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Wort, werden wir Sie ersuchen müssen, uns mit Ihrem Ehrenwort zu garantiren!"
»Das habe ich bereis gegeben," lautete die Antwort, unv der Oberst schickt sich abermals zum Fortgehen. an.
„Sie werden gefälligst hier verbleiben," nahm von Neuem Hauptmann Petri das Wort, „bis wir wissen, warum Sie sich so gebeimnißvoll verstecken? Wie ich genau weiß, befinden sich alle unsere Gefangenen in Frankfurt.
Die Röthe eines plötzlich aufsteigenden Zorns bedeckte die edlen Züge des fremden Kriegers. Dann, seinen Gegner mit einem Blick des Unwillens messend, sprach er: „Sie sind, wie ich sehe, mein Herr, noch zu jung im Dienste, um die Rücksichten zu kennen, die man bH allen Völkern verwunderen Gefangenen erzeigt. Ich habe nur mit Ihren Vorgesetzten zu schaffen . . ."
„Denen ich Bericht abzustatten verpflichtet bin," fiel Mäsor Radenau etwas hitzig ein.
„Ganz, wie es beliebt, meine Herren," ersetzte der Oberst, „J»r Diener!"
Diese Ruhe, dies kalte stolze Benehmen reizte noch mehr seine Feinde. Unser kleiner Mann vorzüglich wollte fast platzen vor Aerger.
„Es ist Zeit," schrie er, blau vor Zorn, „daß man in einem andern Tone mit Ihnen spricht, mein Herr. Sie werden Ihren Spaziergang nicht weiter forfsetzen, bis Sie uns nichi gesagt haben, wo sie jetzt hingehen, das müssen wie wissen."
„Ah! man sieht wohl," entgegnete ihm der Oberst, „daß der Sieg für die Herren noch eine ungewohnte Sache ist. Ich habe keinen Säbel, mein Herr!"
„Da ist der meine," versetzte Hauptmann Petri, „leihen Sie mir den Ihrigen, Malvr!" Der Oberst machte Miene, die Waffe mit der linken Hand anzunch- men, als Adolf zwischen sie trat und mit Lebhaftigkeit sagte: „Frieden, meine Herren! keine Beleidigung, Kameraden! Würdet Ihr nicht errölhen, gegen einen Feind zu kämpfen, der seinen rechten Arm in der Schlinge trägt? Seht Ihr denn nicht, daß er noch schwach von der erhaltenen Wunde ist? Kann euch der Zorn auf diese Weise blind machen? Wie kann man so das Unglück beleidigen! Noch einmal darum, laßt ab, Kameraden, wer gegen den Herrn zieht, hat es mit mir zu thun!"
Hauptmann Petri war zu sehr im Harnisch, um gleich Vernunft zu hören. „Diese Herren," sprach er, „sind noch nicht an die Rolle der Besiegten gewöhnt, man muß es ihnen lehren. Ich will durchaus wissen, warum sich der Herr so versteckt hält, es ist zu verdächtig, und wir müssen uns vorsehen."
Der Oberst sah ihn mit einem stolzen verächtlichen Blick an, drehte ihm den Rücken zu und setzte seinen Weg ruhig fort, indeß Adolf den kleinen Hauptmann beim Arme zurückhielt.
„Es ist abscheulich," rief dieser au- Leibeskräften,
„laßt mich, Thalheim, ich muß den Unverschämten züchtigen, ich eilt ihm nach!"
„Nein," sagte Adolf mit fester, entschlossener Stimme, „Ihr werdet hier bleiben."
Der Major pflichtete Thalheim bei und man ließ den Oberst ungehindert seinen Weg fortfegen. Man sah denselben nach kurzer Zeit in den Pavillon zurück- kehren, und die schon erwähnte weilte Fahne verschwand augenblicklich an einem der gegenüber liegenden Schloß- fcnsteri
G,raf Walbstein statteten unseren Oeficiercn einen Morgenbesuch ab und bat sie dringend, die Zurückgezo- genheit eines unglücklichen verwundeten Kriegsgefangenen nicht zu belästigen. Man versprach eS. Zugleich luv er sie zum Essen ein. Sie waren Mittags im Salon beisammen, als Anna eintrat. Die Blicke der drei Offi- ciere hafteten mit Bewunderung auf dieser reizenden und etzlen Gestalt.
(Fortsetzung folgt.)
We-mischte S.
In dem schwarzburg-sonderhausischen Dorfe Billeben hat am 7. Ocwber eine Feuersbrunst gewüthet, welche fast drei Vierthelle sämmtlicher Gebäude in Asche gelegt hat. Gegen 4 Uhr Morgens war das Feuer aus- grkommen, und am Abend desselben TageS schlugen die Flammen noch auf der Brandstätte empor. Das Unglück ist um so größer, alS ein großer Theil der Einwohner nicht versichert hat. — Zu der Nacht vom Freitag zum Sonnabend brach auf dem Grundhof bei Satzungen Feuer aus. Mehrere Wirthschaftsgebäube, namentlich auch eine mit Futter vollgesüllie Scheune und ein Theil des Wohnhauses brannten nieder.
Die Pelrikowsky'sche Wollkämmerei zu Albernau im s. Erzgebirge ist am 11. d. gänzlich abgebrannt.
Ein aus dem Eismeer vom Robbenfang zurückkehrender Norwegischer Dreimaster ist an der schottischen Küste mit der ganzen Mannschaft verbrannt.
Ein aus Unglaubliche grenzender Vorfall fand kürzlich in Posen Statt. Einer der reichsten Kaufleute der Stadt, Moritz Krayn, ein Mann, der Hunderttausend kommanbirl und ein glänzendes Haus machte, wurde an» geklagt, einen Flctschergesellcn zur Ableistung eines Mein- erbö verleitet zu habest und zwar wegen eines Objects im Werth von 10 Thir. Vor das Schwurgericht gestellt, wurde derselbe, nachdem über 30 Zeugen waren abgehört worden, für schuldig erklärt unv zu zweijähriger Zuchthausstrafe verurtheilt. Während der Untersuchungshaft soll die Familie des Verarthcilten eine Caution von 30,000 Thlr. geboten haben, wenn man