persfelder Anzeiger.
Ne. SV. Hersfeld, den 10. November. 1855.
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Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:
dem vom Erblandpostmeister, dem Herrn Fürsten von Thurn und TariS zum Secretär bei dem Ober-Postamte zu Kassel in Vorschlag gebrachten Ober-Postamts-Asststeuten Adam Brehm daselbst und
dem zum Assistenten bei dem Oberpostamte zu Lasse! vorge. schlagenen PostamtS-Assistenten Ferdinand Odenwal d t zu Carlshasen die allerhöchstlandesherrliche Bestätigung zu ertheilen.
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von Kroner.
Kanonenschüsse dröhnen Dumps und hohl, Verkündigend Die blut'ge Siegesfeier; — Die Nacht sinkt nieder auf Sebastopol, Und hüllt das Schlachtfeld in den dunkeln Schleier.
Mit Leichen ist das weite Feld besät,
Mit Leichen, deren blut'ge Waffen rosten;
Und einsam auf Dem Lcichenscive steht
Ein Jüngling auf dem fernen Posten.
Er hat gebetet in der heißen Schlacht,
Daß Tod das dust're Leben ihm ent,raffe;
Und dennoch findet lebend ihn die Nacht, Der, todeSmatt, sich stützt auf seine Waffe.
„Warum," so ruft er zürnend in Die Luft, „Blieb mir dies Leben noch, vaS ich verfluchet? Warum sank mancher Tapire in Die Gruft, Nur ich, nur ich nicht, Der den Tod gesuchct?"
„Die Kugel traf so manches bess're Herz
Nur ich muß dies zerrissene Dasein tragen!
Warum ereilte mich kein tödlich Erz, Worum muß dies gebroch'ne Herz noch schlagen!"
„O Mignon, stets fliegt Dir mein Herz noch zu! Dies Herz nur kann Die Trennungsklust durchmessen. Lieb' wen Du willst — auch ich noch finde Nuh'; Ich werde sterben, aber nicht vergessen. —"
So will in Schmerzen er vergehen schier.
Da naht ein Haufe seiner Waffenbrüder.
Und vor ihm stehen bleibt ein Officier, Unv zieht an seine Brust den Jüngling nieder.
„„Dein Nam! ist Alfred?"" „Ja, mein General." „„Der Feldherr will Dich sehn in seiner Wohnung Du bist Der Bravste in Der Truppenzahl" Und Deiner wartet herrliche Belohnung!""
„Ich danke Euch viel,tausend, tausend Mal
Doch Euer Lohn mag Würdigere schmücken, Denn Ehr' unD Würden wären mir nur Qual, Und könnten mich nur tiefer niederdrücken."
„„Mein Gott, so jung und doch so düster schon?
Dich muß absonderliches Unglück plagen- Blick' auf, und sei vertrauungsvoll mein Sohn, Mein Herz ist stolz in Freundschaft Dir zu schlagen!""
«Mein General, ein Mädchen liebt' ich, Rein schöneres bestrahlte Frankreich's Sonne! So gut, so fromm — und ach, sie liebte mich! Sie war mein Glück, war meines Lebens Wonne!"
„Und mich, Den armen Jüngling, halte sie
Für's Leben für die Ewigkeit erkoren;
Schnell knüpfte uns der Herzen Harmonie, 1 Und ew'ge Treue hatten mir geschworen."
„Da kam der reich're Nebenbuhler her,
Der Aeltern Blicke wußt' er zu bestechen, — Sein Herz war leicht, doch seine Börse schwer, tL.Und so gelang es ihm mein Herz zu brechen."
„Und sie, die Schwache! pa, Erinnerung,
Macht im wahnsinn'gem Schmerze mich erbeben Bedrängt, und schwankend, voll Verzweifelung, Brach sie Den Schwur, das Wort, das sie gegeben."
„Und also ward sie eines Andern Braut,
Unv bald wird sie das Weib sein eines Andern: — Mein Auge hat seitdem sie nicht geschaut,
Und ich beschloß weit, weit hinweg zu wandern."