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Hersfelder Anzeiger.

srr. «L. Hersfeld, den 15. August. 185»«

DerHersfelder Anzeiger" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. Preis desselben bei der Expedition (Neuniarkt Nro. 587) pro Quartal 7 Sgr. 6 Hllr.; bei den Postanstalten kommt der üblich« Postaufschlag hinzu. Anzeigen aller Art werden ausgenommen und /die Zeile oder der Raum mit 8 Heller, bei Wiederholungen mit 6 Heller berechnet.

Kassel, am 12. August. Seine Königliche Hoheit der Kurfürst und Allerhöchstderen Gemah­lin, Ihre Durchlaucht die Fürstin von Hau au, sind gestern mit Gefolge von Marienbad wieder zu Wil- helmshöhe eingetroffen.

Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnadigst geruhet:

die vom Erblandpostmeister dem Htr-n Fürsten von Thurn und Taxis in Bvischmg gebrachte Einlassung des PoftverwaUers Weichmann zu Morschen zu genehmigen.

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Die Chinese« auf Borneo.

(Schluß.)

Die Chinesen hatten diejenigen Europäer, welche nicht zu den Beamten der Regierung gehörten, verschont und sie, sowie die Datoos gezwungen, den Eid der Treue zu schwören, worauf sie die nöthigen Vorberei­tungen trafen, weiter stromaufwärts zu gehen. Sir Mr.es kehrte indeß nach dem Sarawakstrome zurück, um den Beistand der Sakkarrans zu erlangen und wie­der in seine Stadt einzuziehen ; aber ehe er noch landen konnte, kamen die chinesischen Kungsi, zwischen 500 und 600 Mann stark, den Fluß herab. Sie waren über­müthig geworden durch die Erfolge, welche sie kürzlich erlangt hatten, und wütheten gleichwohl, daß sie das Ansehen des Rajah noch immer nicht vernichtet hatten. Der Rajah besaß keine genügende Macht, um ein Zu­sammentreffen mit den Rebellen zu wagen, und beschloß daher klüglich, sich stach Linga zurückzuziehen, um sich die Mitwirkung des Häuptlings und des Volks dieses Districts zu sichern. Unterwegs begegnete er jedoch glücklicherweise dem DampferSir James Brooke", welcher eben von Singaporee angekommen war. Nun rückte er auf Kuchin los, und bald war es ihm gelun­gen, die Chinesen aus der Stadt zu vertreiben. Die

aus der Stadt getriebenen Kungsi wurden entweder von deil Dayaks und Datoos sofort niedergehauen oder spä­ter in den Wäldern erschossen, in denen sie eine Zuflucht gesucht hatten. Dieses letztere war jedoch nicht ohne Gefahr. Ein weiter Kreis wurde von den kriegerischen Stämmen gebildet und beim weiteren Vordringen im­mer mehr verengt, damit auch nicht ein Chinese entgehe. So nahm der Kampf die Gestaltung eines Guerilla- Krieges an. Es war ein Kampf von Hand gegen Hand, oder vielmehr von Muskete gegen Muskete, denn sowie sich das Haupt eines Rebellen im Dickicht zeigte, so wurden auch die Mündungen aller Gewehre nach ihm gerichtet. Keine Gnade wurde gewährt, denn jene Schurken hatten die Europäer im Schlafe Werfällen und bei nächtlichem Dunkel geniordet. Und doch waren die Ch nesen noch unbesiegt. Sie hatte» feste Hinter­halte an verschiedenen Orten, von denen aus sie ihre Angriffe machten.

Am 9. März kamen sie in fünfPrauen oderKriegs- booten heran und begannen die Ufer des Flusses in verheeren. Der Datoo Banda war in einer einzelne» Praue zu Tungah Lidda (am Zusammenflüsse von zwei Flüssen etwa 15 Meilen oberhalb Kucksin) flatieuirt Als der Datoo die Schiffe der Kungsi erblickte, so bot er, obschon er, tote gesagt, nur eine einzige Praue hatten dennoch einen Kampf an; dieser aber ward nicht ange­nommen, weil die Kungsi einen andern Plan hatten Sie landeten nämlich und errichteten eine Schanze, die sie mit Kanonen und einer Garnison von 250 Mann die mit Musketen versehen waren, besetzten. Nun hiel­ten sie sich für so sicher, daß sie jede Vorsicht bezüglich ihrer Schiffe vernachlässigten, die ihnen daher von dem Datoo Banda bald genommen wurden. Dann fuhr der tapfere Häuptling in einem leichten Kahne den/ Fluß hinab nach Kuchin, um Verstärkung zu erlangen. Nach­dem er zwei große Praueu und einige Dayak-Bankongs bekommen hatte, kehrte er nach der Schanze zurück. Kühn landete er, griff die Schanze an « nahm sie. Die Chinepen widerstanden tapfer, aber in weniger als' einer halben Stunde waren mehr als hundert von ihnen