Hersfelder Anzeiger.
Nr. 46» Hersfeld, den 10. Juni» 185V.
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Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:
den Kaufmann Ernst Angelrodt zu St.Louis, im Staate Missouri, zum Kurfürstlichen Eo.qut daselbst zu ernennen.
Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben dem Freiherr» Wilhelm Carl von Rothschild'zu Frankfurt a. M. das Prädicat „'Geheime Finanzrath" allergnädigst verliehen.
Die «KoufmannSglocke.
(Aus der Chronik der Stadt Argentan.)
(Fortsetzung.)
Wie fühlte er sich da erleichtert! Wie freudig folgte er der Richtung, aus der die Glockentöne erschallten, und noch vor zehn Uhr hatte er die Stadt erreicht.
Meister Gaulthier ließ sich nach dein Wirthshause zum Point de France zeigen, und als er dessen Thor erreichte, stürzte seine schöne normannische Stute todt nieder; er selbst aber mußte in ein Zimmmer getragen werdin, wo ein Arzt die ganze Nacht bei ihm wachte.
nächsten Tage wurde die Messe durch das schönste Frühlingswetter begünstigt; der Handel ging sehr lebhaft, doch bemerkte Ganlthier, daß zwei der pa- njer Kaufleute fehlten, welche diese Messe zu besuchen Pflegten. '
Ganlthier fühlte sich zwar noch sehr unwohl, konnte aber doch seine Einkäufe machen. Der Preis derselben wurde aber durch einen Fremden gesteigert, der eine eigenthümliche Kleidung trag, für einen Castilianer gehalten wurde, in seinen Zügen aber ganz den maurischen Charakter zeigte. Dieser Fremde traf jum Mittagsessen
Pöück be A^lluce mit GüulÜ)ler ^u^annnen bet bei seinen! Anblicke erblaßte und es nicht waate! ihm dreist in das Gesicht zil sehen.
e Drei Tage lang blieb Gaulthier unter dem zau
berhaften Eindrücke dieses Gesichtes, das er irgendwo in einem ängstlichen Traume gesehen zu haben meinte; denn er wagte es nicht zu glauben, daß es einer jener drei Männer in der Grotte sei.
Nachdem Ganlthier seine Geschäfte beendigt hatte, trat er die Rückreise nach Paris in Gesellschaft mehrerer anderer Kaufleute an. Als er sein Gasthaus verließ, legte eine eiskalte Hand sich auf die seinige, und eine ernste Stimme sagte: „Auf Wiedersehen, Meister Jacques Gaulthier; denket an die Erfüllung Eures Gelübdes!"
Er wendete sich nach dem Sprecher um: Es war jener unheimliche Fremde.
Einige Monate .später heirathete Gaulthier die schöne Johanna von Beanmont; doch er hatte sein Gelübde nicht vergessen. Er ließ Glockengießer aus Lothringen kommen, und verhandelte mit ihnen über den Guß einer Glocke zu 3500 Pfd. Schwere. Die Einweihung dieser Glocke fand am 5. Mai 1379 in der Stadt Alentzon statt. Sie wurde mit dem Namen Marie von Spanien, Gräfin von Alenyon Etampes und Perche getauft. Der Bischof von Seetz war Tauspäthe. Es war ein Tag des Festes und der Frömmigkeit, den aber eine Hinrichtung beschließen sollte.
Es sollte ein junges Mädchen hingerichtet werden, das für eine Zigeunerin galt (und seit einem Jahre in der ganzen Unigegend gefürchtet wurde. Sie verzauberte die Dorfbewohner und hatte ihre Wohnung in dein verfallenen Lager Cäsar's aufgeschlagen, dem Niemand zu nahe» wagte. Endlich aber war es den Reitern der Star Chaussee gelungen, sich der Zauberin zu bemächtigen, und seit einem Moncue sah sie in einem Gefängnisse Alenhons ihrer Hinrichtung entgegen. Sie schien über das ihr bestimmte Loos nicht erschrocken zu sein; wenigstens sprach sie keine Klage aus, und überhaupt hatte man ihr seit ihrer Gefangenschaft kein Wort zu entreißen vermocht. Ohne Zweifel redete sie eine fremde Sprache, welche keiner ihrer Richter verstand. Man hatte an ihr Edelsteine von hohem Werthe gefunden. Am Tage ihrer Verhaftung war sie durch einen