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n.
Einsam an der Brücke Rande Lehnt ein Knab' aus fremden Lande, Blickt mit heißer Sehnsuchtglüth In des Wassers trübe Fluch.
Träumend sieht er vor sich nieder, Singet leis der Heimath Lieder, Seine Wang' ist bleich und todt, Und verblüht der Jugend Roth.
Keinem, Keinem kann rr's sagen, Muß allein den Kummer tragen, Einsam, freundlos, krank und matt In der großen Seinestadl.
Und mit heißen Herzensschlägen Denkt er an des VaterS Segen, Und der bleichen Mutter Bild Leuchtet durch die Dämmrung mild.
Fremdling, Fremdling, das ist Heimweh, Heißes, glühendheißes Heimweh, Das des Lebens Mark verzehrt Und der Jugend Roth verheert.
Wird kein Herz für Dich sich regen? Keine Hand Dich liebend pflegen? Nur der Seine trübe Fluth Kühlt der Stirne heiße Gluth.
III.
An des Kirchhofs dunkler Mauer Liegt ein Grab in stummer Trauer, Ohne Blumen, Kreuz und Stein Zwischen bunter Gräber Reih'n.
Ruhe in dem armen Grabe Fand der Savoyarvenknabe, Schloß die Augen schlummermatt In der großen Seinestadt.
Schwalben um die Häuser ziehen Unv die Mandeln röthltch blühen, Oft den Wiesenpfad entlang Schaut die Mutter sehnsuchtbang.
Und der Vater betet leise:
' „Käm' mein Sohn doch von der Reise!" Vater, Mutter trauern schwer Doch der Sohn kehrt nimmer mehr.
Vermischter.
^ Auf der Station Paderborn ist in der Nacht vom 10—11. b. M. das Werkstattgebäude abgebrannt; unter den milverbrannteN Gegenständen befanden sich 2 Locomotiven und 14 Wagen; der Schaden wird auf 80,000 Thlr. angegeben.
Die griechische Regierung beginnt jetzt, dem Räuberunwesen mit Kraft entgegenzutreten. Es wurden 16 mobile Kolonnen errichtet, im Ganzen 1300 Mann; Gendarmerie und reguläre Infanterie, welche die Räuber unablässig verfolgen sollen.
Im Mcininger Regierungsblatt macht eine Wittwe bekannt, daß Alle, welche noch mit ihrem seligen Mann in Verbindung ständen, solches gellend machen sollten, da sie sonst für nichts stehen könne.
Professor Hyrtl in Wien wurde neulich von seiner Katze gekratzt. Er achtete nicht darauf und seccirte einen Leichnam; dabei kam Gift in die frische Wunde und trieb den Arm so auf, daß er abgenommen werden mußte.
KS* Es sind falsche Schwarzburg - Sendet shausische Fünfthalerscheine in Umlauf. Die Unterscheidungszeichen von den ächten sind Folgende: 1) Nach den Worten: „fürstlich Schwarzburgische Kassenanweisung" steht bei den ächten Kassenscheinen ein scharfmarkirtes Komma, während bei den falschen Scheinen ein Punkt steht- 2) Der Druck der falschen Scheine ist auffallend matt und bleich, während der der ächten scharf und schwarz ist. 3) Das die Umschrift bildende Wasserzeichen fehlt in den falschen Scheinen und ist in den- selben durch von der Kehrseite des Papiers her eingepreßte Buchstaben zu ersetzen versucht.
(Außerordentliche Zerstreutheit.) Professor X. war -manchesmal sehr zerstreut. AIs er eines Morgens, wie gewöhnlich, ins Collegium gehen wollte, sah es'sehr regnerisch aus, und er nahm daher einen Regenschirm mit sich. Als er sich beim Fortgehen bereits auf dem Hausflur befand, erinnerte er sich, daß er ein Buch, welches er heute benutzen wollte, vergessen habe, und sah sich daher genöthigt, wieder umzukehren um dasselbe zu holen ; den Regenschirm stellte er inzwischen in einen Winkel des Hausflurs. Mit dem Buche zurückgekehrt, nahm er den Schirm und trat aus dem Hause hinaus. Doch mit jedem Schritte, den er auf der Straße weiter ging, kam es ihm vor, als ob alle an ihm Vorübergehenden bei seinem Anblick das Lachen kaum unterdrücken konnten, und eben wollte er einen seiner Bekannten darüber befragen, ob irgend etwas an ihm sich befände, was die,