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HerZfelrer Anze! ger.

Nr. 58. Hersfeld, den 22. Juli. 1857.

DerHersfelder Anzeiger" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. Preis desselben bei der Expedition (Neumarkt Nro. 587) pro Quartal 7 Sgr. 6 Hllr.; bei den Postanstalten kommt der übliche Postaufschlag hinzu. Anzeigen aller Art werden ausgenommen und die Zeile oder der Raum mit 8 Heller, bei Wiederholungen mit 6 Heller berechnet.

Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst gerichet:

die erledigte reformirte Pfarrstelle in Kirchhain dein außerordentlichen Pfarrer Friedrich August Klemme aus Harleshausen zu übertragen,

^en zum erledigten Vicariat Dohrenbach in der Klasse Wißenhausen präsentirten Pfarrer Rüppel in Hun- delshausen und

den zu der erledigten Pfarrei Berndshausen in der Klasse Homberg präsentirten Pfarrer Haas zu Nieder- Leisheim zu bestätigen,

den Referenten bei der Regierungscommission zu Rin- teln, Regiernngsassessor Avenarius, auf sein allerun- terthänigstes Nachsuchen in den Ruhestand zu versetzen,

den Regierungssecretar Carl Kröge. zu Cassel zum Referenten und Assessor der Regierungscommission in Rütteln,

den Referenten und Assessor bei der vorhinuigen Be- zirksdirection zu Eschwege, Carl Franz Kühnert, zum Referenten und Assessor der Regierungscommission zu Schmalkaldeu,

den Aidekoch Carl Kothe zu Cassel zum Jnspector bei dem Landkrankenhause für die Provinz Niederhessen, den Letzteren provisorisch, zu ernennen,

den Amtswundarzt Heller zu Frankenberg in glei­cher Eigenschaft nach Fritzlar zu versetzen,

dem Amtsphystkus Dr. Schott zu Messungen und

dem Amtsphystkus Dr. Suchier zu Carlshafen das PradiattMediciualrath" zu verleihen,

. ^" Stabsarzt und Bataillonsarzt im Leibgarde-Re-

Vr Rosenkranz zum dirigirenden Arzt des ^anokramenhauses für die Provinz Niederhessen zu er­nennen und demselben zugleich die Stelle des Wund­arztes bei dem gedachten Landkrankeuhause als Neben­stelle zu übertragen.

dem Königlich Preußischen Zollvereins-Bevollmäch- ngten, Geheime Regierungsrathe Budach, das Ritter­kreuz des Kurfürstlichen Wilhelmsordens zu verleihen, dirigirenden Arzt des Landkrankenbauses die Provinz Niederhessen ernannten Bataillonsarzt,

Stabsarzt Dr. Rosenkranz vom Leibgarde-Regiment, gleichzeitig zum Oberstabsarzt yi ernennen.

Die Schlangenbeschwörer.

Mehrere Schriftsteller der Griechen and Römer, z. B. Plinius, Aelian, Silius Jtalicus, Virgil und Strabo, haben erzählt, daß es im Orient Leute gäbe, welche die Kunst besäßen, giftige Schlangen zn bändi­gen, aus ihren Schlupfwinkeln hervorzulocken, ohne Nach­theil ihren Biß auszuhalten und mannigfaltige Künste mit ihnen auszuführen. Mau hielt das von ihnen Mitgetheilte in neuerer Zett für Fabel, wie denn der Mensch überhaupt geneigt ist, alles das zu bezweifeln, was mit seiner Wissenschaft oder seinem persönlichen Verstände nicht zu begreifen und zu erklären vermag.

Man fand demnach in dem von den Schriftstellern der alten Welt über die Schlangenbeschwörung Erzähl­ten Märchen, bis seit den letzten Jahrzeheuden des vo­rigen Jahrhunderts wieder verschiedene Reisende, und zwar Männer, die in allgemeiner Achtung stehen, wie z. B. Niebuhr, Bruce, Shaw, Kämpfer, Hasselquist, Sonnini, Bochart, von Minutoli u. A., versicherten, daß es noch jetzt in den Ländern des Orients, beson­ders in Aegypten und Indien, Schlangenbeschwörer gäbe, deren noch nicht aufgeklärte Geheimkunst in ein­zelnen Fanulien forterbe. Lie zögen in großer Anzahl durch die Städte und die Ortschaftell, lockten durch ver­schiedene Töne und allerhand seltsame Manipulationen die in den Schlupfwinkeln der Häuser verborgenen Schlangen an sich, fingen sie hinweg und wären so sicher vor ihren Bissen, daß sie dieselben an ihrem Körper herumkriechen ließen und selbst zum Beißen reizten, dann aber denselben in den Mund spieen, worauf sie erstarrt zu Boden fielen.

Gegenüber den Zeugnissen so berühmter und um die Wissenschaft verdienter Männer, wie die genannten, war nun zwar ein Zweifel nicht mehr erlaubt, aber