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Np. 94* Hersfeld, den 24. November. 1855>

Der »Hersfelder Anjeiger» erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. Preis desselben bei der Expe­dition (Neumarkt No. 587) pro Quartal 7 Sgr. 6 Hllr.; bei den Postanstalten kommt der übliche Postaufschlag hinzu. Anzeige» aller Art werden ausgenommen und die Zeile oder deren Raum mit 8 Heller, bei Wiederholungen mit 6 Hllr. berechnet.

Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnäd-ast. geruhet:

deL-Hauptman.. Martelleur vom Füsilier-Bataillon zum 3. Infanterie-Regiment, sowie

den Hauptmann von Todenwarth »om 2. Jnfanterie-Re« giment zum Füsilier-Bataillon zu versetzen,

dem außerordentlichen Pfarrer uno Rektor an der Stadt­schule zu Trcpsa Friedrich Bis kam p die erledigte Pfarrei Schwabendorf in der Klasse Rauschenberg zu übertragen,

den Landbaumeister Friedrich Karl Hermann zu Hünfeld in gleicher Eigenschaft nach Wolfbagea zu versetzen,

den Hülsslehrer am Gymnasium zu Kassel Dr. Friedrich Ge­org Karl Groß zum ordentlichen Lehrer an dem gedachten Gym­nasium zu bestallen,

den Expedienten Wilhelm Lynkex, zu Caffel, provisorisch zum Sekretar und Bibliothekar bei der General-Intendantur des Hoftheaters zu ernennen.

Ziethen und ferne zwei ökönige.

Kennt ihr den alten Husarenkömg?

Held Friedrich liebte ihn nicht wenig: Sie halten ja so manche Schlacht, ' So manche schwarze Sorgennacht Durchkämpft mitsammen und durchwacht- Ja, ließ der europäische Held Den Muth fast sinken im blutgen Feld, Und spielte der Feind ihm zu arge Possen, Dann wies der Husar auf den BundeSgnoffen,

Dem keine Subsioien zu bezahlen Und der doch half zu vielen Malen! Der Schnurrbart mit der Bärenmütze

War seinem König immer nutze, Hat er doch einst mit kühnem Wagen Am hellen Tag durch den Feind sich geschlagen Und nicht verloren einen Mann!

Es wäre pächtig, konnte man Mit Worten ihn abkonierfein! Doch halt! Ein Stückchen fällt mir ein Das führt uns in sein Herz hinein, Und zeugt woher so wundervoll Sein ungetrübter Muth ihm quoll.

Der schwere Krieg hatt ausgetobt, . Der Preußens Kraft und Glück erprobt

In sieben bluterfüllten Jahren. Jetzt ging es ans Paraoefahren, Ans Musiciren und Parliren, Maskiren, Diplomatischen, Philosophiren und Charmiren. Da gab es Feste nun auf Feste Für geistreich-liebenswürdige Gäste, Weit hcrgeschneil aus allen Landen, Die so den rechten Plie verstanden! Die Helden konnten garnisoniren, Voltair'scher Witz kam ins Floriren, Die Bibel selbst that man studiren, Um Scherz daraus zu fabrieiren!

Den Ziethen wurmten solche Possen, Doch machte Friedrich Bibelglossen, So hats ihn bis ins Herz verdrossen. Doch schwieg er still und dacht in sich: Parlirt nur fort, es kommt für mich Wohl auch einmal zum Reden Zeit!

Hört an, wie wahr er prophezeit! Charfreitagö ging er jedesmal Zum lieben Heilgen Abendmahl. Einst lud der König an diesem Tag Ihn zu sich ein, doch gab er nicht nach, War bei dem größern Herrn zu Gast Und hielt in seiner Seele Rast.

Als kurz darauf er nun zur Cour Und zu des Königs Tafel fuhr, Da fand er lustige Tischgenossen Woll sprudelndem Witz und höfischen Possen! Der König war so recht im Zug Bei Zrelhens Einiritt, lacht uno frug: Nun hat er auch das wahre Blut, Den wahren Leid verdauet gut X"

Auf wieherten, wie die Hengst im Stall Die fröhlichen Gäste allzumal Der Ziethen aber mit tiefem Weh,^ Hat ernst geschüttelt des Hauptes Schnee; Sich tief verbeugt und kerzengradk Sich ausgestellt wie zur Parade,