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Hers seid er Anzeiger.

Kp. LO. Hersftld, »en 24 Juni. S8LV.

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Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:

drm Äuifürftlitbrn ^ymarftball a. D., » 0 n b t r £ a n d c n, die alleiun ern>änigst nacbqcfucbtc SUaubniO zur Üunabmt unb jum Trnqen des demselben von des Uöm,zs von Perußen Majc- jät unlubrntn godanniier-Ordens, zu erihci'en,

dem Uabineis-Knuirer Jakob Llrudc bes Piädika!: »Hof- I«th« zu ertheilen und

den ®u»balter Jakob Rosenblatb bei dem Oberhofmar- sHall-Antte nunmehr zum Oderhof-BuchhaUer dabei zu ernennen.

Der Räuberfklav.

Die alten Bekannten.

Ich war ein wackrer Ritter

Und führt' ein scharfes Schwert;

Mein war die schönste Dame Und mein das schnellste Pferd I"

Bin noch ein wack'rer Ritter,

Ob auch mein Schwert zerbrach

Und meine Dame herzet

Den, der mein Pferd erstach!"

An Rossen und an Schwertern

Fehlt's nirgend in der Welt;

Mehr Damen giebt's als Pflaumen

Schafft Sanct Crispin nur Geld!"

Dies alte Lied der Lanzenknechte der Condottieri mit seiner lustigen Melodie sang ein einzelner Wande­rer, welcher auf der alten Straße von Sesia nach Mola Scauri trotz des schwülen Sommerabends wacker fürbaß marschirte. Der Sänger, welcher eine ausgezeichnete und wohlgeschulte Tenorstimme besaß, war ein junger Mensch von zwanzig Jahren, in der schwarzen Tracht gekleidet, welche seit der Befestigung der Herrschaft der Lpanier über Neapel bei den höheren Classen des Volks M»^ geworden war. Er trug einen spitzen Hut mit

einer langen Feder, ein Ränzel auf dem Rücken und war mit einem langen Nappier bewaffnet, das in fast wagerechter Lage an seiner linken Hüfte hing Von Zeit zu Zeit blie der Jüngling stehen und warf einen funkelnden Blick auf die Gebirgskette, die sich von Sessa ab bis fast nach Venafro mit den Augen verfolgen ließ, betrachtete dann das weit sich ausbreitende, stellenweise bewalde'e Thal des Cariglianoflusses, welches sich in der Richtung nach Nordwesten vor ihm ausdehnte und ließ das Auge auf der, zu seiner Linken den Horizont begrenzenden, weiten Fläche des glutroth schimmernden Meerbusens von Gaeta ausruhen.

Der Wanderer schien durch einige der Waldpartieen des Thales besonders augezogen zu werden. Er suchte eine passende Stellung aufzufinden, von welcher ab der Lauf des, vom Walde eingefaßten, Stroms sich verfol­gen ließ, nahm ein kleines Buch aus der an seinem Gürtel hängenden Ledertasche, zog einen Stift hervor und fing mit merkwürdiger Schnelligkeit an, einen Theil der wundervollen Abendlandschaft abzuzeichnen.

Schade", sagte er für sich,daß hier eine ent­sprechende Staffage fehlt. Aber gleichviel! die Ochsen­karren, welche man hier günstigen Falls antreffen könnte, stimmen gar schlecht zu diesem geheimnißvollen Blätter­dunkel, der classischen Klarheit des Flusses und den Bergabhängen, welche dieselben zu sein scheinen, die der alte Horatius besang. Dort unter der Gruppe der mächtigen Korkeichen konnte Donna Jo per esemplo ganz unmuthig als Kuh spazieren gehen und ihr Magen würde unter solchen Umständen durch ein zierliches Gras-Souper bedeutend besser als der mehlige sich be­finden. Oder Meister Tobias der Jüngere könnte dort unten an der Wiese seinen berühmten Fisch fangen, während der Engel sich fliegend in der Gegend Um­sicht. . . . Oder noch besser wähle ich einen Heiligen für meine Staffage, der mindestens eben so hungrig war, wie ich selbst es in diesem Augenblick bin den heiligen Antonius den Großen, wie er den Fischen eine Predigt hält."

Der Zeichner setzte sich nieder und führte sogleich