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Hers seid er Anzeiger.

Nr. 53. Hersfeld, -en 4. Juli. 1853V

DerHersfelder Anzeiger" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. Preis desselben bei der Expedition (Neumarkt Nro. 587) pro Quartal 7. Sgr. 6 Hllr.; bei den Postanstalten kommt der üblich« Postaufschlag hinzu. Anzeigen aller Art werden ausgenommen und die Zeile oder der Raum mit 8 Heller, bch Wiederholungen mit 6 Heller berechnet.

Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:

den Hauptmann Wille »um Generalstabe, unter Führung ä la suite bei demselben, zum Adjutanten der Infanterie-Divi­sion zu ernennen,

den im Kurfürstlichen Marstall provisorisch angestellten Be­reiter Carl Eduard Lew in nunmehr desinili» dazu zu ernennen.

Der Räuverfklav.

(Fortsetzung.)

Nein, Signor," erwiderte Saverio;aber Ihr könnt mir ein Bild oder zwei malen, die ich für diesen Preis an die Dominicaner von Alba schon am morgen­den Tage verkaufen könnte, wenn die Gemälde in mei­ner Hand wären . . ."

Riello besann sich eine ganze Weile, bevor er ant­wortete:

Du verdienst es nicht, Saverio, daß ich Dir diene. Aber ich werde unter einer Bedingung thun, was Du willst! Wenn Du die Bilder verkauft und die Hand Eecchina's erhalten haben wirst: so laß mich aus dieser Mördergrube entfliehen! Versprichst Du mir das?"

Ich werde noch mehr als das thun," erwiderte der Weißgärber.Weiß Gott, wie lange Zeit ich noch seufzen und klagen muß, bis mich Cecchina erhört, wenn ich auch im Besitze des Geldes sein werde; denn sie ist mir gram, und ich darf nur hoffen, sie durch ein Macht­wort ihres Vaters zu bewegen, mir die Hand zu reichen ! Du siehst, daß ich aufrichtig mit Dir bin, denn ich könnte Dir versprechen, was Du verlangst und bliebe vollkommen im Rechte, wenn ich Dich hier noch bis zu meinem Hochzeittage schmachten ließe."

Riello, welcher bisher so niedergedrückt war, daß er, bei der angeordneten scharfen Bewachung, an der Möglichkeit verzweifelte, sich lebendig seinen Tyrannen zu enthielten, schien wie durch die Wirkung eines elek­trischen Funkens mit der Elasticität der Jugend zu neuem Leben erwacht zu sein.

Woher aber bekomme ich Leinwand?" fragte er.

Ich habe für mein letztes Geld eine große Rolle Leinen gekauft, welche ich in meinem Brodschranke ver­steckt habe, damit meine Kameraden nichts merken."

Und wann werde ich malen sollen, wenn immer Einer, oder der Andere von Euch hereinkommt und mir über die Schulter schaut?"

Ich werde sorgen, daß Niemand kommt, als ich selbst," sagte Saverio.

Auch Du darfst nicht kommen," sagte Riello mit Bestimmtheit,oder Deine Genossen würden argwöh­nen, daß etwas Verbotenes im Werke sei. Und dann bitte ich Dich, frage mich niemals, wenn ich Dein Ge­mälde begonnen haben werde, wie weit ich damit ge­diehen bin, denn Du weißt, daß mir dergleichen Fragen gründlich wie Lust an der Arbeit verderben."

Ich werde Alles thun, was Du befiehlst. aber male nur für mich die Bilder."

~Noch Eins," sagte Riello, als Saverio sich zum Fortgehen anschickte.Ich möchte wohl am Abende mit Dir und Einem von der Wache spazieren gehen, und ich schwöre Euch auf das Crucifix, daß ich mich so ruhig verhalten werde, wie ein Lamm."

Du kannst aber doch glicht in Deiner Cavalierklei- dung Dich zeigen?" sagte Saverio.

Ihr werdet mir Bauernkleider geben und könnt dafür die meinigen hinnehmen."

Saverios's Augen blitzten bei diesem vortheilhafteu Angebote. In einigen Minuten brächte er Sandalen und rothe Strümpfe, eine gestickte alte Sammetweste und aufgeschlitzte kurze Lederbeinkleider sammt einem alten Hute, um sich sofort der Kleidung des Jünglings zu bemächtigen. Riello machte als fremder Gärber mit Saverio und Perino, die Beide ihre Dolche zur Hand genommen hatten, mehrmals einen abendlichen Spazier- gang und kehrte erquickt heim, gewann aber die Ueber­zeugung, daß ein Fluchtversuch draußen eben so unmög­lich werde, als von der Hütte Saverio's aus. Er zwang sich daher zur Ruhe und benachrichtigte den Gärber Saverio, daß er begonnen habe, für ihn zu