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Hersfelder Anzeiger.

£h<W Hersfeld/ den 7. Februar. 185?

DerHersfelder Anzeiger" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. Preis desselben bei der Erpevition (Neumarkt No. 587) pro Quartal 7 Sgr. 6 Hllr.; bei den Postanstalten kommt der übliche Postaufschlag hinzu. Anzeigen aller Art werden ausgenommen und^die Zeile oder deren Raum mit 8 Heller, bei Wiederholungen mit 6 Heller berechnet.

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Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:

den Kurfürstlichen BundeStags-Gesandten, Kammerherrn und Legationsrath Freiherr» Philipp von Dörnberg zu Frank­furt a. M. zum 'Geheimen LegationSralb zu ernennen,

dem Ober-Bauralh Barghardt Riß zu Kassel, mrer Be- lassung als Mitglied der Ober.Bau-Commission die Stelle einer Referenten für das Domanial-Landbauwesen bei der Oderfinanz­kammer zu übertragen, ,

den Forstinspections-Accessisten Otto von Vultee zu Gu- densberg zum Nevierwrstcr der Forstreviers Niederbeisheim,

deu Forstaufseher Gotthardi Denner zu Schwarzbach zum Reviersörstcr des Forstreviers Steinbach, und

den Regierungs-Kanzlisten Zohaun Philipp Andreas Born zu Fulda zum Probater bei der Ober-Finanzkammer provisorisch zu ernennen,

dem Polizci-Jnspector Daube zu Cassel das Prädikat »Po- lkzerratb- zu Wirthen,

den Unterfaktor bei der Hof^ulid' Waisenbaus-Luchdruckerei Andreas Ludolph Grethmann zum Vorstand derselben mit dem Titel »Faktor» zu ernennen,

den ObergerichtS Referendar Wilhelm Koch in Kassel zum AmtS-Asteffor bei dem Justizamte I. in Marburg zu bestellen.

Das gespenstige MferH

Es war im Jahre 1786, als sich die Begebenheit zutrug, welche wir hier zu erzählen gedenken, und die noch immer nicht von den Bewohnern der Gegend, in welcher daS Schloß Beauvoisin stand, vergessen ist.

Dieses Schloß Beauvoisin lag etwa fünf Viertel­stunden von Paris, und zwar etwas seitwärts der nach St. Germain führenden Straße. In dem genannten Jahre befand itcb das Schloß noch in demwortrefflichsten Zustande und wurde, mit Ausnahme von einem ober zwei Monate im Sommer oder Herbst, das ganze Jahr hindurch bewohnt. Die großen Gartenanlagen, von de­nen die Gebäude umgeben waren, erschienen im untabel- hasieften Geschmacke angelegt und wurden mit lorgfälliq- ster Aufmerksamkeit unterhalten.

Die Marquise von Beauvoisin war schön, reich, noch jung, aber schon seit drei Jahren Wittwe und schwärme­rischen Neigungen ergeben. Einsame Wanderungen in den Umgebungen ihres Schlosses waren ihr höchster Ge­mäß und oft saß sie in heiteren Monb'chrini ächten, bis lange nach Mitternacht an dem Fenster ihres Zimmers und schaute in die stille Landschaft hinaus.

Auch war es ü>e Marquise,. welche zuerst die Er­scheinung des gespenstigen Rosses- bemeikte. Es war ein wundervoller Abend in jener schönen Zeil des Jah­res, welche den Ueoergang des Frühlings zum Sommer bildet. Ein milder Thau sammelte sich an den niederen Gewächsen, der Mond goß iem volles Licht, über das Schloß und dessen Umgebungen aus und der Sterns zahlloses Herr schaute freundlich zur Erde nieder.

Die Maiquise saß ihrer Gewohnhei! gemäß am Fenster und ließ ihren Blick üoe< de. Part schürfen dessen dichtgedrängte, mebrlmnowjdbrigi, jetzt von einem Silber!,chte gleich'am verklärte Bäume ihrem Schlosse Schönheit und Würde verliehen.

Plötzlich schrak sie zusammen, denn ein Etwas be­wegte sich mit wunderbarer Schnell-gk.n durch eine Gasse welche, aus einer Seue chie Garten des Schusses ber^h- rend , von der Pariser S-raße ab nach der tanollchen

^'^»heit führte, in der Beauvsistn" lag. Das

Etwas gewann bald deuiliwe-e Umrisse und die Marqunc erkannte ein großes Toter, welches mit unbegreiflicher Schnelligkeit in der Gaue vab,n

<**> *W »«r, »: ÄVÄ Augen nicht getauscht i^roe, .so vermochte - -m das leitest- Geräusch zu vernehmen. M 4,1

Die Marquise erhob ihr Augenglas und konnte nicht langer zweifeln, daß der Gegenstand ihres Schreckens ein großes schwarzes Pferd sei. Dasselbe war 3 S trus aber keinen Reiter; - ras Seltsamste aber war ^^'n a'^ "^ der Boden trocken und hart und die Nacht tief still war, sie dennoch auch nicht oaa kmfte Geräusch mochtet" ^"^^'^sten. des Pferdes-zu Vernehmen veS

Die Marquise stieß einen lauten Schrei des Schrek-