persfelder Anzeiger.
Up. N8. Hersfeld/ den 1. December. ISSS*
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Seine Königliche Hoheit der Kurfirst haben allergnädigst geruhet:
dem Kurfürstlichen Hofmarschall a. D. von der Lauten zu Frankfurt a. M. die erbetene Erlaubniß zur Annahme und zum Tragen des demselben von des Regenten von Baden Königliche Hoheit verliehenen Commandeurkreuzes des Zähringer Lö- wen-Ordens zu ertheilen,
den Secondlieutenant Schmidt von der Landgendarmerie zum Premierlieutenant in derselben zu ernennen,
dem Glasermeister Friedrich Wilhelm Schombardt zu Cassel das Prädicat „Hof-Glaser- zu ertheilen,
dem Königlichen Preußischen Rittmeister im Garde.Kürassier- Regiment, Grafen von P e r p o n ch e r - S c d l n i h kp , Adjui anten Seiner Königlichen Hoheit des Prinzen Georg von Preußen, das Ritterkreuz des Kurfürstlichen Wilhelmsordens, und dem Königlich Preußischen Lieuienanl Grafen von Kleist, im Regi- ment Garde du Corps, den Kurfürstlichen Wilhelmsorden vierter Classe zu verleihen.
Bilder aus Amerika^ .
D aS S ch äker-Do rf Neu-Libanon.
(Schluß.)
Das Grundeigenthum der Kolonie Neu-Libanon besteht in 8000 AcreS, die zum Theil im Staate New- Jork, zum Theil über ver Grenze Massachusetts liegen. Der Werth ihres Gesammteigenthumes belauft sich auf etwa eine Million.
Die Verwalter säumen nicht, Ländereien in der Nachbarschaft anzukaufen, wenn solche zu haben sind. Auf diese Weise ist unter vielen der Nachbarn ein Gefühl des Neides gegen sie rege geworden, welches vor einigen Jahren die Gesetzgebung des Staates zu veranlassen suchte, strengere Besteuerungen 'in Bezug auf die Schäker zu erlassen. Diese gingen indeß gar nicht darauf ein, sondern dehnten in richtiger Würdigung des liberalen und toleranten Geistes der Zeit, die Privilegien der Kolonie noch weiter aus als bisher. Aus dem 1850 veröffentlichten Berichte der Gesellschaft, besitzt die Kolonie 50 Pferde, 170 Kühe, 50 Ochsen, 191 Rinder und Kälber, 1081 Schafe — einen Gesammtwerch von 2500 Doll. Produkte verkauft: Mehl für 587 Doll., Leder für 2500 Doll., Gärtnersämereien für 5500 Doll., Heil
pflanzen für 6500 Doll., Besen für 4850 Doll., Stühle für 2050 Doll., Hüte von Palmblättern, Körbe u. s. w. für 1300 Doll. Dieses nebst dem Ertrag für verkauftes Obst rc. stellt das Einkommen der Kolonie auf etwa 40,000 Doll. Nach der regelmäßigen Organisation und den sie begleitenden Umständen zu rechnen sollte man glauben, daß der Ertrag größer sein könnte, aber man muß nicht übersehen, daß die Schäker sich von jeder Spekulation fern halten, und ihre^Profite das wirkliche Resultat der Handarbeit sind. Sie gleichen in dieser Beziehung einer Gemeinschaft von Bienen und finden ihre Lust an dem, waS die übrige Welt von Anwendung von Maschinen immer mehr los zu werden sucht, nämlich die Handarbeit. Sie arbeiten nicht gerade hart, aber regelmäßig.
Die Religion oder besser der Glaube der Schäker ist die Basis ihrer Organisation und hält sie als Gesellschaft zusammen. Die verschiedenen Kolonien welche in den Vereinigten Staaten zerstreut sind, haben einen und denselben Glauben. Vor vier Jahren besuchten wir eine Schäkerkolonie im Staate Kentuky. Wir fanden dort dieselben Gebräuche, dieselben Ceremonien, dieselbe Ordnung. Sie glauben, daß Christus ein Geist ist, der zu einem unabhängigen Oroen geistiger Wesen gehört, den sie den „Christusorden" nennen, und welcher unter allen geistigen Wesen der Gottheit am nächsten steht. Jesus wär nach ihren Glauben nicht Christus, sondern nur ein guter Mensch, den ein Christusgeist zu seinem Wohnplatze erkoren hatte. Christus machte sein erstes Erscheinen auf Erden in Jesus, sein zweites in Mutier Anna Lee, der Gründerin ihres Glaubens. DaS zweite Erscheinen war nöthig, um das Werk zu vollenden, welches unvollständig war so lange Christus blos im männlichen Oiden auf Erden erschienen. Durch sein Erscheinen in der Gestalt der Anna Lee ward sein Werk vollbracht.
Die Schäker verwerfen die Idee der Erlösung wie manche anderen christlichen Sekten sie auffassen, und behaupten, daß nicht durch den Tod Jesu die Menschen erlöst weiten, sondern daß sie die Sünden ihrer Väter nur dadurch sühnen können, daß sie in seine Kußtapfen treten und ein heiliges, reines Leben fuhren wie er. Die bei anderen Sekten üblichen Gebrauche, wie die Tauft, der Gebrauch der Sakramente rc. finden wir bei