so weich.
Ein Licht so zaubrisch den Saal erhellt, Wie Keiner es schaut auf der Erdenwelt.
Die Elfen stehen, die Häupter geneigt, Und tiefe Stille ringsum, Das Plätschern der kühlen Welle schweigt, Die Vögel schaukeln sich stumm; Verstummt ist der Töne Harmonie, Der Knabe nur seufzet: „Marie! Marie!"
Es theilt sich der Kuppel schimmerndes Dach, Es neigt sich der Elfen Schaar.
Der Sonnenschein, der bricht sich nur schwach Die Bahn und bestrahlet klar
Die Wolke, von der herniederschaut Der Elfenkönig und seine Braut.