Nr. 3A.
Hersfeld, den 18. April.
L8L7.
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Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben dem Herzog von Braun schweig Hoheit vcn Kürfürsiluhen goldenen Löwen-Orden verliehen.
Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:
dem Hofitaals- Sec^eiar Heinrich Werner bei dem Ober» hofmarschaU-AUSe das Präoical »Hoirath-- zu criheilen.
Der Ltntevgang des Kyonnais.
Während man früher die Gefahren einer Reise über den atlantischen Ocean zu überkreiven pflegte, ist man dagegen jetzt geneigt, dieselben zu unterschätzen. Ein warnendes Beispiel, welches freilich nicht sowohl auf die Gewalten der Natur, als auf die frevelhafte Sorglosigkeit der Menschen hinweist, giebt das Schicksal des Lyonnais. Dieses Dampfschiff gehörte der sram zösisch- amerikanischen Gesellschaft. Er wurde im Jahr 1855 in Liverpool erbaut und hatte einen Gehalt von 1090 Tonnen. Der Capitän, welcher das Schiff führte, hieß Deveaux.
Seine letzte unglückliche Fahrt ging von New-Aork nach Havre. Am 1. November Mittags gegen 2 Uhr lichtete er die Aukpr und gewann gegen 5 Uhr Abends die hohe See. Gegen II Uhr Nachts signalistrte der Wachtposten am Krahnbalken ein Schiff, welches mit vollen Segeln auf das Steuerbord zukomme. Trotz der Alarmpfeife, die ^meilenweit gehört werden konnte, änderte das Segelschiff seine Route nicht, sondern rannte gerade aus die Einsteigebrücke des Dampfers zu. Das Bugspriet zertrümmerte die Wand zwischen der Brücke und den Wandtauen, und beschädigte zwei Barken am Steuerbord. Kaum zehn Minuten hatte der Dreimaster ""ch ^diewm Zusammenstöße seine Fahrt fortgesetzt, als das Wasser in das beschädigte Schiff mit solcher Macht Eräug, daß das Feuer der Maschine davon aus. löschte.
Im Augenblicke des Zusammenstoßes eilte der Capitän nach dem Steuerbalten zu, und hieß die Schiffsmannschaft ihre Posten einnehnien. Gleich darauf erschien^ der Jngeniur und meldete dem Capitän, daß das Wasser dermaßen in den unteren Schiffsraum eindränge, daß der Gefahr des Sinkens kaum mehr vorgebeugt werden könne. Sofort schritt man zum Pumpen. Aber die umherschwimmenden Kohlenstücke verstopften die Saugnetze der^Pumpen unb es blieb nichts anderes übrig, als die Serie zum Ausschöpfen des Wassers zu for- miren. Während dem schaffte ein Theil der Mannschaft, unterstützt von den Passagieren, die Frachtgüter vom Steuerbord nach dem Backbord. Trotzdem drang immer mehr Wasser ein, weshalb der Capitän alle Waaren in's iDieer werfen ließ.
Die Officiere und zwei Schiffscapitäne, die sich als Passagiere an Bord befanden, suchten das Leck des L-chif- fes zu verstopfen; da aber das Meer unruhig geworden war, so fruchteten ihre Anstrengungen zu nichts. Der Leck war zu groß und der Druck des Wassers zu stark. Gegen Morgen versuchten sie noch einmal von Außen ihr Ziel zu erreichen und einen Augenblick schien es, als ob es ihnen gelingen wollte. Dessenungeachtet drang das Wasser noch immer ein, obgleich die Kette unausgesetzt beim Schöpfen blieb. Man vermuthete daher noch ein anderes Leck, welches man noch nicht entdeckt hatte. Das Hintertheil des Schiffes neigte sich allmälig immer tiefer und um 3 Uhr Morgens befahl der Capitän, da die Sräfte der Mannschaft und der Passagiere erschöpft waren, die Boote herabzulaffen und in dieselben eiuznsteigen.
Bevor die Officiere in die Boote stiegen. versammelte er dieselben um sich, zeigte ihnen auf der Karte den Platz, wo sie sich befänden, und gab ihnen die Richtung an, die sie zu verfolgen hätten, um Land zu erreichen. Um 8 Uhr gingen die drei Boote in nordwestlicher Richtung unter Segel, der Capitän aber blieb mit wenig Getreuen in seiner Polle, um den völligen Untergang seines Schiffes abzuwarten.
Pon allen drei Booten war nur eines, welches vom