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rüber ist, ist Sünde." Ihre einfache Lebensweise muß Jedermann für sie einnehmen, wie sehr er auch in sei­ner Ansicht über Religion von der ihrigen abweichen mag. Sie empfangen Fremde mit der größten Herzlich­keit und behandeln sie mit Gastfreundschaft. Der untere Stock des Hauses von jeder Familie ist für ihre Gaste bestimmt, und einer von den Brüvern bedient sie.

Man hat hier eine gute Gelegenheit, ihre Religion und Gebräuche kennen zu lernen, da sie stets bereit sind, Auskunft darüber zu ertheilen. Sie haben hier berühmte Gäste aus allen Theilen der Welt empfangen, die zum Theil erstaunt waren über den Fortgang dieser blühen­den Kolonie. Doch muß ich hier bemerken, daß sie es nicht besonders gern sehen, wenn man sie blos aus Neu- gierve besucht. Sie leben, was Nahrung anbetrifft, gut. Ihr Tisch ist mit den schönsten Produkten ihrer Gärten und Felder gefüllt; die Speisen sind mit der größten Reinlichkeit unv Akkuratesse zubereitel. Die delikatesten Kuchen und Früchte bilden ihren Nachtisch.

Mn den Herbst.

Dich kümmern nicht des Jubels laute Kreise,

Du welker Sohn der herrlichen Namr; Drum will ich nicht nach muntrer Saiyrweise Dich grüßen auf der adgcstorb'nen Flur. Des fiesen Ernstes mahnende Gestalten Kannst du nur vor des Forschers Blick entfalten.

Des Haines Sänger ziehen bald von hinnen, Wenn deine Fäcen, wie zum Grabgewand, Sich um die abgeblühten Lauben spinnen, Unv suchen eilig sich ein wärm'res Land; So fliehen in der düstern Zeit der Schmerzen Der Freunde Schaaren oft von unsern Herzen.

Die blüh'nde Welt erbleicht vor deinem Wehen, Durch fahle Blätter glänzt Die reife Frucht; So muß der Wangen zartes Roth vergehen Hicnieden in der Zeiten rascher Flucht; Wie auch die Kunst aus ihren Zaubers chaalen Das welke Leben jugendlich will malen.

Daß sich das Leben still im Tode bilde, In stürmisch, grauenvoller Wmlcrnacht; Wiegst du in festen Schlummer die Gefilde, Bis'lebensvoll die Welt im Lenz erwacht; So will auch uns für all des Lebens Stürmen Der Tod mit seinem Friedensschlummer schirmen.

Vermischtes.

Mehrere Blätter berichten von der Entdeckung einer förmlich organisirten Diebsbanve auf der niederschle-

sichmärkischen Eisenbahn, welche die auf der Bahn ge» henden Fracht- und Passagier-Güter bestohlen haben. ES sollen 16 Personen verhaftet sein.

Bor acht Tagen war London von einem solchen Nebel heimgesucht, daß die Dampfschiffe auf der Themse ihre Fahrten cinstcUen mußten und 2 Eisenbahnzüge auf­einander stießen. In den Docks kamen 5 Personen um, die ihren Weg verfehlten unv in's Wasser geriethen. Die Straßenviebe machten dagegen vortreffliche Geschäfte,

Der Erdbeben bezirk im Canton Wallis hat abermals neue Heimsuchungen zu erdulden gehabt. Nach einem Schreiben aus Raron rutschte in der Nacht vom 12. auf den 13. auf dem westlichen Abhänge des Unter» bachbergs eine Waldstecke von etwa 1000 Klaftern in den Mühlbach unv wälzte sich unter donnerähnlichem Getöse ins Thal hinab. Alle Brücken und Stege von Mühlen unv zwei andere Gebäuve wurden weggerissen und 2 Häuser iheilweise verschüttet. »Man denke sich", sagt dieses Schreiben,den Zustand der armen Be­wohner ! Die Erve zitterte während einer Stunde wie beim Erdbeben in der finstern Nacht, das schreckliche Wüthen unv Toben, ringsum Wasser, Holz und Steine, die mit Krachen an die Häuser schlugen es war ein furchtbarer Zustanv! Glücklicher Weise hielten die mei­sten Wohnungen fest, die Lebensmittel ver armen Leute aber liegen so in den Kellern unter hohem Schlamm und ihre Wiesen unv Felver hat Sand und Steine be­graben."

Amtliche Bekanntmachungen.

Dem Wirth Peritz Dellevie dahier ist am 27. d. M eine Gans mit grauen Federn abhanven gekommen.

Wer über dieselbe Auskunft zu geben vermag, wird dazu hiermit aufgefordert.

Hersfelv, am 29. November 1855.

Kurfürst!. Landrathöamt. Muffarth.

Auf dem Weg von Heringen nach Lengers ist das Rohr von einer Klistirsprihe gesunden worden.

Der Eigenthümer kann sich zum Empfang desselben beim OrlSvorstanv in Lengers melden.

Hersfelv, am 29. November 1855.

Kurfürst!. Landrathöamt. Stuffarth.

Der unterm 2. d. M. gegen Jakob Hoffmann von Willingshain erlassene Steckbrief wird, als erledigt, zu­rückgezogen.

Hersfelv, am 30. November 1855.

Kurfürst!. Landrathsamt, ^tuffaeth.

Alle Polizeibehörden werden ersucht/auf den hier­unter signalisirten Schneidergeselle Johannes Klee von Dünkelrove, welcher unterm 8, d. M. vom Bürgermei-