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mit ben, verbundenen Hufen in Ihren Stall gestört." —
„«o sind Sie also Der Wahrbeil auf Die Spur gekommen!" rief Foinvert unter herzlichem Lachen aus. »Sie ftnc in der That sehr gütig gewesen, daß Sie mir nicht schon früher mein Handwerk gelegt haben. Das Pferd steht jetzt in dem Stalle Eurer Hoheit und sein Reiter ist Dero_ untertänigster Gast."
»Geben Sie mir meine sechshundert und fünfzig Louis zuiück!"
»Erstatten Sie mir vierhundert Louis!"
»Graf, ich verlange den Augenblick tausend Louis von Ihnen."
Die Beraubten umringten den kecken, jungen Mann Und griffen ihn wüthend an, während er in ihrer Mitte stand und so ausgelassen lachte, daß er sich kaum noch auf seinen Beinen zu erhalten vermochte.
»Zahlen Sie uns unser Geld zurück!" schrieen die Spieler; »erstatten Sie uns unser Geld wieder!"
»Ich habe keinen Heller mehr davon!" entgegnete Foinvert noch immer lachend. »Aber ich kann Ihnen sagen, wo es sich bis auf den letzten Louis befindet."
. «Sagen sie das!"
„Wo ist es?"
«Lassen Sie hören!"
«In Seiner-Hoheit Tasche!" antwortete Foinvert, indem er auf den Herzog zeigte. „Er gewann es mir so schnell ab, wie ich es erworben hatte. Nehmen Sie es ihm wieder ab — nehmen Sie es ihm ab!''
„Wenn es soweit kommen sollte," rief der Herzog aus, „10 würde es Zeit sein, daß ich mich entfernte!"
Er eilte hinweg, aber die Edelleute, welche auf seine Veranlassung herbei gekommen waren, liefen ihm, Fotn- vert an ihrer Spitze, nach und riefen fortwährend:
„Unser Gelb!"
Und die Jagd wurde fortgesetzt durch alle Säle und Zimmer des Schlosses zur Ergötzung und Verwunderung der Gesellschafe, bis sich der Herzog in sein Privat-Ca- binet geflüchtet hotte, denn die sämmtlichen Beraubten gehörten zu den erklärten Günstlingen des ehemaligen Regenten.
Foinvert erhielt für die verzweifelte Art, wie er sich Quellen eröffnet, um an dem hohen Spiel im Palaste des Herzogs Theil nehmen zu können, keine andere Strafe, als daß ihm auferlegt wurde, zwei Jahre lang seinen Spielgewinnst mit den von ihm Beraubten zu theilen.
In dem Stalle Sr. Hoheit wurden die ledernen, mit Wolle gefütterten Socken gefunden, welche die Hufe des gespenstigen Rosses zu umkleiden gedient hatten, sowie auch der Schwärze-Ballen, mit welchem die weißen Stellen desselben gefärbt waren.
Foinvert bediente sich dieser Hilfsmittel nicht ferner.
Nun noch ein charakteristischer Zug jener Zeit. Als die Marquise das Geheimniß der gespenstigen Erscheinung kennen lernte und fand, daß nun Alles in Wohl
gefallen beendet sei, da gab sie ihre Hand — die keine leere war — dem vormaligen Straßenräuber, und in späteren Zeiten lachten sie und er noch manchmal über das Abenteuer vom gespenstigen Pferde.
Vermischtes.
Ein lustiges Jagdstückchen. Ein bayrischer Bauer hatte Hasenschfingen gelegt und fand auch ein paar Tage vor Weihnachten einen lebendigen Hasen in denselben. Er will dem Gefangenen die Läufe binden, hat aber keine Schnur und benutzt deshalb seinen ledernen ziemlich gefüllt, n Beutel dazu, indem er mit der an demselben befindlichen Schnur einen Knoten um die Hasenläufe schlingt. . Kaum aber spürt dieser die Freiheit, als er einen Satz macht und bei demselben einen Laus aus dem Knoten bringt Nun ergreift er die Flucht und nimmt dabei den Geldbeutel mit sich, der am andern Laufe hängen geblieben ist. Der Bauer hatte demnach den ungegessenen Braten ziemlich theuer bezahlt.
Die Morde, rech. Selbstmorde aus Eifersucht kommen seit einiger Zeit so häufig vor, daß man fast auf den Gedanken kommt, es müsse in der Luft liegen. Schon wieder brächte in Stuttgart ein SchubmachergescUe einem Mädchen, mit Dem er Bekanntschaft gemacht, in der Wohnung des Dienfterrn aus Eifersucht eine gefährliche Wunde bei und erschoß sich sodann aus der Stelle selbst.
Am 12. Februar fand in Straubing die Hinrichtung des wegeu Eimoroung seiner Ehefrau zumTooe verur- theilten Bauers G. Büchner statt. Er war seit Einführung des neuen Strafverfahrens der zehnte, welcher in Straubing das Schaffst bestieg.
Am 13. Feb. Nachmittags ereignete sich in Mannheim das Unglück, daß ein basiger BürgerSsohn durch das dreimalige Austrinken eines mit Bier gefüllten „Ochsenhorns" plötzlich todt blieb.
Amtliche Bekanntmachungen.
Lan-rathsamt Hersfeld.
Um Entlassung aus dem Kurhessischen Untertha- nen-Verbande für Johannes Giese von Sieglos behufs Niederlassung in den Königlich Preußischen Staaten und Conrad Allendorf von Kruspis zwecks Auswanderung nach Amerika, sowie
um Ertheilung eines Reisepasses dahin für Anna Ca- tharina Schäfer aus Hattenbach ist nachgesucht worden.
Hersfeld, am 23. Februar 1857.
Kurfürst!. Landrathsami. Muffaeth,