Hers selber Anzeiger.
Nv. 9* Hxrsfeld, den 31. Januar. 1§5>>
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Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:
dem Negierungsratb Schreck, zweiten Amtsgebülfen des Genrral.ZnspeciorS des Thüringischen Zoll- und Handelsvereins, zu Erfurt, die erbetene Erlaubniß zur Annabnie und zum Tragen des von Ihren Hoheiten den regierenden Heringen von Sachsen.Ernestiniswcr Linie demselben verliehenen Ritterkreuzes des Sachsen-Ernestinischen HauSordenS zu ertheilen.
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Winter.
Erzählung von S —v —t.
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Enttäuschung.
(Schluß.)
Mutier und Tochter Hallen mit ängstlicher Spannung dem Ende der Verhandlung entgegen geharrt.
Ohne ein Wort zu lagen, sank er in Rickchen's Arme und Beide vermochten lange Zeit, vor Thränen und Schluchzen, kein Wort hervorzubringen.
»Kinder," sagte die würdige Mutter. „Macht Euch einander nicht das Herz schwer! Ein Jahr oder ein paar find bald herum. Der gütige Gott im Himmel, der kein Würmchen verläßt, das auf dem Erdboden kriecht, wird auch Euch nicht verlassen ......
«Q gute, theure Mutter," sagte Heinrich zur Mül- lerin, die ja auch seine Pflegemutter war. „Ist jede Hoffnung vergebenes"
»Jede! Ich habe gestern Abend noch Alles versucht, was in meinen Kräften stand. Es war vergeblich. Du mußt wandern, und wenn es auch nur auf acht Tage oder vier Wochen sein sollte. Der Vater hat es sich einmal in den Kopf gesetzt, und der Vater ist, wie Ihr wißt, ein Eisenkopf! Aber tröstet Euch und denkt; Wer weiß, wofür es gut ist. Was Gott thut, das ist wohl- gethan. Und wenn Euch Gott für einander bestimmt
hat, so werdet Ihr Euch dock bekommen und wenn Jahre darüber vergeben ....."
„Nein," sagte Heinrich traurig. „Mich schickt er weg, und ich danke ihm dafür, denn ich brauche es nicht mit anzuseben, wie er seine Tochter an den jungen Amtmann verhandelt. Ich danke ihm dafür, denn das würde mir das Herz gebrochen und mich gleichfalls in die weite Welt getrieben ....."
„Nie! nie!" rief jetzt Rickchen, die- bis jetzt noch kein Moit gesprochen hatte, in der heftigsten Aufregung. „Niemals werde ich dem Amtmanne angehören! nie« mals, niemals werde ich Dir, Heinrich, untreu werden ....."
„Still!..... Beruhigt Euch, Kinder!.... Ich höre den Vater!.... Gehl!.... Hier Heinrich, nimm das! Ich hatte eS für mein Begräbniß gespart!.... Reffe mit Gott!...."
Während die gute Müllerin dem jungen Manne ein Packet mit Cassenscheinen in die Hand drückte das beinahe hundert Thaler enthielt, schob sie ihn mit sammt ihrer Tochter zur Hausthüre hinaus, Die sie dann hinter Beiden schloß.
Der Mühlenmeister Schröder war ruhig an seinem Schreibpulte sitzen geblieben uno befd>ä ngle sich mit Rechnungen, als wenn gar nich-S vorgefallen wäre.
Nach einiger Zeit aber [tone er auf uno schoö seinen Lehnsessel an das Fenster.
Unruhig bhefte er durch die Scheiben, als wenn er Jemand erwartet hätte.
(Seine Ungeduld wuchs dann mit jedem Augenblicke.
»Wo sie nur bleiben!" sagte er. „Ich glaube die Kinder kommen vor lauter Ablchi.vslhrämn gar nicht zum Pastor! Nun, was ich für Schaden davon'habe!... ich kann es abwarien!..... uno...... was ich überhaupt an der bunten Kuh verliere.... ha, ha, ha!»
Doch es währte nicht lange.
Zwei jubelnde Menlchenfeelen kamen das Dorf herunter gezogen, und als sie nur die Fenster Mühle er« erblickten und ein Gesicht dahinter, das das des Mül-