R*. 24. Hersfeld, den 25. Mälz. LAST.
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teilte Königliche Hoheit der Kurfürst haben allcrgnädigst geruhet:
dem Hosmarschall von H c e r i n g kn das Cemniandeurkreuz erster Classe des Kurfürstlichen WilhelmsorveuS zu verleihen.
Der WaffeVträger.
Erzählung von der Alhambra.
(Fortsetzung.)
„Großer Gott, hier," sagte der Wasserträger und zog das Kästchen unter dem Packsattel seines Esels hervor. „Ich habe es in Wahrheit vergessen, das Ding, Mch'noMIU verscharren, damit nichts von dem Mauren in meinem Besitze bleibe, was mich etwa verderben könne."
Der Alcalde öffnete mit vor Erwartung zitternden Händen das Kästchen Statt der Kostbarkeiten, welche er zu finden erwartete, enthielt dasselbe jedoch nichts weiter, als eine Kerze und eine kleine mit arabischen Charakteren beschriebene Pergamentrolle, an welcher ein Wachssiegel hing. Der Alcalde ließ hierauf Peregil's" Haus von oben bis unten durchsuchen, ohne das, geringste Verdächtige aufzufinden und kam endlich zu der niederschlagenden Ueberzeugung, daß Peregil in der That unschuldig und der Maure nichts mehr als ein Bettler göivesen sei. Peregil empfing durch richterlichen Spruch das Kästchen,und die Pergamentrolle zurück und mußte seinen Esel für die ausgelaufenen Kosten im Stiche lassen.
So war Peregil wieder in die Nothwendigkeit ver- fetzt, sein eigener Wasserträger zu werden und den be- schwerüchen Weg zu der Alhambra ebenso wie früher mit einem irdenen Kruge auf der Schulter hundert Mal im -tage hinauf zu klimmen. Am Vormittage hielt teilte Entschlossenheit, sich durch den schlimmen Ausgang seines Abenteuers nicht niederbeugen zu lassen, in der Regel Stand; aber so wie der heiße Nachmittag erntrat und seine Kniegelenke immer mehr ermüdeten, verlor er allmälig den letzten Rest seiner guten Laune
und gegen Abend war der sonst so lustige Kauz zum entschiedensten Feinde der Menschen —• speciell aber des habsüchtigen Alcalden.
„Abscheulicher Hund von einem Richter! Schurkischer Alcalde!" konnte er, wenn sein Grimm die höchste Spitze erreicht hatte, ausrufen — wohl zu bemerken, wenn sich kein unberufener Lauscher in der Nähe befand. „Du hast einen armen Mann seiner ganzen Habe beraubt; Du stahlst mir meinen kleinen, unverdrossenen Grauschimmel, den besten Freund, den ich unb . meine Familie, meine Frau nicht ausgenommen, auf der Erde besaßen."
Dann fuhr- er sich mit der Hand in das Haar und gleich einem zweiten Sancho klagte er: „Du armer Grauschimmel! Du Herzensthierchen! Wie mag es Dir ergehen? Kein Mensch wird sich darum beküm- mern, daß Du — unähnlich allen andern Eseln — zuerst Dein Händchen voll Hafer, das Dir niemals bei mir fehlte, zuerst und dann erst Dein Stückchen Brod zu Dir zu nehmen liebst! Werden sie Dir überhaupt Hafer und Brod, oder nicht vielmehr bloße Disteln geben und Dich prügeln, wenn Du ihnen durch das Fal- lenlassen derselben zu verstehen giebst, daß Dein beraubter Herr sie Dir appetitlich hackte, gleich dein Fleische in einer Ollo potrida?"
Nach dieser wehmüthigen Selbstquälerei folgte regelmäßig, so wie er in seine Hütte eintrat, um die sauer verdiente Ruhe zu genießen, eine empfindliche Art von Tortur, die Sennora Peregilla durch ihre Mark und Bein treffenden Verwürfe über den schändlichen Leichtsinn ihres Eheherrn demselben breitete. Er hatte es bereits tausend Mal gehört, daß Peregilla den lebhaftesten Widerspruch gegen die Aufnahme des kranken Mauren unter ihr Dach erhoben hatte; er wußte es an den Fingern herzuzählen, wie weit bei diesem menschen- freuudlichen Acte seine Dummheit sich nach allen vier Weltgegenden hin erstreckt hatte. Vergebens aber war's, daß er seine vollkommene Kenntniß alles Dessen betheuerte, was. seine Ehehälfte über den durch seine