Nr. 34.
Hersfeld, den 29. April.
8857.
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Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:
dem tom Erblandpostmetster, brm Hcrrn Fürsten von Thurn und Taxis, zum Assistenten bei dem Oberpostamte zu Kassel in Vorschlag gebrachlen Postverwalter Ferdinand Budnip zu Lrcn- delburg die aUerhöchstlaudesherrllchc Bestätigung zu ertheilen.
Die silberne Glocke.
Eine Sage aus dem Harzgebirge.
Erzählt >on
W. Lrenkner.
(Fortsetzung und Schlutz.)
An den Ufern des schönen Rheinstroms ließ er sich wieder auf hoher Bergeszinne eine Burg anfLauen und hoffte sicherlich, daß die Geister des Nordmeers mit ihrem Schiffe sich nicht bis hierhin wagen würden.
Bittere Täuschung I — Der Steinmetz hatte den letzten Handschlag an der Burg gethan und der schwarze Graf schaute am Abend ganz vergnüglich hinab ins schöne Rheinthal, durch das der majestätische Strom stolz dahinzog. Um Mitternacht stand der Graf aus der Zinne seines Schlosses und spähete nach Norden.
Da brauste der Sturm vom Nordmeere heran und jagte schwarze Wolkenmassen in rasender Eile vor sich her. Noch erzitterte der böse Mann nicht. Als er aber aus dem Wolkengewühle lange Masten mit schwarzen ya au^au$en !"h» da erstarrte beinahe sein Blut . . Das _ Geisterschiff war abermals da und begann wieder seine Rundfahrt um die Burg. Schaurig er- tonte der Meistergesang und schrecklich war der Anblick der bleichen Gestalten, die mit drohenden Geberden den Grafen anschauten. Diesmal raste auch-der Sturm mit noch größerer Gewalt, er erfaßte den Grafen, trug ihn durch die Lüfte davon und warf ihn in den nächsten
Trotzdem hatte Gottes gnädige Hand sein Leben behütet, denn als er znr Besinnung kam, war ihm an seinem Leibe kein Leids geschehen. Er irrte in dein finstern Walde umher und als der Morgen sein junges Licht über Berg und Thal.ergoß, gewahrte er vor sich ein Bild grauser Verwüstung — seine schöne stolze Burg war in einen Trümmerhaufen verwandelt und seine kostbaren Schätze waren darunter begraben.—
Die Mahnung des Geistergesanges war ihm aber doch nicht zu Herzen gegangen; denn er ließ den verschütteten Mammon nach vieler Mühe und Arbeit wieder ans Licht fördern und zog mit ihm weiter von dan- nen, bis tief ins Herz von Deutschland.
In dein hohen und rauhen Harzgebirge, auf dem weit inö nordwestliche Nachbarland hinabschauendem Jberge, ließ er sich wieder eine mächtige Burg aufrich- ten, die war noch größer und schöner, als die ersten beiden. —
Mit bangem Zagen sah der schwarze Graf den Tag der Vollendung des schönen Baues anbrechen. Wird das schreckliche Geisterschiff auch bis hierher seinen Rachezug ausführen? Sollte die Kunde von diesem neuen Werke and) bis zu den Geistern in der Tiefe des Nordineers gedrungen sein? Wird es dem Verfolgten vergönnt sein, hier in dieser einsamen Gebirgswildniß des Besitzes seiner Schätze froh zu werden? —
Solche Gedanken waren an bem bezeichneten Tage in der Seele des schwarzen Grafen und ließen ihn nicht Ruhe finden. Eine dunkle Ahnung sagte ihm, daß auch hier die strafende Hand Gottes "ihn erreichen würde und als die dunkle, unheimliche Nacht sich über das Gebirge ausgebreitet hatte, war der letzte Trotz seines gottlosen Herzens bereits gebrochen.
Seine innere Aufregung war groß. Mit hastigen Schritten eilte er durch die Räume seiner Burg, schaute durch die hohen Bogenfenster hinaus in die finstere Nacht, eilte treppauf, treppab, dürchspähte alle Winkel, als ob er Etwas vergebens suche und so trieb ihn die Angst und Unruhe seines. Herzens rastlos umher.
Als big Mitternachtsstunde herannahte, triebs ihn