scrsfeldcr Anzeiger.
Nr. «r. Hersfeld, den 22. August. 185^
Der „Hersselder Anzeiger" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. — Preis desselben bei der Expedition (Neuniarkt Nro. 587) pro Quartal 7 Sgr. 6 Hllr.; bei' den Postanstalten kommt der übliche Postaufschlag hinzu. — Anzeigen aller Art werden ausgenommen und die Zeile oder der Raum mit 8 Heller, bei Wiederholungen mit 6 Heller berechnet.
Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:
den Kaufmann Carl Friedrich Adae zum Kurfürstlich Hessischen Consui in Cincinnati zu ernennen,
dem Pfarrer Ludwig Friedrich Wilhelm Heinrich Adolph Prollius zu^Eichcnberg die erledigte Pfarrei Brotterode, in der Jnspektur Schmalkalden, und
den ersten Repetenten an der Stipendiaten-Anstalt zu Marburg, Pfarrer extr. Wilhelm Daniel Wolfs, die erledigte zweite Pfarrstelle an der reformirten Stadt- und Nniversitätskirche daselst zu übertragen,
den ordentlichen Professor der Geschichte, Dr. Herrman», zu Marburg zum ordentlichen Mitgliede deS staatswirthschaftlichen Instituts daselrst,
den dritten ordentlichen Lehrer an der Realschule zu Fulda, Johann Balthasar Wagner, zum zweiten ordentlichen Lehrer an derselben,
den Kandidaten der Philologie, Joseph Johannis zu Fulda, zum dritten ordentlichen Lehrer an der Realschule daselbst, den Kandidaten der Theologie, Friedrich Heuser aus Esch. wege, zum siebenten ordentlichen Lehrer an der Realschule zu Kassel, die beiden letzteren provisorisch, zu bestellen, sowie
dem Pfarrer August Schuchard zu Niederurff die nachgesuchte Entlassung aus seinem Amte zu bewilligen.
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Elsenhovt.
Ein nordisches Märchen
von Fritz ■ Kreis.
I.
Der Mond, der scheint am Himmel.
Die Nacht ist klar und rein, Des Eichenwaldes Blätter Bestrahlt sein Zauberschein.
Die Blätter flüstern leise, Am Halme perlt der Thau, Und Wohlgerüche schweben Hervor aus hlumger An, — -
Aus weichem, grünen Moose,
Von Epheu sanft umlaubt, Da legt der müde Knabe Zum Schlaf sein Lockenhaupt.
Der Mond erhellt sein Antlitz,
Das ist so schön, so bleich, Das scheint von Schmerz gebleichet, Doch auch so wonnereich.
Sein Herze klopfet stürmisch, Es wallt und. wogt sein Blut, Der Mund spricht oft ein Wörtlein Voll heißer, heißer Glut.
„Marie!" ruft er klagend;
„starte!" Welcher Schmerz Lag doch in diesem Worte — So seufzt ein brechend Herz/
Er hatte die Maid geliebet, Die schönste in dem Land, Und daß sie ihn geliebet, Hat sie ihm selbst bekannt.
Der stolze Vater ahnte
Der Herzen innig Band, Er wies den armen Knappen Hinaus aus Burg und Land.
Der wandelt rastlos weiter. Er scheut nicht Sorg und Müh, Sein Mund, vom Gram verschlossen, Seuszt manchmal nur „Marie!" —
Und horch, es tönet seltsam,
Es rönt wie Wetterhall;
Die Blumen neigen sich wonnig, Es rauscht wie Wassers Fall.
Ein bleiches Licht erhellet