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Hersseldcr Anzeiger.

Ax. NN. Hersfeld/ den 12. December. 1S55*

, Miitwocks unb Sonnabend-. Preis besserten bei bet §5pk-

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Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:

dem Königlich Preußischen Secondlieutenant und RegimentS- Ndjutanten im Königlich Preußische« 11. Infanterie-Regimen,, Wiedner, den Kurfürstlichen Withelmsorden vierter Classe zu verleihen,

"^drm Hauptmann Kleyensteuber im zweiten Infanterie. Regiment «.Landgraf Wilhelm),

dem Betriebs-Jnspector bei der Main-Weserbahn, Rudo lph

in Cassel, und

dem Kurfürstlichen Consul Blepmüller zu Paris die von den- selben nachgesuchte Erlaubniß zur Annabme und zum Tragen des ihnen von des Großherzogs von Hessen Königlicher Hoheit verliehenen Ritterkreuzes des Großherzogüchcn Ordens Philipps des Großmüthigen, zu ertheilen,

den außerordentlichen Criminalgerichts-Assessor bei dem Cri. minalgericht in Cassel, Carl Laudenbach, zum ordentlichen Criminalgerichts-Assessor daselbst zu bestellen,

die erledigte evangelische Pfarrei zu Burgbaun in der Klasse Fulda dem bisherigen Pfarrerverweser Georg Wilhelm Fuß aus Fulda zu übertragen,

zur Beseyung drr katholischen Pfarrei Großenbach im Land- kapitel Hünseld, durch den Pfarrer Christoph Naumann zu Margreienhaun

sowie der dadurch in Erledigung kommenden katholischen Pfarrei Margreienhaun im Landkapitel gleichen Namens durch den Domeaplan Johann Adam Renzel zu Fulda die allerhöchst- landesherrliche Genehmigung zu ertheilen,

den Referendar Ernst von Eschwege provisorisch zum Oberfinanz-Assessor und Referenten in der Abtheilung des Fi- uanzministeriums für die Domänen, und

den Auecultanttn bei der Forstmspcction Habichtswald, Wil­helm von Bardeleden, zum Forstjunker zu ernennen.

Die ewige Braut von Lan-erk.

Erzählung von Adolph Görling.

Als eins der festesten der Bergschlösser Tyrols prangte zu der Zeit, als Philipp von Oesterreich mit Richard Löwenherz von England mit ten Sarazenen um das Heilige Grab kämpslen, die Burg Landeck im Jnnthale. Ein schanzenförmiger Zug von niederen Bergen endigt mit einer kuppelartigen Erhebung, wo sich die beiden Straßen über das Wormser Joch scheiden und der Finstermünzpaß nach Innsbruck und Bregenz

führt. Hier auf der höchsten Spitze der Curve des Berges erhoben sich.die Quadersteinmauern des Sitzes der edlen Herren von Landeck unv mächtige Thürme zu Schutz und Trutz streckten ihre Zinnen Notzig empor. Landeck war ein großes Steinbollwerk, das seiner Festig­keit sicher, außer den Thürmen und Mauern auch die obern Stockwerke und steinernen, seltsam verzierten Gie­beldächer der Ritterwohnungen sehen ließ. Der Anblick der Burg ward hierdurch imposant; man schaute zu ei­nem festen Bergschlosse und nicht zu einer jener adeligen Dachshöhlen empor, die damals auf fast allen Felsenstir- neu sich erhoben, von denen herab das Auge einen wei­ten Umkreis der Gegend zu beherrschen vermochte.

Bon einem Haufen Hütten am Fuße des Burgber­ges, in denen die in der Burg nicht fortwährend noth­wendigen Gutsleute der Landecks wohnten, führte ein mit mehreren starken Schlagbäumen gesperrter schmaler Pfav zu dem vordersten der drei gewaltigen Thürme. Der Thurm stand gerade in dem Pfade und man mußte sich seitwärts wenden, um zu der Pforte zu gelangen, die der Thurm vertheidigte. Diese Pforte war vollkom­men hoch genug, für einen Mann zu Pferde und führte durch ein langes Gewölbe, das von oben mehrfach durch Fallgatter von Schmiedeeisen-Stangen versperrt werden konnie, in die äußere Burg.

Hier war ringsum innerhalb der äußern Mauer eine an der breitesten Stelle gegen fünfundzwanzig Schritt breiter Raum von unregelmäßiger Form der nach dem Mittelpunkt der Burg hin durch einen tiefen und steilen Graben begrenzt wurde. Der breiteste Raum von fast hufeisenförmiger Gestalt befand sich der äußern Pforte gegenüber. Hier furnierten und tummelten sich die wehr­haften Mannen, hier war die meiste Mannschaft versam­melt, wenn dem Bergschlosse Gefahr drohte. Die Woh­nungen der Knappen lagen gleich niedern Steinbaracken in einer Reihe an die äußere Mauer gelehnt. Die Dä­cher waren platt und dienten dazu, die Mannschaft hin­ter den Mauerzinnen aufzunehmen, wenn ein Feind die Burg bedrängte. Fast kein Eingänge gegenüber war eine feste Zugbrücke über den Graben gespannt und man passirte den zweiten Eingang, den abermals ein vierecki­ger Tvurm vertheidigte, dessen Thüre dreißig Fuß über dem Boden war. Eine starke hohe Mauer faßte ten in­nern Rand deS Grabens ein und auf demselben waren