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lichkeit mit meiner Heimgegangenen Braut, daß ich mich uicht wundere, für Augenblicke von meiner alten Krank­heit befallen worden zu sein Ich danke Sir, gutes Mäd­chen, daß Du ein Spiel brachtest! Denn pas ist vas einzige Mittel, durch welches ich wieder geheilt werden kann. Ich danke Dir herzlich! Ich will Euch nun nicht weiter stören und werde Euch verlassen, sobald ich Deine Gefälligkeit belohnt haben werde, mein gutes Kino! Denn ich kann nicht als Dein Schuldner von Dir scheiden. Sprich, womit kann ich Dir an Deinem Ver- lobungstage eine Freude machen?"

Herr General!" Antwortete Marie,die Partie ist noch nicht zu Ende. ete haben sich herabgelassen, mich zu einer Partie Schach einzuladen, und ich habe den Kampf mit dem großen Sieger angenommen. Sie wer­den daher erlauben, daß ich darauf bestehe, ihn nicht aufzugeben bis ich völlig besiegt sein werde."

Herrliches Mädchen! so hab' ich's gerne! Es sei denn: Du bist am Zuge."

Und das Spiel wurde fortgesetzt. Der General nahm eS leicht auf, denn er glaubte nicht, daß das ein­fache Mädchen mit diesem Spiele vertraut sein würde. Doch bald gewahrte er, daß er es mit einer Meisterin zu thun habe, denn er verlor einen Stein nach dem an­dern, so .daß sein König nur noch von einem Thurme und einigen Bauern geschützt war.

Diesen Thurm muß ich um jeden Preis zu decken suchen!" sagte er, indem er einen Bauern vorletzte.

Glauben Sie wirklich," fragte Marie lächelnd, daß ein schwächer Bauer im Stand sei, den starken Thurm zu schützen?"

Warum denn nicht?" sagte Ihr Gegner ^zuversicht­lich.Selbst die geringste Figur kann zuweilen große Dienste leisten, und um die Rettung eines Thurmes darf man sich schon einige Mühe geben."

Wohl ist ein Thurm wichtig genug, um Vieles daran zu setzen. Auch ich kenne einen Thurm, Herr Ge­neral! für dessen Rettung ich ein Wort der Gnade reden möchte."

Gnade? Im Schachspiel giebtes keine Gnade, mein Kind! Das solltest Du, als geübte Spielerin, wissen! Doch was redest Du von der Rettung eines Thurmes? Deine beiden Thürme sind ja gut gedeckt."

Aber ein anderer Thurm ist in Gefahr, Herr Ge­neral!"

Welcher?"

Der feste Thurm des Altpörtel, Herr General! Schenken Sie mir-ihn, ich bitte Sie darum!"

Der General war überrascht. Er gab das Spiel auf, das er doch als verloren ansehen mußte, erhob sich und sagte lächelnd:

Deine Bitte sei Dir gewährt, tapferes Mädchen! Ich schenke Dir den alten Thurm und will sogleich ge­hen, um Gegeltbefehle zu geben, denn meine Ingenieurs sind schon seit-dem frühen Morgen mit Anlegung der

Sprenghöhlen beschäftigt, die bereits mit Pulver gefüllt sein müssen. Laßt Euch nicht weiter stören und leeret ein Glas aus das Wohl Eures Freundes."

Er verließ eiligst das Gemach, und die junge Braut setzte sich wieder zu ihren beglückten Freunden.

(Fortsetzung folgt.)

Vermischtes.

Kassel, 16. März. Seine Hoheit der Prinz Frievrsich von Hessen sind gestern von Dessau hier , angekommen.

Ihre Durchlaucht die Gräfin von Isenburg geborne Prinzessin von Hanau, ist gerstern von Wach- lersbach hier angekammen.

Paris, 16. März. Ihre Majestät bie Kaiserin ist heute Morgan um 3| Uhr mit einem Prinzen glücklich niedergekommen. Ihre Majestät und der Kronprinz be­finden sich so wohl als möglich.

In Potsdam fand dieser Tage ein tragisches Ereig- niß Statt. Der aus Königsberg übrrgrsiedeltc Zahn­arzt Jan sen traf in einem Gasthof. in Begleitung sei­ner Frau und 2 Kindern, von 7 und 11 Jahren, ein. Als am andern Morgen und Mittag die Familie kein Lebenszeichen von sich gab, fiel dies dem Gasthofbesitzer auf, der in Gegenwart eines Polizeibeamten das Zimmer öffnen ließ. Entsetzen ergriff die Einlrclenden, als sie Jansen, feine grau und beiden Kinder entseelt vor sich liegen sahen. Der Unglückliche hatte Frau und Kinder durch Chloroform zuerst gelöstes und neben einander aufs Bett gelegt, dann, auf dem Sopha sitzend, auch seinem Leben ein Ende gemacht. Von Janßen und seiner Frau fand man Briefe, die auf tiefe Seelenleiven, Sorgen rc.. schließen lassen.

Am 5. März brach in London im Conventgarden- Theater, bei einem dort gegebenen Maskenball, eine geu« erSbrunst aus; das Gebäude stand bald ganz in Flam­men. Das Feuer wurde erst entdeckt, als ein Dachbalken mitten auf die Bühne und einem Herrn auf den Fuß fiel, während glühende Asche auf einige der anwesenden Konstablerniedersprühte. Sofort erscholl der RufFeuer" uno die Schaar der Masken verließ in wilvem Getüm­mel eiligst das brennende Haus, während die Flammen hoch in die Lüste emporwirbelten.

Im Goldlande Californien kamen im 1. Vierteljahr 1855 120 Mordthaten vor, im 2. Vierteljahr 99, im 3. 208, im Monat October 62; macht zusammen 489. Durch den Sheriff wurden gehängt 8 Personen, durch den Pöbel 52.