Hcrsfeldcr Anzeiger.
^^■^ - ; Hersfeld/ den 14. Januar. 1857.
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Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnäcigst geruhet:
den Escadrons-Thierarzt Roos vom 2. Husaren-Regiment zum 1. (8<ib ) Hussren-Rkgimcnl zu versetzen,
dem Ober-AppcllailonSaerichlS-Präsidenlcn A b ee das Com- mandeurkreuz zweuer Classe des Kurfürglichen Wllpclmsordens zu verleihen.
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Winter.
Erzählung von S — v — t.
(Fortsetzung.)
3.
Der Amt Hof.
DaS Kesseltreiben, an D'em auch eine Dame Theil genommen hatte, war um 3 Uhr Nachmittags beendet gewesen und pamit auch die Jagd für den heutigen Tag.
Ein fürstliches Mittagseffen vereinigte die vornehmen Gäste aus Der Residenz, welche den jungen Amtmann Keltlitz mir ihrem Besuche beehrt hatten, in dem großen Saal^deö AmihofeS.
Schon neigte sich die Sonne ihrem Untergänge zu, und auch die mannigfaltig wechselnden Gänge des reichen Mahles gingen zu Ende; aber desto lauter knallten die Edampaguerptropfen.
Der alte Amtmann Keltlitz war mürrisch von der Tafel aufgestanden.
Vielleicht vermochte er sich, in der feinen Rcsicenj- flefentoast seines Sohnes, weder wohl noch heimlich zu fühlen: vielleicht auch war aus Dem oft gefüllten Weinglase eine Grille in seinen Kopf gestiegen, die setzt alle seine Sinne un» Gedanken umnebelte; oder vielleicht war es Beides zu gleicher Zeit, was Den alten Amtmann i« seinem seltsamen Betragen Veranlassung gab.
Die Gesellschaft ließ sich dadurch jedoch keineswegs stören.
Als der Alte Amtmann fein Zimmer betreten hatte,
gPH?^J«!«U!^ —u m I .............. nahm er die Doppelflinte von der Wand, die er eben auf Der Jagd abgeschossen hatte, und schüttete in jeden Lauf ein ungewöhnlich starke Pulverladung.
Dann ließ er sich durch einen seiner Knechte eine gute Portion Kochsalz aus der Küche bringen, mischte das Salz mit einer doppelten Ladung Vogeldunst, und füllte Damit, indem er sonst ganz wie bei jeder ordentlichen Ladung verfuhr, die beiden Laute seines Gewehres.
„So!" sag-e er dann mit einer gemisst» innern Befriedigung zu sich selber. „Das wird hinreichen, um dem Lümmel sein glattes Gesicht zu verderben! Ich werde ihm zeigen, was es heißt, mir in mein Gehege zu kommen!"
Bei Diesen Worten warf er die Doppelflinte mit der räidselhaften Labung auf die Schulter und schlich sich langsam und vorsichtig omch den Park des ütmrhofcs.
Der alte Keltlitz war ein Wann von 65 Jahren, groß, schlank und hager. Sein rünnrö, ergrautes Haar Drehe nur noch spärlich den Lcheiicl. An seiner graben Haltung und an seinem martialischem Schnurrbart, formte man den ehemaligen Militair erkennen, der als Hauptmann im Iork'schen Coipö Den letzten Feldzug mitgemacht hatte.
An einer Eiche, in der Nähe eines Schleichweges, der durch Den Park führte machte er Halt, indem er sich dort aus Den Anstand, oder — besser gesagt — aus dir Lauer stillte.
Von seinem Standpunkte aus, Der von der Grundmühle nur durch Den See getrennt war, sonnte er grade in die Fenster Deß Müllers blicken, in denen sich sie Abendsonne spiegelte.
Auf dem Amihofe hatte indessen das Gastgelage seinen ungestörten Fortgang.
Unter Den zahlreichen Gästen ragte namentlich ein junger Mann durch seine äußere Erscheinung vorcheühast hervor.
Der junge Keltlitz hatt: ihn seinem Vater als den Grafen Buichfelv vorgestelll.
Und in Der Toat, auf den ersten Anblick mürbe ihn Jeder, wegen seiner schönen Männlichkeit, feiner stolzen