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Hersfeldcr A nzelger.

#*♦ Hersfeld, den 16. Januar. 185«.

Der »$er«selber Anzeiger« erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabend«. — Prei« desselben bei der Crpe dition (Neumarkt No. 587) pro Quartal 7 Sgr. 6 Hllr.; bei den Postanstalten kommt der übliche Postaufschlag hinzu. — Anzeige« aller Art »erden ausgenommen web die Zeile »der deren Raum mit 8 Heller, bei Wiederholungen mit 6 Hllr. berechnet.

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Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:

den Obersten von Kaltenborn, Commandeur des 3. Infanterie-Regiments, zum Vorstände des Kriegsministeriums, und den Geheime Justizrath Rohde zum Staatsrath und zum Vorstand des Justiz-MinisteriumS zu ernennen,

den Obersten von Kaltenborn von der Stelle eines Mitgliedes des General-Auditorals zu entbinden, und dagegen den Oberstlieutenant von Baumbach, Commandeur des Leibgarde-Regiments, zum Mitglied des General- Auditor««- zu ernennen,

den Forstinspector Forstmeister von Eschstruth zu Rinteln tu gleicher Eiatuschast zur Forstinspection Hersfeld zu versehen, dem Großherzoglich Hessischen Direktor des Haus- und Staats-ArchivS Baur das Ritterkreuz des KurfürstlichenWil- Helmsordens zu verleihen,

dem Schuhmachermeister Johann Bernhard Bräutigam zu Cassel, das Prädikat „Hof-Schuhmachermeister« zu ertheilen, dem Königlichen Preußischen Ober-Consistorialraihe und or- deutlichen Professor der Rechte Dr. Richter das Rüterkreuz des Kurfürstliche» Wilhrlmsordens zu verleihen.

Egg-«.

Original. Novelle von Albert Witt stock.

<Au« dem Jllustrirtrn Familien-Journal abzedruckt.)

(Schluß.)

»Es ist derselbe, mein geliebter Bruder," sagte ge­rührt der Lieutenant, „höre, wie wunderbar! Als ich zur Erve gesunken war und Hülflos dolag, fühlte ich, daß, Jemand beschäftigt war, mir meine Wunde zu ver­binden. »Aber Herr Hauptmann," sagte er, „o Gott, muß ich Sie hier wiedersehen?! Ich denke, Sie sind in ihrem Vaterlande." Später erst, als ich mich auf dem Wege der Besserung befand, klärte sich die Ver­wechslung auf, welche durch die Aehnlichkeit der GesichtS- züge entstanden war."

«Lebt der Friedrich noch?" fragte Eggen besorgt.

»Ja, er lebt, ich weiß es genau, er wurde als in­valider Unterofficier verabschiedet und befindet sich gegen* «artig in Berlin, um sich einen Posten zu suchen."

»Die gute treue Seele!" sagte ’ Eggen gerührten

Hsrzcns. »Er soll eine gute Stelle erhalten, ich werde dafür sorgen."

»Er verdient es wahrlich," sprach der Lieutenant, „daß ihm nach erkämpften Frieden ein angenehmes Le­ben bereitet wird. Hoffentlich wird uns jetzt dauernder Friede lächeln, denn Napoleon soll uns keinen Schaden mehr thun und die Kämpfe in Italien sind beendet. Es ist Alles zu Gunsten unseres Lanvcs ausgefallen."

„O welches Glück!" jubrlte Eggen, denn der Krieg ist die Geißel des Landes."

Noch lange saßen die Beglückten in der Abendruhe bei einander und erzählten sich ihre Schicksale. Wie traurig unv öve war Alles gewesen, doch setzt sahen sie wiever eine heitere Zukunft vor sich.

„O, welche Freude ist uns bereitet!" jauchzte Eggen. „Dank sei dem. Herrn, er hat Alles zum Besten gekeh- ret!" Am anderen Tage schrieb Eggen folgenden Brief an Friedrich:

Mein theurer Freund!

Herzlich hat mich die Nachricht erfreuet, daß Du noch lebst. Ach! ich erfuhr es von meinen Bruder, den ich bei Leipzig fallen sah, der aber dort glücklich wieder aufgekommen ist. Gestern Abend genossen wir die Freude des Wiedersehens, die uns vielleicht nicht bereitet worden wäre, hättest Du nicht alter Kriegskamerad, so wie einst mir, auch meinem Bruder bei seiner Verwun­dung bei Ligny beigestanven. Wir sino Dir großen Dank schuldig.

Der Allmächtige hat meiner Familie große Freuve bereitet, aber mein Glück würde sich dann noch erhöhen, wenn Du bei mir wärest. Du suchst jetzt einen Posten, ich werde Dir einen vorschlagen. Mein Bruver hat sich kürzlich verlobt, seine Braut ist die Erbin eines schönen Rittergutes, welches in der Nähe des mcinigen liegt. Das nun bald jungt Ehepaar will aber in Wie» leben, weil mein Bruder noch fortoienf. Ureer das Gut muß ein tüchtiger Aufseher sein unv Der sollst Du wer­den alter Freund. Rüste Dich dalv zur Siafe hierher, dann können wir uns ja immer sehen. Man sagt, daß die Mächte einen heiligen Bunv zu schließen beabsich­tigen, der sie verpflichten soll, durch Die Banee einer wahren unv unzertrennlichen Freundschaft vereinigt zu bleiben, sich als LaNdsleu«? zu betrachten und in jevem