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persseldcr Anzeiger.

WV4 1O1> Hersfeld/ den 19. December. 18LS

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Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnävigst geruhet:

die erledigte evangelische Pfarrei Langenfchwarz in der Klasse Fulda dem bisherigen Pfarrei-Verweser zu Marjoß Leonhard Westphal aus Windecken zu übertragen, sowie

zur Uebertragung der katholischen Pfarrei Schwarzbach im Landkapitel Margrelenhaun an den Pfarrer Heinrich G r o ß zu Burghaun die allerhöchstlandesherrliche Genehmigung zu ertheilen

Die ewige SSratit von Landes.

Erzählung von

Adolph Görling.

(Fortsetzung.)

Um des Heilands willen!" rief Margaretha ent­setzt,was sind das für Worte."

Wahre gutgemeinte Worte. Ich bin alt zwar, vierzig Jahr, uno Ihr seid jung; aber Ihr habt einen Beschützer nöthig, der gleich mir, Euch den Grafen von Tyrot, den Bischof und den deutschen Kaiser selbst vom Halse halten kann. Als Dienstmann des Bischofs kann ich gar Nichts für Euch thun; ich kann nur gehorchen. Ihr müßt mich helralhen und das Andere wird sich bald, vielleicht in einer Stunde schon finden. Ihr habt gar nicht nöthig, mich besonders lieb zu haben, wenn Ihr doch nicht selbst es wollt; aber heiraiyen müßt Ihr mich, und das noch in dieser Stunde, oder nie Burg Landeck geht verloren und Ihr, Büschen ebenfalls."

3$ Margaretha war nahe daran in Ohnmacht zu sin­ken. Sie ließ sich, fast fassungslos über diese Eröffnun­gen Ihres Gastes, kraftlos aus die lange Eichenbankvor dem Tische nieder und schlug die gefalteten Hände vor die Brust.

Nach einer kurzen Pause, während welcher sie nach Athem rang, fagic sie:

Better! Ihr sagt, uns droht hier Unglück, ein UeberfaU! Ich verlange von Euch, daß Ihr mich von unserer Gefahr näher unterrichtet ... Es ist Verwand­ten-, ja Christenpflicht .. .*

Eine schöne Pflicht, das werdet Ihr bald einsehen lernen,"- murmelte der Obrist.

Ihr wollt nicht. Nun, so sage Ich Euch, daß wir uns zu verwahren wissen werden, wie Landecker, und daß es ganz unziemlich ist, eine Edeljungfrau gleich einem losen Weibsbiloe zu behandeln und ibm anzumu- then, sich mit einem Manne, dem sie nie in Freundschaft und Minne zugethan gewesen, ohne Weiteres zu hei- rathen.,,

Ist das Euer letztes Wort? Getraut Ihr Euch, den Schroffenstein von Landeck zurückzuwerfen, wenn er dreihundert Jnnthaler, den Nellenburger mit zehn Fähn­lein Reißigen und Fußknechten und zu guter Letzt mich mit den Mannen des Bischofs von Innsbruck mirbringk? Bedenkt Euch wohl!"

«Großer Himmel! Aber was habe ich denn dem Herrn von Nellenburg Uebels gethan und dem hochwur- digsten Bischof Clemens, daß sie mich vernichten wollen?" rief Margarethe mit Thränen.

Das werdet Ihr früh genug erfahren, wenn Ihr mich heirathet, sonst aber zu spät!" sagte Hans von Zill düster.Noch Eins, wollt Ihr mir'zehntausend Mark löihigen Silbers dar wägen und Eure Güter und Eure Ehre für die Bezahlung zum Pfande sehen, so werde ich dennoch Euch schützen, trotz allen Priestern der Welt und ihren Bannbullen. Ich bleibe hier und lasse mir den Helm absetzen und von Heirathen soll dann keine Rede mehr sein."

Zehntausend Mark Silber! Hat Jemand in der Welt gehört, daß ganz Tyrol im Stande ist, eine so undenkbare Summe zu zahlen?" rief Margarethe, welche dem Habsüchtigen gegenüber aus Stolz und empörten Gefühl ihre ganze Energie wiedergewann.Nein, Du bist nicht ein'Vetter von den Lanvecks; Du bist weiter nichts, als ein elender Söldling, dem für Geld Alles feil ist. Laßt kommen, wer kömmt ; ich bin gen oft; die Mauern von Landeck sind nicht aus Häckerling ausgebaut."

Sie helfen Euch noch weniger als Häckertingmau- ern!" erwiederte Hans von Zill, grüßte, verliest das Gemach und schwang sich draußen aus fein Roß, um im