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Dersse! dcr ANzelger.

Nv. LZ. HerSfeld, den L Juli. 185V*

DerHersfelder Anzeiger" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. Preis desselben bei der Expedition (Neumarkt Nro. 587) pro Quartal 7 Sgr. 6 Hllr.; bei den Postanstalten kommt der übliche Postaufschlag hinzu. Anzeigen aller Art werden ausgenommen und die Zeile oder der Raum mit 8 Heller, bei Wiederholungen mit 6 Heller berechnet.

Seine Königliche Hoh.eit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:

den «Acne-almajor von Ha-nau neben Beibkbaltumi sei- ms DitnstvrrhäUmsses als inlcnnustgchee erster Kommandant von Kassel, zum GeneraUiculenant zu ernennen und mil dem Kommando der Znfanierie-Olvision zu beauftragen.

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Der Mäuberfklav.

(Fortsetzung.)

Nach einem etwa sechstägigen, kröchst beschwerlichen Marsche kamen die Reisenden in die Nähe des auf dem Plateau von Alba liegenden, reizenden Sees von Ce- lano. Unfern desselben lag ein Städtchen, welches Pescina hieß, wo Saverio, der eine der Räuber, ein Häuschen sammt Garten besaß, und als ehrsamer Weiß- gärber zu leben pflegte, wenn er von seinen räuberischen Wanderungen einige Zeit auszuruhen für nöthig fand. Es war mitten in der Nacht, als die Räuber Pescina betraten und sich nach Saverio's Hütte begaben, in welcher Niemand wohnte, wenn ihr Eigner nicht selbst in derselben sein Quartier aufschlug. Die Gesellschaft niachte es sich hier bequem, rechnete ab und vertheilte die Beute, wobei aus Riello der volle Antheil des Ka­pitäns fiel. '

Nun, Meister Saverio," rief Zufolo lustig,jetzt, da wir so weit mit unseren Geschäften gediehen sind, wird es an der Zeit sein, über unsnn vielgeliebten Rrello etwas Näheres festzusetzen. Ist das Kämmerchen in Ordnung wo der junge Herr vor zwei Jahren ein« logirt war?" '

Es liegt blos ein halbes Dutzend Schaffelle drin," erwiderte der Gärber,sonst ist noch Alles in dem Zu- fiande, in welchem der junge Signor seine Kammer »erlassen hat. Seine Staffelei, seine Pinsel und Far­ben hat Niemand angerührt und Papier und Leinwand ist noch überflüssig vorhanden, denn Riello lief die Nacht drauf fort als Ihr von Rom gekommen wart und Al­

les das mitbrachtet, was er zum Malen nöthig zu h»- ben behauptete."

Sehr gut," sagte Zufolo. Du kannst also gleich morgen Deine Arbeiten aufnehmen, liebster Riello! Sa­verio ist Dein Koch und Farbenreiber; Perino, Mattia, Tommaso und Cesare sind Deine Wachen. Laß einmal hören, welche Ideen hast Du für Dein erstes Gemälde? Du weißt, wir müssen die Sachen verkaufen, und ken­nen daher den Geschmack der Käufer am Besten, haben also ein Wort mitztisprechen, damit die theure Leinwand nicht umsonst bemalt wird.

Riello erhob jetzt die Hände, und legte sich zum ersten Male seit seiner Gefangennahme auf's Bitten.

Lieber Zufolo, lieben Leute!" sagte der Jüngling. »Ich sehe es ein, daß Ihr thun wollt, was Ihr Euch vorgenommen habt, und daß ich abermals in jener Kam­mer des Elends meine Tage und Nächte bei harter Ar­beit vertrauern soll. Ihr seid, obwohl Mörder und Räuber, gute Christen und wenn ihr vom Himmel mit größerem Reichthum gesegnet worden wäret, so bin ich gewiß, daß Ihr Liebe genug in Euren Herzen tragt, um Euch eines so armen Jungen, wie ich es bin, zu erbarmen."

»Bravo!" sagte Zufolo, indeß er seinen gewaltigen Bart strich.Du sprichst da ein Wort, das ganz ge­nau der Wahrhett gleicht. Aber eben weil wir nicht reich sind, weil unsere Weiber und Kinder leben wollen, müssen wir unsere Herzen ein Wenig hinten in den Tornister schnallen und können, uns nicht darum bekünr- mern! Und wenn die Sache bei Licht besehen wird, so hast Du es in Deinem kleinen Studio bedeutend beque- mer und sicherer als wir. Fang' also an zu malen und damit fertig."

Ich werde in Rom erwartet," fuhr der Jüngling fort.Ich habe einen Bries des berühmten Meisters Giovanni Lanfranco in meinem Tornister, ' wodurch ich bem, Connetable Colonna empfohlen werde, welchem Lanfranco sämmtliche Bilder auf seinen besonderen Wunsch übersandt hat, die ich während der letzten drei Monate malte. Ich werde in Rom große Stimmen durch die