Einzelbild herunterladen
 

- 137 -

sich mit seinem Tomahawk einem der Weißen, um ihm den tödtlichrn Streich zu geben. In dem Augenblicke fuhr ein blendender Blitzstrahl, dem ein mächtiger Don­nerschlag folgte, über den Häuptern der rotiern Horden hin und zerschellte einen der uralten Bäume, die in der Nähe standen.

In Strömen ergoß sich der Regen herab. Fort­während krachende Donnerschläge, besonders schrecklich in diesen Zonen, erfüllten die 8u|f. — Die Keule entsank den Händen des Indianers. Die empörte Natur machte ihn und seine Genossen beben. —

Fast zu gleicher Zeit brach, schnell und kräftig wie ein Watvstrom eine bewaffnete Schaar aus dem Gebüsch hervor, voran ein Mädchen, in der mir Elisa erkennen. Die Indianer wußten nicht, wie ihnen geschah, als sie so unerwartet und mit solchem Nachdruck angegriffen wurden. Diele hatten gar nicht die Waffen zur Hand, Andere gar nicht Zeit, dieselben ßu ergreifen. Obgleich sich Einige zur Wehr setzten, so war die Verwirrung u • ter ihnen doch so groß geworden, daß sie es für das G - rathenste hielten, ihr Heil in einer schleunigen Flucht zu suchen. Dazu trug der wilde Kampf der Elemente, der noch fortwahrte, nicht wenig bei.

Die wilden Horden hatten das Feld geräumt. Es war bis jetzt wenig Blut geflossen. Nur wer sich wi­dersetzte, wurde ohne Erbarmen dem Tode geweiht. Das erste Geschäft der rettenden Freunde war nun, die Bande ihrer Brüder, die man abermals gefesselt hatte, zu lösen und ihnen Labung durch Speise und Trank, zu bringen.

Da erhob sich ein wildes Gellen; mit Verstärkung kehrten die Indianer zurück. Die Colonisten, die noch beschäftigt waren, ihren Freunden zu helfen, ihre Wunden mtt_ frischem Wasser auszuwaschen und zu verbinden, griffen muthig und schnell wieder zu den Waffen. Ar­nold und Stammann, so schwach sie noch waren, ließen sich nicht abhalten, ihren Befreiern zur Bekämpfung des Feindes behilflich zu sein. toie nahmen Waffen zur Hand und drangen mit Elisa und den Uebrigen muihig vor. Die Wilden schickten ihnen einen Hagel von Pfeilen und Kugeln entgegen und drei oder vier der Colonisten wur­den getödtet und verwundet. Diese drangen nun aber mit verdoppeltem Grimme auf die Indianer ein, schössen ihre Büchsen ab, und ihre wohlgegeziellen Schüsse löbte- ten Viele, und so es gelang es ihnen die Indianer wieder zurückzuschlagen. Da die Colonisten ein gut ge­nährtes Feuer unterhielten und Schrit vor Schritt vor- rückten, so zogen sich die Jndianpr immer mehr zurück und verschwanden endlich ganz in dem Gebüsche.

Welche Freude, welche Genugthuung für Arnold, als Elisa, diese wüthige Jungfrau, die Retterin seines Lebens, wie seiner Unglücksgefährten, ihm nach vollbrach­ter blutiger Arbeit, nach langen Entbehrungen die so nöthige Hülfe, Labung und Linderung brächte. Er ge­stand, daß dies der glücklichste Tag seines Lebens sei.

Viel zum Gelingen der edlen That trug dazu bet, daß die wackern Leute treue, gut abgerichtete Hunve, die

der Spur der Gefangenen folgten, mitgenommen hatten. Welche Freude für manche dieser treuen Thiere, als sie ihre Herren wieder erblickten.

Fast alle der von den Indianern geraubten Habse- ligkeiten hatten die Colonisten ebenfalls wieder gefunden und konnten den Eigenthümern derselben wieder zugestellt werden.

Retter und Gerettete traten nun den Heimweg an, und unangefochten gelangten sig in ihrem Dörfchen an.,

AIs Arnold von seiner Wunde ganz genesen war, wurde ein Fest gefeiert, an dem die ganze Ansiedelung den lebhaftesten und freudigsten Antheil nahm, ses war das die Hochzeitfeier Arnold's und Elika's. «*

Im frohen Gefühle, drohende Gefahren gl cklich Überstunden zu haben und selig in dem Gedanken, daß darin ihre Treue sich so herrlich hewäbrt hatte, verspra­chen sich die jungen Eheleute eine günstige, freundliche Zukunft. —

Vermischtes.

Wer noch alte baiersche Zehngulden Bank­noten vom Jahr $841 liegen hat, mag sie flott machen, denn sie gelten nur noch bis zum 31. August d. J.

In Königsberg haben sich zwei durch den Frie­densschluß zu Fall gekommene Lieferanten in der Ver­zweigung enleibt.

Cölner Fruchthändler haben durch den Abschlag der Getreivepreise, sowie durch Einstellung der Zahlungen von oberrheinischen Spekulanten große Verluste erlitten, und wollen fenerhin dergleichen Geschäfte nicht mehr be­treiben. Die Cölner Bank wird für die Zukunft auf Getreide keine Vorschüsse mehr zahlen. Auch in Frank­reich, im Elsaß, in der Schweiz haben viele Getrei- tehänvler und Fruchtspekulanten empfindliche Verluste durch das den Consumenten sehr erfreuliche Sinken der Fruchtpresse erlitten.

In Paris ist eine Revolution ausgebrochen — jedoch nur auf demWucheamarkl der Abtep St. Germain; die Rebellen waren Gassenjungen, welche sich kürzlich zusam­mengethan und sämmtliche Kuchi nhanbler daselbst ausge- plandert hatten. Auf erhobene Klage steckte die Polizei 10 dieser Bande, die sie eben erwischen konnte ein, was aber die ganze liebe Jugend des Stadttheils so in Al­iarm brächte, daß eS der Polizeimannschast nur mühsam gelang die ©tragen von dem Herbeiströmenven Schwärm von 6 bis 10 jährige Jungen zu säubern. DaS Haupt der Bande ist 9 Jahre alt.