Nr. 25. Hersfeld, den 28. März. L85V.
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Seine Königliche Hoheit der Hu r f ü r st haben allergnädigst geruhet:
den HauptsteucramtS-Assistenten Heinrich Löwer zu Hannu zum Controleur bei dem dasigen Hauptstcueramte zu ernennen, den Justizbeamten Hermann Philipp Lang von Ncuhpf in gleicher Eigenschaft zum Justizamte I. in Hanau zu versetzen, dem Ober-AppeUationügerichtö-Kanzlisten Victor Schlcen- stcin in Kassel das Prädicat „Negistrator" zu verleihen, die Portcpccfähnrichc
Schmidt vom 3. Infanterie-Regiment,
von Schenk zu Schweinsberg vom 1. (Leib-) Hu- saren-Regiment, und von Heister vom 2. Jnfanterie-Regimenr zu Secondlieulenanis in den genannten Regimentern zu ernennen.
Der Wasserträger.
Erzählung von der Alhambra.
(Fortsetzung.)
Peregil sah ein, daß Madame Peregilla Recht hätte. Er legte die Kerze zu den: angedeuteten Familienge- brauche^ bei Seite, und steckte den Pergamentstreifen in die Tasche, indeß er seiner Frau versprach, sich nach einem Manne mnzusehen, der des Arabischen mächtig sei. Daß die Schrift eine arabische sei, hatte der Al- calde bereits ausgesprochen.
Amandern Tage, nachden er seine Hoffnung durch den Gedanken belebt hatte, daß der verstorbene Maure unmöglich um nichts und wieder nichts den Pergamentstreifen so sorgsam aufbewahrt haben könne, daß vielmehr anzunehmen sei, derselbe müsse in irgend einer Art eine ungewöhnliche Wichtigkeit besitzen, ging er nach dem Marktplatze, wo ein alter, sehr gelehrter Maure seine Teppiche feilhielt und bat denselben, ihm zu sagen, was die Schrift aus dem Pergament bedeute.
Der alte Mann las den Zettel sehr aufmerksam und strich dann lächelnd seinen Bart.
„Diese Zeilen," antwortete er endlich, enthalten eine Zauberformel für die Hebung eines in der Alham
bra vergrabenen ungeheuern Schatzes, und es ist die Versicherung beigefügt, daß weder Schloß noch Riegel, Weder Stein, noch Erde, wie der Diamantfelsen des indischen KaniyaHelbsi der Macht des Zauberspruchs zu widerstehen im L-tande sind.
Peregil rieb sich die Augeir und die Stirn, kratzte sich seinen dicken Krauskopf und trat von einem Beine auf das andere.
„Der Schatz ist also in der Alhambra," meinte er- „Das ist so viel, als ob ich sagte: Hier auf dem Marktplatze sitze irgendwo eine Ameise unter der Erde... Wer wollte sd unsinnig sein, die Ameise zu suchen."
. „Du irrst Dich, guter Freund," antwortete der Maure, „der Ort, wo der Schatz sich verborgen findet, ist sehr genau angegeben."
„Aber por los Diablos! warum geht Ihr beim nicht mit mir und les't aus der Stelle, wo der Schatz liegt, die Zauberformel ab, damit wir ihre Kraft erproben?" rief der kleine Peregil mit funkelnden Augen.
„Dies allein hilft nichts, wie hier geschrieben steht," belehrte ihn der Maure und deutete mit einem Finger auf eine Stelle des Manuscripts. Der Zauber ist mach- los, wenn nicht, während derselbe vorgelesen wird, Aue Kerze brennt, welche einen Docht hat, der von den Gopies, den indischen Zauberjnngfern, gesponnen und mit den sieben Siegeln des Salomon bedruckt ist. Eine solche Kerze zu schaffen, wäre noch viel schwerer und wunderbarer, als einer Zauberformel Kraft at verleihen."
Peregil besann sich jetzt auf die Kerze, welche sich in dem Kästchen befunden hatte und erinnerte sich, daß allerdings sich an derselben Siegelabdrücke befanden. Als er diesen Umstand dem Mauren mitgetheilt hatte, gab dieser seine halbspöttischen Aeußerungen über die Hebung des Schatzes auf und verabredete mit Peregil, am Abende in der letzten Stunde des Tages mit ihm mit Brunnen auf der Alhambra Zusammentreffen zu wollen, um das Abenteuer, welches anscheinend seine besondere Gefahr zu haben schien, zu bestehen. Der Was-