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Hers selber Anzeiger

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Nr. 33. Hersfeld, den 25. April. 185»*

DerHersfelder Anzeiger" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. Preis desselben bei der Expedition (Neumarkt Nro. 587) pro Quartal 7 Sgr. 6 Hllr.; bei den Postanstalten kommt der übliche Postaufschlag hinzu. Anzeigen aller Art werden ausgenommen und die Zeile oder der Raum mit 8 Heller, bei Wiederholungen mit 6 Heller berechnet.

Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:

den Hauptmann von Löwenstein vom 2. Jnfantcrie-Re- giment unter Verleihung des Charakters als Major mit Pension ausscheiden zu lassen; ferner

den Hauptmann Wißell von: 1. Infanterie - Regiment, Kurfürst, zum 2. Jnfanterie-Regiment zu versetzen, und

den Hauptmann Bauer, aggregtrt dem 1. Infanterie-Re­giment, Kurfürst, als Kompagnie. Chef in demselben einrangiren zu lassen.

Die silberne Glocke.

Eine Sage aus dem Harzgebirge.

Erzählt von

W. Trenkner.

Es sind nun schon viele hundert Jahre her, da stand am Strande der Nordsee aus jähem Felsen ein großes Schloß und in dem Schlosse wohnte ein Graf, den nannten die Leute gewöhnlich denschwarzen Gra- fen". Dies kam daher, weil Schwarz seine Lieblings­farbe war. Nicht blos, daß sein buschiges, verwildertes Haupthaar und sein, das Gesicht fast ganz bedeckender Bart kohlrabenschwarz waren, auch seine Rüstung war schwarz, wie die Nacht.

, Es kam gewiß nicht von ungefähr, daß dieser Mann ein so großer Freund der schwarzen Farbe war; denn man hörte sagen: sein Herz sei noch schwärzer als seine nuqntng und am schwärzesten wären seine Thaten.

Er hatte nämlich ein mächtig großes, schwarzes Schiff, mit dem fuhr er Mutterseelen allein aufs Meer hinaus und wenn nun die Kauffahrer von England, Scotland, Jreland, Hispanien oder von sonst woher ge- steuert kamen, so kaperte er die Schiffe, beraubte sie W^r Schätze und versenkte sie dann mit Mann und Maus ins tiefe Meer.

, Allen Schiffern, welche dazumal in dem Nordmeere segelten, war deshalb das berüchtigte schwarze Schiff

eine Erscheinung des Schreckens und die meisten ließen sich nicht davon abbringen, daß der schwarze Graf mit dem leibhaftigen Satan selbst im Bunde wäre.

Diese Vermuthung war richtig. Wenn er auf das Seeränberhandwerk auszog, so sandte ihm der Höllen­fürst seine dienstbaren Geister, die mußten Matrosen- und Steuermannsdienste verrichten und mit solch sauberer Sippschaft konnte er dann die armen Kauffahrer leich- tiglich bewältigen.

Jahre lang hatte er dieses schändliche Gewerbe getrieben und in seinem Schlosse unermeßliche Schätze aufgehäuft. Da steuerte er einstmals wieder aufs Meer und daher kam ein Schiff gesegelt, fern aus dem Sü­den und auf demselben war ein christlicher Apostel, der den im Norden wohnenden Heiden das Evangelium pre­digen wollte.

Die Schiffsleute geriethen in Angst und Schrecken, als sie das schwarze Schiff auf sich zusteuern sahen; es war ihnen dessen schreckliche Bedeutung nicht unbekannt geblieben. Der christliche Apostel hieß sie jedoch beten und auf den allmächtigen Helfer im Himmel harren.

Schon war das schwarze Schiff an ihrer Seite, man sah den schwarzen Grafen in Hast auf dem Ver­deck hin und her rennen, um seine dienstbaren Höllen- geister zum Entern anzufeuern, als der Apostel des Herrn mit lauter Stimme ihm zurief:

Im Namen des dreieinigen Gottes gebiete ich Dir, daß Du von hinnen fahrest. Du unsauberer Geist! Die Seelen Deiner Schlachtopfer sollen Dich plagen, bis Du Dich zu dem Herrn Christ bekehret hast."

Da machte sich plötzlich ein jäher Sturm auf und warf das Schiff weit weg auf die empörten Wellen und mit genauer Noth entging das Fahrzeug seinem Untergänge. Das andere Schiff aber mit dem heiligen Apostel steuerte ruhig weiter gen Norden.

Als nun die nächste Nacht über Land und Meer lag, saß der schwarze Gmf wieder allein in seinem FU- senschlosse.. Elf war die Glocke, der Sturm heulte grau­sig und düstere Wolken zogen eilend vom Meere daher.

Da vernahm man durch das Sturmgeheule einen