WV. 26» HeKfeld/ ^en L April. * Z8LV.
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Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:
den Hauptmann B a u e r, a la suite des Leibgarde-Negl'ments, von der Dicnsttiistung als Plapmajor der Residenz zu entbinden und als Compagnie-Chef im genannten Regiment einrangiren zu lassen.
Des Wasserträger.
Erzählung von der Alhambra.
(Fortsetzung.)
Diesen kleineren Kasten näherten sich die beiden Eindringlinge, da dieselben nicht in der unmittelbaren Nähe der grimmen Wächter sich befanden und nahmen zagend einige Goldstücke heraus. Als die Mauren sich nicht rührten, fielen Beide über die Kasten her und packten Goldstücke, Ringe, Halsbänder von Gold, Edelsteine und Perlen, kurz Alles, was ihnen unter die Hände kam, in die Taschen, bis diese vollständig gefüllt waren. Peregil hatte eben seine Mütze abgefetzt und warf eine Hand voll Gold hinein, als sowohl er selbst, wie der Maure, ein Geräusch wie von sanftrollenden Donner vernahmen. Entsetzt blickten sie die Mauren an, welche mit starrein Blicke, unbeweglich dasaßen und hielten es dann für gerathen, so schnell wie möglich die Breppe hinauf zu flüchten. Sie hatten bereits zwei kreppen hinter sich, als der Maure sich in seinen langen Kaftan verwickelte^nnd niederfiel, wobei er die Zauberkerze auslöschte. Sofort erfolgte ein Donnerschlag und ein Schwanken des Bodens, so daß die Verbündeten vor L-chrecken aufschrieen.
»Ob das Gewölbe sich wieder zugethan haben
. TM9k der Maure, nachdem er sich wieder gefaßt hatte. ' ö
, Sie gingen wieder in den Keller zurück, wo sie die Beschwörung vorgenvnunen hatten und fanden von der Treppe m die erleuchtete Halle keine Spur.
»Welch' ein Glück," rief Peregil, „daß nicht Einer
oder der Andere von uns auf den Einfall gerieth, unten, wo es ja hell genug war, die Kerze auszulöschen. Ich hätte übrigens große Lust, noch einmal einen Griff in den Kasten zu machen!"
„Ich auch, aber wir könnten durch Ueberschreiten der Bescheidenheit sehr leicht unser Unglück herbeifüh-- ren," meinte der Maure; „wir wollen übrigens baldigst wiederkommen..."
Damit kletterten sie die Stiegen hinan und kamen oben glücklich unter dem blauen, mit Sternen besäeten Himmel an. Unten, in der Alhambrastadt angekommen, trennten sie sich, nachdem Peregil vorsichtig sein Kästchen sammt Pergament und Kerze wieder an sich genommen hatte. Es war gegen die zweite Stunde des jungen Tages, als er endlich wieder in seiner Wohnung anlangte.
Es ist geradezu unmöglich, die Fluth von Vorwür- fen der erbittersten Art zu beschreiben, womit Peregilla ihren Gatten empfing. Nachdem das Ungewitter sich entladen hatte, fing sie an zu weinen.
„Ich unglückliches Weib!" schluchzte sie, „Was wird aus mir werden? Rechtsgelehrte und Häscher haben mein Häuschen ausgeplündert, eines ungläubigen Mauren wegen, und zum Beschluß wird mein stockdummer Mann anch noch ein Thunichtgut, der die Nächte durchschwärmt, statt seine großmäuligen Kinder zu füttern und zu Bett zu bringen! Großer Gott, wie will das endigen?"
Peregil's Herz drohte ihm die Brust zu zersprengen. Er fing auch zu weinen an und schwur, daß er nur aus Liebe zu Peregilla und seinen Kindern sein Leben in die alleraugenscheinlichste Gefahr gesetzt habe, dafür aber auch ein Mann geworden sei, der sich anheischig machen könne, ganz Granada zu kaufen, so wie es dastehe. Eben wollte Peregilla die Vermuthung aussprechen, daß der Wasserträger seinen Verstand verloren habe und nach dem Irrenhause gebracht werden müsse, als Sennor Peregil die Mütze absetzte und den goldenen Inhalt derselben auf den Tisch warf. Kaun? hatte die Frau das Geschmeide und die Goldstücke erblickt,