Nr. 40» Hersfeld/ den 20. Mai. 1857
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Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:
dem Prinzen Wilhelm ton Hanau, Second-Lieutenan! im Leid,ia>dc.Iirgmienl, DurchlanchI, den Kurfuipi.chen glUdenen Löwkn-Ord,n zu »erletben..
den MericinalraU) und Leibarzt Dr. Friedrich Wilhelm BeNeke in Oldenburg zum ersten Brunnenurzl am Bade zu Nauheim unter huldreichster Verleihung des Prädicaies „Hoftaih« zu ernennen,
den Nesie-förster Heinrich Conrad Müller zu Sand zum Forstrevier Walle,iste'iu und
den CanzUsten, Registratur Heinrich Wilhelm Denisson von der aufgehobenen Commission für die Ablösungen zur Oberfinanzkammer in gleiches Eigenschaft zu verfemn,
ben Canzlisteu Registraior Darid Hermann Kaisfer bei der doehinnigen Kommission für die Ablösungen und
den Canzlisten Christoeh Friedrich F r a n k bei der Oberst, nanzkammcr in den Ruhestand zu sehen.
Skapoleons Schatten
oder die Todten halten Wort.
(Aus den Memoiren des Grasen Marmont.)
Aus altadligem Geblüt entsprossen, war in der ersten Zeit meines Lebens schon mein künftiges Loos geworfen: ich sollte auf der Bahn des Krieges zur Ehr' und Ruhm gelangen, ward also mit der zur selben Zeit vorbereiteten Expedition des Generals Bonaparte als Lieutenant nach Aegypten gesendet, sah dort den Heros der Zeit auf die erste Stufe seines Ruhmes steigen, kehrte, unterdeß zum Oberlieutenant erhoben mit demselben nach Frankreich zurück, wo ich ihn dann mit Karls des Großen Schwert umgürten sah. Ich fühlte einen unüberwindlichen Drang nach Thaten in mir und wollte, nachdem ich Major geworden, eben mich ins Kampfgewühl stürzen, als ich die 17jährige Tochter des Grafen Dufour kennen lernte. Fast ebensobald gelangte ich zur Ueberzeugung, daß auch ich diesem holden Mädchen nicht tzleichgültig war. Ich hatte also nichts Eiligeres zu
thun, als mi$ den Stufen des Thrones zu nahen und dem Weltbezwinger meine Verlobung anzuzeigen, aber den andern Tag ward' ich — zum Obersten ernannt und nach'Spanien geschickt. Mit welchem Gefühl ich diesen. Befehl empfing, läßt sich nicht schildern. Die Sinne schwanden mir, ich konnte nur noch einige Küsse auf Mariens Lippen drücken, und unter des Kaisers Comando den Pyrenäen zumarschiren.
Auf dem Schlachtfelde erhielt ich das Kreuz der Ehrenlegion und ein Majorat. Napoleon versprach dabei, meine Hochzeit auszurichten, sobald der Krieg zu Ende sei. Diese Worte träufelten etwas Trost in meine Brust, denn der Feldzug schien bald, beendigt, allein auch diesmal zeigte mir das Geschick seinen Unwillen, denn erst 1813 verließen wir Spanien;, allein wie anders, als ich es betreten! Drei Finger der linken Hand waren mir abgeschossen, und auch sonst waren die Strapazen auf der Halbinsel nicht geeignet, die Wangen der Krieger zu verjüngen. Wie wird Marie dich empfangen, dachte ich bei mir selbst, als ich an der Spitze meines Regiments auf der Straße gen Paris hinritt, wird sie den Krüppel noch lieben, wie sie den blühenden Mann geliebt? — Allein Mariens edle Seele bewies sich beim Wiedersehen ganz ihrer würdig, sie liebte mich, eine Ausnahme der Frauen, noch ebenso feurig wie damals und zwar mit mehr Hoffnung als 1808; denn der alte Graf Dufour war unterdeß gestorben und dis 22jäh- rige Marie Erbin eines bedeutenden ^Vermögens.
Ich quälte unablässig den Monarchen um meine Heirath. „Gut," sagte der Held, „morgen unterzeichne ich den Cöntract, das lasse ich mir nicht nehmen, übermorgen heirathen Sie; den andern Tag gehen Sie zur Armee nach Deutschland"—ich stand abermals wie vernichtet, wollte capituliren, allein der Kaiser sagte: „Die Psticht geht der Liebe vor, jetzt kann ich einen tapfern Soldaten nicht entbehren." — Ich konnte nichts thun als mich fügen, bestellte eiligst das Nöthige zur Vermählungsfeier, lief dann in die Tuilerien, um den Contract unterschreiben zu lassen, allein — der Kaiser war abgereist und der Generalmajor nahm mich sogleich