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HerZsclder Anzclger.

MP. 8. Hersfeld, den 28. Januar. 1851>

DerHersfelder Anzeiger" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. Preis desselben bei der Erpevition (Neumarkt No. 587) pro Quartal 7 Sgr. 6 Hllr.; bei den Postanstalten kommt der übliche Postaufschlag hinzu. Anzeigen aller Art werden ausgenommen und.die Zeile oder deren Raum mit 8 Heller, bei Wiederholungen mit 6 Heller berechnet.

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Winter.

Erzählung von Sst.

6. ' i

Wer hatte das gedacht!

(Fortsetzung.)

Natürlich hatte es der sogenannte Graf Buschfeld für das Beste gehalten, so schnell als' möglich nach der Residenz zurückzukehren, um sich und seinen Gewinn in Sicherheit zu bringen. Seine Geliebte, deren Zustand er für viel schlimmer hielt, als es in der Wirklichkeit war, hatte er vorgezogen, für heute ihrem eigenen Schick­sale zu überlassen; hatte jedoch, indem er sich feiest mit tödtlicher Erkrankung entschulden ließ, einen Arzt mit dem zurückkehrenvcn' Wagen nM^-m^A-ntbofe geendet.

Der Arzt fand ihren Zustand keineswegs bedenklich'; eben so wenig den des jungen Amtmannes.

Die Gäste lächelten und flüsterten und fanden es bei dieser dopvellen Verwundung lehr natürlich, daß der Graf Buscbfelv den sie bis jetzt noch immer für ei­nen echten Grafen hielten nicht wieder nach dem Amt­hofe zurückgekehrt sei.

Nachdem der alte Amtmann, der inzwischen ebenfalls wieder zum Vorschein gekommen war, dem Arzte einige Worte gn'ö Qhr geflüstert hatte, verschrieb dieser eine Arznei, welche wahrscheinlich die Schmerzen^ mildern sollte, die durch das in die Haut gedrungene Salz ver­ursacht wurden.

Fraulein Malvoline wartete die Medicin gar nicht ab, sondern verließ mit dem Arzt zugleich und in einem Wagen mit ihm den Amihof, um ihren Antheil am Ge­winne ihres Geliebten nicht zu vertieren und von diesem die Curkosten zahlen zu lassen.

Der junge Amtmann Kettlitz mußte einige Tage das Bett hüien, länger als vierzehn Tage die heftigsten Schmerzen ertragen und behielt dennoch' einige störende Narben auf Wange und Hals zurück, die ihm seinglat­tes Gesicht verdarben!"

Es war ein wahres Glück für den Amtmann und seinen Sohn, daß der Schuß aus viel zu weiter Entfer­nung abgegeben worden war, wo die Ladung schon ihre Kraft verloren hatte.

7. .

Enttäuschung.

Es war am anderen Morgen um 7 Uhr.

Der träge Wintertag begann erst zu erwachen und sich den kalten NebA aus dem Gesichte zu streifen, als der Mühlenmeister Schrader schon angeklnoet tn seinem Lehnstuhke saß, und seinen Beschcider, Heinrich Evel er­wartete, den er halte rufen lassen.

Gleich darauf trat auch Heinrich, bescheiden die Mütze in seiner Hand, in's Zimmer

Er war ein junger Mann von 28 Zahren, mittlerer Größe, kräftigem Körperbau und runotm, vollen Gesicht, auf dem sich ein leichter blonder Backenbart kräuselte. Er sah auS um uns eines ländlichen Ausdrucks zu bedienen wie Milch unv Blut d. h. er hatte eine gesunde und blühende Gesichtsfarbe, wie man sie häufig nur bei Müllern finden kann, da der Mehlstaub die Haut coniervirt ein Geheimniß, das schon Den, allen Rö­merinnen bekannt war, welche um ihren Teint zu ver­schönen, sich veS Nachtö das Gesicht mit Mehlteig be­deckten.

Die ganze Haltung des jungen Mannes zeigte den Ausdruck der Bescheidenheit und Unleiww sägten.

Sie haben mich rufen lassen, Herr Schrader," sagte er.

»Ja, Better," antwortete der Mühlenmeister. «Du kannst nach dem Amte gehen.»

Und was soll ich für Sie ausrichten?"

Für mich nichts; aber Du.....kannst Dir Deinen Paß holen."

Meinen Paß?" fragte Heinrich, und sein Gesicht wurde bleich wie der Tod.

Za, Better. Hier ist Dein Arbeits-Zeugniß. 3$ habe Dir ein gutes Zeugniß ausgestellt, uno nur ge-