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Fuß Tiefe und 56 Fuß Weite gemacht, der Boden und die Wände derselben aber mit Stroh ausgefüttert. Auf das Stroh am Boden schüttet man eine dünne Lage Kohlenstaub, GypS oder Asche und füllt dann die an der Luft auf dem Felde nach dem Herausnehmen abgedrockneten Kartoffeln in diese Grube. Ist sie halb­voll gefüllt, so streut man abermals eine Schicht von vorgenanntem Kohlenpulver auf, thut dann wiederum Kartoffeln bis zum Rande der Vertiefung darauf, welche letzte Schicht man nochmals mit Kohlenpulver, GypS oder Asche überstreut, dieses mit Stroh bedeckt und die Grube dann mit Erde vollends verdeckt. Die Erdauf­schüttung formt man kegelförmig und tritt oder schlägt sie fest, sollte jedoch zu starker Frost eintreecn, so bedeckt man die Erde noch mit Laub, Stroh oder Mist. An einer Seite der Grube, am oberen Rande, wird ein Mundloch von 9 Zoll im Quadrat angebracht, wie bei einem Kalkosen; dasselbe bleibt nach der Füllung der Grube offen, so lange es die Witterung erlaubt. Bei drohendem Froste wird es mit Mist fest zugestopft, um die Kälte abzuhalten, bei gelinder Witterung wird es am Tage geöffnet, gegen Abend aber jedes Mal wieder verstopft. Im Frühjahre sobald das Feld zum Kar« loffelpflanzen vorbereilcl ist, wird die Grube oberhalb geöffnet, die Kartoffeln herauSgenommen, die wullstig herauSgetretenen Augen ausgcbrochcn und zu je 3 ©tücf dahin eingelegt, wo sonst.eine Samenkartoffel gelegt worden ist und zwar hinter dem Pfluge unv dann mit demselben auf gewöhnliche Weise mit Erde überdeckt. Die von ihren Keimen befreiten Kartoffeln können, wie gewöhnlich anderweitig verwendet weiden.

Diese Methode bietet noch einen andern unberechen­baren wichtigen Vortheil dar. So lange man nämlich keine. Bürgschaft gegen das Wiedererscheinen der Kar« toffelkrankhcit noch gegen theilwerse Mißernten in man­chen Landstrichen hat, kann es sich leicht ereignen, was schon öfters vorgekommen, daß es in solchen Gegenden geradezu an den nöthigen Saatkartoffeln fehlt oder die­selben nur zu fast unerschwinglichen Preisen zu bekom­men sind, während man in andern Gegenden Ueber« fluß daran hat. Ganze Kartoffeln lassen sich in solchen Fällen nicht zu 100,000 Zentnern ohne große Kosten von einem Lande zum andern transportiren; sind aber, statt der Kartoffeln in natura nur circa 10 pEt. Keime zu verführen, so kommen die Unkosten fast nicht in Be­tracht, da man dann die Kartoffeln selbst nicht zu be­zahlen braucht und der Transport der Keime sehr we­nig ausmacht, Wollte man nun auch nicht auf die Servar'sche Methode reflectiren, so wäre es doch wenig­stens rathsam in den Gegenden, wo diese Früchte gera­then sind und folglich Ueberfluß daran ist, selbe auf vor­genannte Weise in Gruben zu bringen, um entfernte Gegenden, in denen Mangel daran ist, zur Saatzeit mit" Keimaugen aushelfen zu können. Ob dies überhaupt, Angesichts einer zunehmenden allgemeinen!1 Lebensmit­tel-Theurung, welche selbst die höchste Weisheit der

Staatsbehörde rathlos machen kann, nicht namentlich den Kartoffclbrenncrci-Besitzern geradezu gesetzlich zur Pflicht gemacht werden sollte, dürfte wohl zu erwägen sein; jedenfalls wäre dies eine unschuldige Zwangömaß- regel, worüber sich die Besitzer der Brennereien nicht zu beklagen Ursache haben dürften, da der Centner Keime sicher wen mehr abwerfen würde, als sie die eigentlichen Früchte zur Fabrikation von Branntwen zu verwerthen im Stande jetn möchten.

Von einem gewissen Herrn Bartels, Pastor in Al- terkülz wurde gleichzeitig empfohlen, die trockenfaulen Kartoffeln nicht, als unbrauchbar, wegzuwerfen, oder als Viehsulter zu verwenden, sondern selbe als Saatgut zu benutzen, so fern noch irgend ein gesundes Auge daran sei. Diese Empfehlung hatte Anfangs wenig Erfolg, da sich Jedermann sträubte, kranken Samen zu stecken, um gesunde Früchte davon zu erwarten. Um nun auch hierin einige Versuche zu machen, lieferte genannter Herr Bartels eine Probe trockenfauler Kartoffeln, deren ein* zelne Keimstellen kaum noch eine dem bloßen Auge er» kennbare Spur von Leben zeigten. Diese faulen Knol« len wurden zu je 2 in eine Stufe, zwischen Hopfen, An­fangs Mai gesteckt; sie gingen früher auf, als die gleich­zeitig gepflanzten guten Kartoffeln, entwickelten kräftiges Kraul, blühten regelmäßig unv setzten zum Theil auch Samen an. Leider wurde der größere Theil dieser Kar­toffelstöcke gestohlen; nur drei Pflanzen blieben unangetastet und diese gaben beim Ausgraben um die Mitte Sep­tember drei gehäufte tiefe Teller voll gesunder Knollen von der Größe eines starken Hühnereies,' nachdem ohnge- fähr f des Inhalts einer Stufe als naßfaui daran ent» fernt worden war. Hieraus geht unzweifelhaft hervor, daß dergleichen faule Kartoffeln, sobald nur noch ein lebendes Auge daran ist, die Kraft haben, gesunde Knol­len zu erzeugen uno deshalb, namentlich in Zeiten des Mangels, nicht weggeworsen werden sollten. Kellerkeime haben, bündelweise oder als Stränge in Rillen gepflanzt, nur kleine Früchte, diese aber in bedeutender Stenge ge­trieben; Die stärkste hatte die Größe einer Baumnuß.

Wir fügen hier noch eine gemachte Bemerkung über Kartoffclpflanzcn bei. In einem Garten waren die Frühkartoffeln durch nasse Fäule zu § zerstört worden. Wo aber ein Stock unter einem Odstbaumc stand, war sein ganzer Knolleninhalt völlig gesund geblieben. Ein Stock, Der zu nahe am Wege stanv, war stark niederge- treten worden, so daß es Mühe kostete, den festgctretenen Boden aufzugraben. Während die ganze Fläche der Karloffelpflanzen nur kleine und spärliche Früchte gab, enthielt dieser L>tock drei Knollen, von Denen einer 26 der zweite 18 unv Der dritte 16 Loth schwer war.