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Draußen war es stockfinster. Der Wind heulte von Westen her.

Um Mitternacht machten sich die zwei Gesellen auf und zogen von bannen. Schreiend uno lärmend stürm- ten sie durch das Dorf, Feuermann mit der^ helllovern- den Fackel voran und fluchend und tobend Schauer ihm nach, hlnastf durch den finstern 8La.lv, vem Holler, einen Hohlweg entlang, der nah' zwar, jedoch au Sümpfen und Morästen vorbei zum ForsthauS führte. Bis an den Morgen will der Nachtwächter ihr Toben, das bald wie Jubel, bald wie Hülferuf klang, durch die Stille der Nacht vernommen haben.

Hm appern Morgen kehrte Fpuermann nicht wie sonst in's Dorf zurück, und als sich Tags darauf eine Gerichls-Coinuflsfion zur Arretirnng des Jägers Schauer in's Forsthaus am Holler begab, fand man ihn nirgends. Wohl aber entdeckte die angeordnete Spähe im Holler, seinen Hut, eine halbverbrannte Fackel re. nebst einzel­nen Fußtritten hin an die unwegsamen Sümpfe. Ihn selbst, wie srinG Feuermann, fand man weder todt noch lebendig mehr. Das Gericht erklärte: sie seien nächtli­cherweise in dem Sumpfe. versunken. So pflegen sie'- aber allemal zu machen. Alles soll ganz natürlich zu- gegangen sein. Alle Leute sagten sich's aber, und auch ich lebe und sterbe darauf: der Gottseibeiuns hat sie MUMWH Schott, wie sie in ihrem Leben freventlich seW- gerhstyscht izyd' verdient, haben.

Seit der Zeit siehet der einsame Wanderer in stil­ler Nacht einen starken Hund mit großen rollenden Au­gen durch die Fluren des Altmühllhals schleichen, aller­wege bemühet, ihn in die Irre zu führen, und die Leute jener Zeit wußten, daß er just so groß und so geformt war, wie Schaucr'S Türk und gerade solche Augen rollte, wie er weiland, wenn er zornig war. Derselbe Wanderer erblickt gemeiniglich nicht weit davon einen feurigen Mann, der bald vor ihm herzieht, bald hinter ihm drein steigt, sich wohl gar cenlnerschwer auf seinen Rücken hockt, so er zu entfliehen sucht.

Deshalb verläßt sich heute noch kein überlegter Mann, der diesen Weg zu machen hat, aqf Die Nacht, unv auch mir, setzte mein Better mit reuigem Gefühle hinzu, guch, mir wär' es nicht passirt, wenn mich nicht der geistliche Herr von Mersach ausgefallen und mir nicht zu snoch einem Gläschen gar zu sehr zugeralhon hätte. Will'S aba in meinen Leben nicht mehr thun.

7 M e r m i f ch t e K.

, Die diesiahrige Typhus-Epidemie in Wien ühlr- fletgG ngch'htin Uriheil der dortigen Aerze, sowohl, an intensiver St.äike als an Ausbreitung, alle vorhergehen­de!'. In der ganzen Stadt betrug KAM der Ty- phuskrcknken in den letzten Tagen 12,000. Schon sind auch rnehrcre Arrzte der Seuche als Opfer gefallen.

Der Käiseb von Oesterrelch hat der Stavl Got ha

ein Geschenk von 2000 fl. und der König von Bayern eins von 1000 fl. mit der Bestimmung gemacht, diesel­ben für den Ausbau der dasigen katholischen Kirche zu verwenden.

In Schweinfurt stürzte sich am 24. v. M. der unverheirathete Apotheker Barienstcin von Popenhausen unterhalb der Brücke, nachdem er Hut und Paletot weg- geworjen, unter den Augen von Hunderten von Men­schen in den Main. Dort beschäftigte Schiffer eilten sogleich zur Rettung herbei, zogen ihn' heraus und woll­ten anS Land fahren, als Bartenstein aus dem Kahn nochmals ins Wasser sprang, von den kräftigen Schiffern aber wieder herausgezogen und ans Land gebracht wurde. Zum dritten Mal versuchte er den ihn' Führenden zu entwischen, was ihm aber nicht gelang, und er wurde darauf ins Spital geliefert Eine Ursache der verzwei­felten Handlung dieies noch jungen, und dort, wo er lange Zeit conditionirte, sehr geachteten Mannes kennt man nicht.

In diesen Tagen schlicht sich in Fankfstrt a. $lg£ in einer telegraphischen Depesche auf der Lele^rapyeiM-.. tiön ein Schresdrehler ein, der sehr kostspielig werden" kann. Das Haus O.„....m. in Cöln telegraphirke, als es frühzeitig die Friedensnachricht vernahm, nach Frank­furt, man möge auf seine -Rechnung bedeutende Ein­käufe von bitter|eil Papieren machen. Es wurde indeß statt „einkaufen" beim Abfertigen der Depesche „ver« kaufen" geschrieben, so daß Las vasige Haus einen. Ber< tust von ca. 60,000 Thir. hat, wenn es ihm nicht ge­lingt auf dem Rechtswege, einen .Schadenersatz oder ein# . Annullanon der Berkäufer zu erzielen. j„„

Bei einem Brande der Eckhard'schen Fabrik zu Gro- ' ßenhain hat sich. piesep Tage die Bedachung mit Stefn-- pappe als ausgezeichnet bewährt, indem diese.Art Dg7 eher so lange rsiverstanv leisteten, bis Alles Innere ver-. brannt war, und als sie dannzusammenstürzten, wardie' Gluth nicht mehr bedeutend genug, um den Nachbarge-. bäuven gefährlich zu werden.

In' Spanien und Portugal haben starke lang anhal­tende Regengüsse und große Uebcrschwcmmungcn weit­hin arge 'Verwüstungen angerichtet. Auch Erdstöße wur­den verspürt. _

Am vergangenen Sonntag brach in W ei senau bet Mainz in der Wagenschmier- unv Camphin-Fabrik des Hrn. Trcine ein starkes Feuer aus. In Jtzehoe ist die großartige durch Dampf betriebene Zuckerfabrjck von Chr. dc Voß abgebrannt.

Ein Einwohner der holländischen Stadt Saddam ist. neulich einem Zündhölzchen zum Opfer gefallen, Als er sich nämlich eine Cigarre anzüuvetc, spritzte ihm et­was Phosphor ins Gesicht und zwar gerade an eine Stelle, wo sich die Absonderung j>er Haulschärfe eine kleine Dünung gemacht. Die Stelle vergrößerte sich rasch zur brennenden Wunde, das Gesicht schmoll än i unv schon nach Verlauf einiger Stunden starb der Un­glückliche unter den unsäglichsten Schmerzen.