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Hers selb er Anzeiger.

Np. SS. Hersfeld/ den 17. November- L8S5.

Der w$erb selber Anzeiger- «scheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. ^ Preis desselben bei der Erpe- tition (Neumarkt No. 587) pro Quartal 7 Sgr. 6 Hllr.; bei den Postanstalten kommt der übliche Postaufschlag hinzu. Anzeige« aller Art werben ausgenommen und die Zeile oder deren Raum mit 8 Heller, bei Wiederholungen mit 6 Hllr. berechnet.

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Seine Königli che Hoheit der Kurfürst haben allergnävigst geruhet:

den Ober-Finaiiz-Affessor Philipp Koch, Referenten in der Abtheilung des Finanzministeriums für die direkten Steuern, zum Oberfinanzrathe zu ernennen,

den Rechtspracticanlen Philipp Albert Wohl gemuth auS Fulda zum Aktuar bei dem Justizamie I. in Hanau provisorisch zu bestiUen,

den Laudbaumeister Friedrich Wilhelm Hunrath zu Kirch. Hain zum Baurath und Baureferenten bei der Regierung zu Gaffel zu ernennen,

den Kreissecretar Wilhelm Friedrich Kochendörffer zu HerSfeld in gleicher Eigenschaft an das Landrathsamt Homberg

und den Kreissecietar Ludwig Heinrich Georg ». Dernbach ?u Homberg in gleicher Eigenschaft an das LaudrathSamt Hers- eld zu versetzen,

denRegierungsprobator Christian Heinrich Israel zu Eas- M zum Repositar bei der Oberbaucommission zu bestellen,

dem PhpsikuS und AmtSwundarzt Dr. Wilhelm Josua Da­niel zu Wetter die Stelle eines PhpsikuS und AmtwundarzteS für das Amt Netra, und

dem AmtSwundarzt Dr. Adolf Hennenhofer die Stelle le< PhpkatSassistenten uub Amtsw mdarzteS für das Amt Netra tzlit dem Wohnsitze zu Herleohaufen zu übertragen,

den Premierlieutenant Mackeldey vom Füsiller-Bataillon zum 3. Jnfanterie-Regiment zu versetzen,

den Eecoodlicutenanc Schröder vom 1. Jnfankerit'Regi- ment (Kurfürst) zum Premierlieutenant in demselben,

den Secondlieutenant v. L a n g e n sch w a r z vom Füsilier- Dataillon zum Premierlieutenant in demselben und

den Secondlieutenaut ». Geyso vom Zäger-Bataillon zum Premierlieutenant in demselben, zu ernennen.

Dek Trapper und der Bär.

Der graue Bär ist das^grimmigste Raubthier der Felsengebirge. Seine große Stärke und das wunderbar zähe Leben, das er besitzt, machen ein Zusammentreffen mit ihm so gefährlich, daß sowohl Indianer, als weiße Jäger sich hüten, ihn an-zugreifen, wenn sie nichl in Ge- sellschaft Anderer sind. Obwohl er, wie die meisten Thiere, gewöhnlich vor dem Menschen flieht, so greift er doch, wenn er gerade Hunger hat, den Menschen an, und trifft ihn da nicht gleich eine Kugel an den rechten Fleck, so erfolgt eine Umarmung, die durchaus nichts Angenehmes hat. Mit seinen scharfen Krallen reißt er dem Gegner das Fleisch von den Knochen und mit den sehnigen Vorderpfoten preßt er ihn so kräftig an seine

zottige Brust, daß die Rippen knacken, und das Blut aus Mund und Rase spritzt. Diese mächtigen Vettern des deutschen Braun erreichen zuweilen ein Gewicht von tausend Pfund und nicht selten eine Länge von neun bis zehn Fuß. Ihre Stärke ist so gigantisch, daß man sie einen Büffel eine beträchtliche Strecke hat forttragen sehen.

Unter den Trappern und Jägern des Gebirges werden eine Menge Geschichten von blutigen Kämpfen mit diesen Bestien' erzählt, und wenn man in die Schen­ken von et. Louis kommt, kann man sich ganze Abende mit derartigen Historien unterhalten lassen. Eine der besten der tragikomiichen Sorte fst folgende:

Wenn wir nicht irren, war's im Jahr 1846, als, geführt vom alten Sublette, einen der berühmtesten Trap- percapiiäne des Westens, eine Gesellschaft von Jägern und Fallenstellern, über die Prairienwüste dem Gebirge zuwanderte. Unter der Schaar waren außer andern nahmhaften Persönlichkeiten, auch John Glaß, ein Trap­per, welcher sein ganzes Leben in der Wildniß zuge- bracht und wahrscheinlich mehr Abenteuer und schwierige Lagen erlebt hatte, die irgenv einer der furchtbaren Ge­sellen, welche sich den fernen Westen zur Heimat erkoren haben, und deren Leben eine ununterbrochene Kette von Gefahren und Entbehrungen ist. Nun stellten sie ei­nes Tages ihre Falle an einem Flüßchen, welches von den Black Hills, einer Hügelkette nördlich vom Plattefluß, kommt, und Glaß hatte mit einem Gefährten sich eine Strecke von den Üebrigen entfernt, als er durch ein Gebüsch dringend, welches den Fluß besäumte, einen mächtigen Bär gewahr wurde, welcher geschäftig mit sei­ner Schnauze den Boden umwühlie, um Trüffeln zu suchen. Glaß gab seinem Begleiter ein Zeichen, Beide krochen nach dem Saum des Gebüsches vor, zielten und feuerten. Beide Kugeln halten getroffen, aber keine töd)- lich. Der Bär stieß ein dumpfes Schmerzensgebrüll aus, sprang mit allen vier Füßen in die Höyc und stürzte sich dann, pustend vor Schmerz und Wuth- auf seinen Feind.

Hurrah, Will," schrie Glaß, als er sah, daß das Thier auf ihn zukam, »der wirr uns in die Pfanne hauen mach' daß Du fortkommst." Er eilte sodann fort durch das Dickicht, gefolgt von seinem Gefährten. Das Unterholz war so dicht, daß sie kaum vurchvringen