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Hers seid er Anzeiger.

Mp. 15. Hersfeld, den 21. Februar. S8L1.

DerHersfelder Anzeiger" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. Preis desselben bei der Erpevition (Neumarkt No. 587) pro Quartal 7 Sgr. 6 Hllr.; bei den Postanstalten'kommt der übliche Postaufschlag hinzu. Anzeigen aller Art werden ausgenommen und die Zeile oder deren Raum mit 8 Heller, bei Wiederholungen mit 6 Heller berechnet..

Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:

den Justizbeamten Carl Kraushaar in Hanau zum Eri- minalgerichtS-Direcior bei dem Criminalgerichtc in Schmalkalden zu bestellen,

den Nevierförster Forstjunker Carl V. Schwer feld zu Helf» zum Forstiiispecior der Forstinspcctton Allendorf zu ernennen,

den Pfarrer Paulus zu Kirchbauna zum Metropolitan der Classe Wilhelmshöhe zu ernennen,

dem zweiten Pfarrer zu Wächtersbach Friedrich Bernhard Nönih e ld die erledigte PfarreilzGundheim in der Classe Schwar­zenfels zu übertragen,

den Dr. med. Friedrich B o ck zu Trendelburg zum Physikus und AmtSwundarzt für das Justizamt Ren» provisorisch zu be­stellen,

dem NegierungScanzlisten Peter Wu rtt e ub erg e r zu Cassel das PrädikatRegistrator» zu verleihen,

den Nentmeister Caspar Thiel zu Amöneburg zurRenterei Borken und

den Revierförster Johannes Brack ssrMciMdkkg zum Forst­revier grankcnau in gleicher Eigenschaft zu versehen, sowie

den Forstinspections.Accessisten Theodor Cornelius Grosse zu Friedewald zum Reviersörster des Forstreviers Seligenthat mit dem Wohnsitze zu Hohledorn und

den Forstinspections-Accessifttn Conrad Cornelius zu HerS- feld zum Revierförster des Forstreviers Nonnenrod mit dem Wohn­sitze zu Harmerz provisorisch zu ernennen,

den Kaufmann Auguste Fritze zu New-Aork zum Kurfürst­lichen Consul daselbst zu ernennen.

Das gespenstige Mfer-.

, (Fortsetzung.)

Der Herzog war in gewissen Dingen ein Mann von Wort. Die Marquise erhielt eine höfliche und ach­tungsvolle Einladung, den Ball zu St. Cloud mit ihrer Gegenwart zu beehren. Die außerordentlich erfahrene Freundin des Herzogs, die Herzogin von Blanvcrie, überbrachte der Marquise, selbst den Brief und versicherte sie, daß sie einen höchst angenehmen und genußreichen Abend haben werde. Sie selbst, die Herzogin, wolle ihre Einführung und Vorstellung übernehmen.1

Wie könnten wir uns wundern, daß unsere junge, lebhafte und schöne Wittwe geblendet wurde uno es für ausgemacht annahm, daß sie selbst an dem prunkvollen Hose des ehemaligen Regenten eine glänzende Rolle spielen würre!

Der bcstinintte Abend erschien. Die Gärten und Straffen von St. Clouv waren tageshell erleuchtet und das schöne, alle Schloß selbst glich einem Palast aus einem Feenmärchen, denn Tausende von Lichtern ergossen ihren Schtin vuich die Fenster.

Die Kutsche der Marquise hielt in der Mitte des langen Zuges, welcher vor der Pforke auffuhr. Der Geist der Freude schwebte über der Städte, die Harmo- nicen der Musikchöre erfüllten die. Lüste, heitere und ausgelassene Stimmen riefen, scherzten und lachten da­zwischen, die schweren Gewänder von Atlas rauschten und unzählbare Diamanten funkelten und blitzten aus den Gruppen der Gäste.

Kaum war die Marquise von Beauvoisin in den Empfangsaal getreten, als auch schon die Herzogin von Blanvcrie lächelnd und diensteifrig an ihre Seile eilte. Die gunge Wittwe sah außerordentlich schön aus: ihr Anzug, war untadelhaft, ihre Diamanten waren unschätz­bar. Die Gegenwart einer neuen Schönheit in jenem Kreise ward allemal zu n'nem Thema für Beobachtun­gen, Bemerkungen und Speculationen. Die Marquise bemerkte bald, daß sie ein Gegenstand der Aufmerksam­keit!, theilweise selbst der Bewunderung geworren sei, und war hinreichend Weib, um sich Glück zu wünschen wegen eines so viel versprechenden Eintritts in die höch­sten Kreise, sowie Theilnahme an Allem und Freude über Alles zu empfinden, was um sie vorging.

Einige Stunden waren bereis vergangen und die Marquise hatte noch immer ven Grasen von Foinvcrt nicht gesehen, von dem sie doch wußte, daß er zu den vertrautesten Freunden des Herzogs gehöre. Eben so wenig hatte sie bisher den Herzog selbst bemerkt.

Schon begann sie, sich zu wundern, daß sie keinen der beiden Männer ansichtig werde, als dicht neben ihr leise ihr Name ausgesprochen wurde. Sie wandle sich und erblickte den Herzog von Orleanö selbst.