Nr. ZO. Hersfeld, den 11. Mä.z. 18L7.
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Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:
dem V-ce-Lbkrjägermeister von Baumbach das Comman« deurkrcuz zweiter Etassc des Kurfürstlichen Wilhelms - Ordens z» , verleihen;
dem ordentlichen Professor in der philosophischen Facultät Dr. Gerling zu Marburg das Prädical »Geheime Hofrath" und dem ordentlichen Professor in der medicinischen Facultät Dr. Herold daselbst das Prädikat »Geheime Medicinalrath« zu verleihen.
Dev Wasserträger.
Erzählung von der Alhambra.
Madrid besitzt beit Puerto del Sol, den Prado und den Manzanares; das „kaiserliche" Toledo prangt mit seinem Alcazar; Segovia ist stolz auf seine kolossale römische Wasserleitung; Sevilla rühmt sich seines Amphitheaters, seiner Universität und seines Schnupftabaks; Cordova der herrlichen Mesquita oder Moschee, der jetzigen Haupt-Kathedrale Spaniens; Cadix ist berühmt durch seine schönen Frauen — was will das Alles gegen den Glanz und den Ruhm Grauada's sagen? Granada besitzt statt einer großartigen Kathedrale stolze Felsen; statt der Universität den Witz seiner Bewohner; statt eures Amphitheaters seine herrlichen Tänze; statt des Schnupftabaks Orangen und Granatäpfel. Es besitzt ebenso schöne Frauen als Cadix und nennt den wunderbaren maurischen Feenpalast, die Alhambra, sein!
Der Eingang in die weiten Räumlichkeiten der Alhainbra bildet eine gewaltige Pforte, eine Art von Triumphbogen, im griechischen Styl von Karl V. erbaut. , Nachdem man diese Pforte hinter sich hat, findet nran sich in einer tiefen, schmalen Schlucht, welche reich mit Gebüschen bewachsen ist. Ein schmaler Pfad, an dessen Seiten sich steinerne Sitze für das Rasten der Hinaufwärtssteigenden und Fontainen zur Erquicknng derselben befinden, windet sich zur Höhe des Felsens
hinan, auf welchem der Wunderbau der Alhambra thront. Hier bereits sieht man an den beiden entgegengesetzten Seiten der Schlucht auf schroffen: und rauhem Felsgrunde, der gleich zwei Vorgebirgen sich in die Schlucht hineindrängt, zwei imposante Thürme sich erheben. Es sind die Torres Vermejos, die rothen oder die Moos- Thürme, so genannt von der malerischen Zier, womit ihre grauen, verwitterten Mauern bedeckt sind.
Hat man den höchsten Punkt des schattigen Pfades erreicht, so erreicht man den Fuß eines plump geformten, ungeheuern viereckigen Thurmes, welcher unten durch ein mächtiges Gewölbe durchbrochen erscheint, welches den Haupteingang zu dem maurischen Herrscherschlosse bildet. Dieses eigenthümliche Thor heißt: die Pforte diw Gerechtigkeit. Hier ward' während der Zeit der maurischen Herrschaft öffentlich Gericht über die kleinen, im täglichen Verkehr vorfallenden Streitigkeiten gehalten — ein Gebrauch, wie wir solchen bei allen orientalischen Völkern finden.
Der Bogen, welcher durch diese schwerfällige Stein- masse hindurch führt, erscheint nicht allenthalben von gleicher Höhe. In der Hufeisenform des arabischen, ar- chitekonischen Bogens eröffnet sich vorn eine gewaltige Sprengung, die bis über die volle Hälfte des Thurms hinaufreicht. Die eigentliche Wölbung des Bogens beginnt erst in ahnsehnlicher Höhe und lagert auf beiden Seiten auf rohen Mauervorsprüngen. Sieht man den Bogen aus einiger Entfernung an, so scheint derselbe, welcher von einem vertieften, viereckigen Rahmen umgeben ist, in der Luft zu schweben und hat ein ungemein leichtes Ansehen, das scharf mit der kolossalen Form des Thurmes selbst contrastirt. Auf dem Schlußstein des Bogens sieht man ,eine gigantische Hand' eingefallen. Dieser höchste Bogen bildet eine Art von Vorhalle, auf welche eine, fast um die Hälfte derselben niedrigere Wölbung folgt. Von den letzteren Bogen bis zum Scheitelpunkt der Sprengung der Vorhalle sieht man an der innern Wand derselben in ornamentaler Weise ausgeführtes, Rauten und Sterne darstellendes, kunstvolles Mauerwerk. Innerhalb der Vorhalle zeigt sich