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Nr. 33»

Hersfeld, den 22. April.

L8L7.

DerHersfelder Anzeiger" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs nnd Sonnabends. Preis desselben bei der Expedition (Neumarkt Nro. 587) pro Quartal 7 Sgr. 6 Hllr.; bei den Postanstalten kommt der übliche Postaufschlag hinzu. Anzeigen aller Art werden ausgenommen und die Zeile oder der Raum mit 8 Heller, bei Wiederholungen mit 6 Heller berechnet.

Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:

6cm General - Cassirer bei der DirecNon der Haupt-Staats- Kasse, Rechnungsia p Kotbc, die vierte Classe des Kurfürstli­chen LLelheimsdidens zu verleihen.

Vermischtes

In der Leipziger Zeitung sucht ein Kutscher,dem schon zwei Herren gestorben sind, bei einer ähnlichen Herrschaft ein Unterkommen."

Warnungstafel. Aus einer Jagd in der Nähe von Münster stellte neulich ein Herr beim Sammeln meh­rerer Jäger nach Absuchnng eines Reviers sein Gewehr » in den Arm, ließ aber unvorsichtiger Weise den Hahn gespannt. Da sprang der Hund schmeichelnd an ihm empor und berührte beim Abgleiten den Äbzug des Ge­wehrs. Es ging los und der Jäger stürzte todt zu Boden.

In Bremen ist der Andrang von Auswanderern nach Amerika eben wieder ein ganz unerwartet großer. Fast täglich treffen dort ganze Extrazüge mit Auswan­derern ein.

Vor einiger Zeit hat ein junger Belgier im Fan- bourg Saint-Äntoin in Paris ein Bierhaus unter dem Schildezur goldenen Bratwurst" eröffnet. Um diesen jtitel zu rechtfertigen, enthält unter je 50 Bratwür­sten eine ein Goldstück zu 5 Francs. Mann kann sich die Masse von Würsten, welche daselbst consumirt wer­den, nicht vorstellen.

Ueber Eisenbahn-Unglücke in Großbritanien xm Jahr 1856 ist jetzt ein besonderes Blanbuch veröf- sentlicht worden. Nach demselben belief sich die Zahl der Getödteten auf 281, die der Verwundeten auf 394.

Vor kurzem starb in Erfurt ein Veteran der Armee Friedrichs des Großen, Namens Kurze, ein geborner Berliner, in einem Alter von 96 Jahren. Er hatte im Husarenregiment des alten Ziethen gestanden.

Aus Arnstadt wird demGoth. Tagebl." unterm 7. d. geschrieben: In der Brauerei des Dorotheenthals unweit Arnstadt ereignete sich dieser Tage ein sonder­barer Vorfall. Der Brauer bemerkt beim Ueberschöpsen des heißen Wassers eine weiße Substanz, die sich in der Rinne ansetzt, und nimmt etwas mit der Fingerspitze in den Mund, woraus sogleich ein Brennen im Munde und Erbrechen erfolgt. Er ruft den Sohn des Herrn Ramann, Besitzer des Dorotheenthals, dieser kostest auch davon, worauf dasselbe Brennen und Erbrechen erfolgt, Herr Ramann, welcher dazu kommt, lacht die Beiden aus, und versucht dann den Niederschlag selbst, aber auch er bekommt dieselben Zufälle. Es wurde nun An­zeige bei der Behörde gemacht, und die eintreffende Commission fand das Wasser sehr stark vergiftet. Man hat das Brauhaus versiiegelt.

KS* Ein Pariser wettete, daß er innerhalb 6 Stunden 12 starke Cigarren rauchen werde, Bis zur achten Cigarre ging Alles gut. Der Raucher wurde zwar vom Schwindel ergriffen, schmauchte aber tapfer weiter. Bei der 9. Cigarre aber stellten sich Ohnmach­ten, Erbrechen, und Krämpfe ein und machten der Wette ein schnelles Ende. Der Arzt erklärte das Uebelbefinden als Folge des Nicotins oder Tabaksgiftes, welches der Raucher im Uebermaß eingesogen hatte.

In Preußen hat Einer ausgerechnet, daß dort jähr­lich 600,000 Morgen Landes mit Kartoffeln bestellt und darauf 1 Million Mispel oder 24 Millionen Scheffel gebaut werden, woraus Schnaps gebrannt wird. Da­bei wird wiederholt darauf hingewiesen, daß in Zeiten, wo das Klima noch weit rauher, Kleidung und Obdach schlechter waren, die Leute in unserm Vaterlande ganz und gar ohrre Schnaps bestanden, und daß gegenwärtig