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Mp. 21. Hersfeld, den U. März» 1857>
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Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:
den Amtsactuar Carl Zimmer mann vonHünfeld in gleicher Eigenschaft zum JustizanNe in Nauscheuberg zu versetzen,
den ersten Repetenten und Privatdocentcn der Theologie, Licentiaten Wilhelm Mangold zu Marburg zum außerordentlichen Professor in der theologischen Facultät und •
den Privatdocentcn Dr. zur. Carl Fuchs zu Marburg zum außerordentlichen Professor in der juristischen Facultät daselbst,
den Baucommissar Joh. Theodor Heyken zu Eschwege zum Land-, Straßen- und Wasserbaumeister für den Kreis Eschwege zu erncnnen, ferner
dem Regierungs-Affeffor Lotz zu Marburg die Stelle eines Mitgliedes der Direction des dasizen Landkrankenhauses als Nebenstelle, sowie
dem Repositargehülfen Valentin Müller zu Caffcl die er» ledigte Repvsttarstellc bei der Regierung daselst provisorisch
zu übertragen, auch
dem penstoniiten Regimentsarzt Montag zu Caffcl die Ausübung der Arznei.Kunst und Wundarznei-Kunst daselbst zu gestatten,
den Oberfinanzrath Siegmund von Schmerfeld bei der Eisenbahn-Direction mit der Stelle des Directors bei derselben zu beauftragen, und
den Forstaufseher Carl Cornelius Orth zu Frankenberg zum Revierförster des Forstreviers Mengsberg provisorisch zu ernennen, "
die erledigte zweite Pfarrerstelle an der Unterneustädter Kirche zu Cassel dem Pfarrer Gideon Wissemann in Berndshausen zu übertragen.
Der Wasserträger.
Erzählung von der Alhambra.
(Fortsetzung.)
Pedro Gil war ein kleiner, stämmiger, krausköpfiger Mann, mit eben so krummen Beinen, wie sie hie meisten andern Wasserträger besaßen, welcher schon als Knabe sein Geschäft begonnen hatte. Damals nannte' man den kleinen Wassermann Peregil, eben seiner lächer
lichen Kleinheit wegen und wie das in der Regel zu geschehen pflegt, so gewöhnten sich die Leute an diesen Spitznamen und Sennor Pedro hieß noch immer Peregil, als er selbst bereits eine Anzahl wirklicher kleiner Peregills besaß. Peregil, bei welchem Namen wir den Gallego benennen wollen, hatte mit einem alten Thon- kruge sein Geschäft begonnen. Da er aber außerordentlich sparsam und unermüdlich war, den steilen Weg nach dem Alhambrabrulrnen hinaufzuklettern, so konnte er sich bald besser aussehende Krüge kaufen, denen in nicht gar langer Zeit saubere Holzbütten folgten, worauf, als die höchste Blüte der Firma „Peregil", ein Esel erobert wurde, der in seiner Art eben so klein, so stämmig und so zottelig, merkwürdigerweise auch so krummbeinig wie sein Herr Peregil selbst war. Der Esel, der in Pere- gil's Meinungdemjenigen des Sancho Panza an Vor» züglichkeit nichts nachgab, erhielt einen Packsattel, an welchen: lücks und rechts -die mit Feigenblättern bedeckten Wasserbütten aufgehangen würden und Peregil's Geschäft war plötzlich so lustig und angenehm geworden, wie nie vorher.
Peregil's Stimme war lauter, wohltönender geworden, seit er selbst nicht mehr die Bütte auf dem Rücken schleppte und wenn er schrie: „Wer kauft Wasser — Wasser kalt wie Schnee; Wasser aus dem Alhambra- brunnen, klar wie der Tag, kalt wie Eis!" so konnte man ihn ganze Straßen weit hören. Der Wasserträger war einer der glücklichsten und lustigsten Menschert in ganz Granade geworden und er könnte es, aus einem innern Dränge von glücklichen Ewpfindungen selten unterlassen, noch einen .gesangsmäßigen Schnörkel, einen Triller, oder ein hübsch modulirtes: Juho! äuMbringen, wenn er seinen geschäftigen Ausruf abgemacht hatte.
Doch hatte Meister Peregil seine Sorgen wie jeder andere Sterbliche, welcher nicht so.glücklich war, ein Gallego Granada's zu sein und einen peregilmäßigen Grauschimmel zu besitzen. Der Gallego besaß eine nicht kleine Familie, die sich mit erschreckender, regelmäßiger Schnelligkeit vermehrte und alle Mitglieder dieser Familie hatten den unverwüstlichsten Appetit. Seine Gat-