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Sehfelder Ailzeiger.

Mp. 91* HerSfeld, den 14. November. 1855*

S« »$tr8selber Anzeiger« erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und lSonnabend». Preis desselben bei der Expe- bitten (Neumarkt No. 587) pro Ouartal 7 S,r. 6 Hllr.; bei den Postanstalten kommt der übliche Postaufschlag hinzu. Anzeigen aller Art werden ausgenommen und die Zeile oder deren Raum mit 8 Heller, bei Wiederholungen mit 6 Hllr. berechnet.

Verordnung vom 2. N^ovbr. 1855, den Frucht- verkehr b etreffend-

Von Gottes Gnaden Wir Friedrich Wilhelm!., Kurfürst X. x. haben, in Rücksicht auf die seit der vor­jährigen Ernte gemachten Erfahrungen die Vorschriften Unserer Verordnung vom 5. Oklbr. v. I., den Verkehr mit Getreide, Mehl, Kartoffeln und Brod betreffend, ei­ner Revision unterwerfen lassen, und verordnen nunmehr, nach Anhörung Unseres Gefammt-Skaatsministeriums, wie folgt:

Die §L» 1 bis 13 der vorerwähnten Verordnung vom 5. Okt. v. I. werden außer Wirksamkeit gesetzt.

Urkundlich Unserer Allerhöchsteigenhänvigen Unter­schrift und des beigedrückten LtaäisiegelS gegeben zu Kassel am 2. Nov. 1855.

Friedrich Wilhelm.

(SL S.)

vt. v. Slitrnberg.

Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst gerudet:

bin Rittmeister » Cölln, Provinz-Kommandant der Land- gendarmerie zu Hanau, in gleicher Eigenschost nach Marburg zu versetzen,

den Premierlieutenant Schödde vom 3. Infanterie-Regi­ment zum Hauptmann und Provinz-Kommanvanten der Landgen. darmerie zu Hanau zu ernennen, sowie

den Premierlieutenant v. Cölln vom 1. Jnfanteric-Regi- ment (Kurfürst) zur Landgendarmerie zu versetzen und zum Li. striktS-Kommandanten der Grafschaft Schaumburg zu ernennen.

dem Polizei-Rath Müller, in Marburg, bie erbetene Er­laubniß zur Annahme und zum Tragen des demselben von bei König« von Preußen Majestät verliehenen rothen Adler-Ordens 4r Klasse zu ertheilen,

den Obergerichts-Asslssor Nötiger Ganslandt in Fulda zum ObergerichtSrathe bei dem dasigen Obergerichte, und

den RechtSpraclicanten Carl Theodor Krüger in Fulda zum AmtS-Assessor bei dem Fustizamte I. daselbst

zu bestellen,

zur Uebertragung der erledigten katholischen Pfarrei Peters- berg, Landcapitels Margreiruhauu, an den Pfarrer Caspar Kircher zu Schwarzbach dieallerhöchstlandesherrliche Genchmi-

die Gymnasial-Practicanten Friedrich Spangenberg zu Hanau und Eduard Fürsten au aus Rinteln zu Hülfslehrern, etstern am Gymnasium zu Kassel, legiern am Gymnasium zu Marburg provisorisch zu bestellen,

dem Landbaumeister Schmidt zu Wolfhagen die erledigte Landbaumeisterstelle für den Kreis Fulda und

dem RegierungS.Assessor von Baumbach zu Kassel die Nebenstelle eines Mitgliedes der Commission für lanbwirthschaft« liche Angelegenheiten zu übertragen,

dem WirthschaftSschreiber am Bade Nenndorf Eduard Jacobi das PrädikatBade-Jnspektor- mit dem Range in der 8. Klasse der Rangordnung zu verleihen und

den Assessor bei dem Sälzamte zu Nauheim Wilhelm Ave- nariuS zum Salincn-Jnspektor zu ernennen.

Vermischtes.

Eine in Berlin sehr bekannte dicke Schlächler» frau stieß einst an der Kasse des königstädlischen Thea­ters im Gedränge einen Käsekramer, der sich ihr vor- drängte, ganz gemüthlich mit den Worten auf die Seite, Nce, Herrn Andres, so haben wir nicht gewettet, war mir ne scheene Wirthschaft, erst kommt der Braten un nachher Butter un Käse."

Jemand, der nicht, frei von^Gespensterfurcht war, erwachte einst in der Nacht durch ein zufälliges Geräusch, das, wie er meinte. von einem Gespenst herrühre. In seiner Herzensangst rief er aus:Bist Du ein guter Geist, so weiß ich, wirst Du mir nichts thun; bist Du aber der Teufel, so wirst Du mir auch nichts thun, denn ich habe Deine Schwester zur Frau!

Als ein Bischof KatechiSmuSeramen hielt, fragte er eine alte Frau, die in ter Ehe eben nicht glücklich ge­wesen war, wie viel Sakramente es «ebe?Sechs," er­wiederte sie und zählte sie her.Nun und die Ehe," fuhr der Bischof fort,dieses süße heilige Band?" Ach, ach," versetzte die Alte,wenn sie so gut uno süß ist, warum heiralhen Sie nicht selbst?"

Leibnitz, der berühmte Philosoph, kam in seinem fünfzigsten Jahre noch auf den Gedanken, sich zu verhei- rathen und ließ um die Hand einer Dame werben. Die Antwort lautete, man wolle sich die Sache üverlegen. Da ließ Leibnitz wieder sagen, er habe es sich schon überlegt, er wolle nicht heirathen.

In Halle gab man einem Burschen, der noch nicht lange gedient hatte einen Brief mit den Worten:Hier ist ein Brief nach Leipzig, trage ihn auf die Post!" Der Bursche lief schnurrstraks nach Leipzig und ging auf die Post, wo man den Brief natürlich nicht annahm,