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Hers sei der Anzeiger.

Nr. 63; Hersfeld, den 8. August. 185^

DerHersselder Anzeiger" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. Preis desselben bei der Expedition (Neumarkt Nro. 587) pro Quartal 7 Sgr. 6 Hllr.; bei- den Postanstalten kommt der übliche Postaufschlag hinzu. Anzeigen aller Art werden ausgenommen und die Zeile oder der Raum mit 8 Heller, bet Wiederholungen mit 6 Heller berechnet.

Die Felfeukeller.

Jetzt ist die Zeit der Felsenkeller Und alle Welt trinkt Lagerbier, Der Träge selbst bewegt sich schneller, Ihn treibt die mächtige Begier. Und wo die schaum'gen Gläser blinken Im Freien unterm Himmelszelt, Da reihen sie sich an und trinken Und freu'n sich Gottes schöner Welt.

Sie freun sich seiner guten Gaben Und freuen sich der Menschenkraft, Die ^um Erfrischen, zum Erlaben Solch köstliches Getränke schafft. Und Gott läßt seine Sonne scheinen, Daß nicht der Glanz dem Lenze fehlt, Und läßt die Menschen sich vereinen, Wo ein Verlangen sie beseelt.

Dort sitzen sie zur guten Stunde; Beim Trinken öffnet sich das Herz, Die Rede strömt von Mund zu Munde Und kündet Heiterkeit und Scherz. Das ist die herrlichste der Gaben, Des Menschen schönstes Eigenthum! Wohl kann das Thier sich auch erlaben, Doch int Genusse bleibt es stumm.

Vom Lagerbiere wird gesprochen, Vom Durst, der stets zum Trinken reizt, Und von der Sonne, die zum kochen Den Purpursaft der Adern heizt.

Wohl auch die Speisen hört man loben, Des Magens Mahnung gilt auch hier, Jedoch der Durst bleibt ewig oben, Durst ist die nobelste Begier!

Und was man draußen um die Tische, Gereiht am Lagerbiere, preist,

Das ist allein nicht seine Frische, Das ist sein feurig starker Geist. Ja tief in seinen schaum'gen Fluthen, Da hält er ruhig sich und lauscht, Und eh' wir's selber noch vermuthen, Hat er erfaßt uns und berauscht.

Wohl köstlich ist der Saft der Reben Und herzerfreuend sein Genuß, Doch mancher Bruder wallt durch's Leben, Der ewig d'raus verzichten muß. Doch was die dunk'le Felsenhalle Im Fasse birgt, wie Gold so rein, Wie Silber perlend, ist für Alle Und sein Bedürfniß allgemein.

D'rum loben wir -die Felsenkeller Und preisen hoch das Lagerbier, Und uns're Schritte werden schneller Uns treibt die mächtige Begier Und wo die schaum'gen Gläser blinken, Im Freien unterm Himmelszelt, Da reihen wir uns an unb trinken Und freu'n uns Gottes schöner Welt. L. A.

Die Cyrerefeu auf Bornes.

(Fortsetzung.)

Die zweite Abtheilung der Rebellen hatte sich von ihren das Haus des Rasah Brooke stürmenden und mederbrennenden Kameraden getrennt und «4 den Sitzen der Herren Crookshank und Middleton gegeben, welche Beide Aemter bei der Regierung von L-arawak bekleideten. Bei der Wohnung des Herrn Crookshank trafen sie auf einen tapferen Widerstand. Dieser Gent- leman war nämlich verheirathet und wagte das Aeußerste, um sein junges Weib zu retten. Endlich entflohen Beide durch die Thür des Badezimmers. Mistreß Crookshank