persselder Anzetger.
Nv. 8S. Hersfeld/ den 7. November. 1855*
Der „Hersfcldex Anze igex« erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. — Preis desselben bei der Expedition (Neumarkt No. 587) pro Quartal 7 Sgr. 6 Hllr.; bei den Postanstalten kommt der übliche Postaufschlag hinzu. — Anzeigen aller Art werden ausgenommen und die Zeile oder deren Raum mit 8 Heller, bei Wiederholungen mit 6 Hllr. berechnet.
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Seine Kön igliche Hoh eit der Kurfürst haben allergnädigst gerüstet:
den Professor an der Realschule zu Ei fenach Tpcho Momm« sen zum Lector und außerordentlichen Professor für die neuern Sprachen an der Landesuniversität zu Marburg,
den bisherigen HülfSlehrer Dr. Dietericham Gymnasium zu Hersfeld, zum ordentlichen Lehrer an dem gedachten Gymnasium zu bestellen,
den Pfarrer Bcckmann zu Ulfen zu emeritiren,
den Obergerichts-Secretar-Gchülfcn Julius Dieterich in Caffel zum außerordentlichen Criminalgerichts-Assessor bei dem Lriminalgerichtc in Eschwege und
den Obergerichts-Referendar Friedrich August Carl Vogt in Lasse! zum Amts-Affoffor bei dem Justizamte II. in Hanau
zu bestellen,
den Hauptzollamts.Assisterten Döll zu Witzenhause» zum Hauptamts.Controleur zu Carlshafen und
denNeben-ZollamtS-Assistenten von Loßberg zuNenndorf zum Erheber des Nebensteueramts zu Wannfried zu :r»cnnen.
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Bilder auS Amerika.
Bearbeitet von F. Becker.
Der Wflanzer von Maramaribo.
(Beschluß.)
Es war eine von jenen Nächten, die keine menschliche Zunge schildern kann; es war eine Nacht in den Wildnissen von Guyana. Der Mond schweifte über die schlummernden Wälder hin. Leren Spitzen er mit seinem Silberflimmer überzog, während er ihre hohe Stämme in allerlei phantastische Gestalten verwandelte. Alles ringsum war in tiefe Stille versunken; nur eine ferne Stimme, der leise, hinsterbende Ton eines Vogels, daS Geräusch einer Palmen rone in den Lütten, der Flügel- schlag eines Reihers in den Wurzelträgern (Rhizophor amangle) allein unterbrachen von Zeit zu Zeit das erhabene Schweigen der Wildniß. Die Leuchtkäfer funkelten wie fallende Sterne in den Gebüschen, die Luft^war lau und hatte einen Anhauch von Sumpfgcruch. Schon lagen die Wohngebäude der Plantage weit hinter ihnen. Eine Viertelstunde schon glitt die Barke schnell und leise über die glatte Fläche des Flusses dahin als Fadlalah langsamer zu fahren begann; seine Pagai tauchte sich
nur in langen Zwischenräumen in's Wasser; von Zeit zu Zeit legte er sie sogar quer über die Knie und schien von ängstlicher Erwartung gepeinigt; oder er wendete auch wohl den Kopf um und bückte sich, um einen Blick in das Zelt seines Herrn zu werfen. Sind seine Kräfte erschöpft oder hat er Lust, noch einmal mit der Peitsche seines Gebieters Bekanntschaft zu machen? Einmal sogar stand er auf, steckte seinen Krauskopf in's Zelt und nahm etwas heraus, das er behutsam in's Wasser legte, wo es geräuschlos, nur mit einem kaum vernehmbaren Gurgeln untersank. Nach einer Krümmung um eine Waldspitze strömte die Canewine in gerader Linie eine Zeit lang unter tiesvunklen Schatten dahin, außerhalb denen man sie wieder in silberklarer Helle fließen sah. Hier schien Fadlalah seine ganze Kraft wieder erlangt zu haben; er verdoppelte die Ruderschläge der Pagaie, das Kanot fliegt einige Augenblicke in der Finsterniß dahin und schwebt dann wieder langsamer in vollen Mondenlichte. Eine überschwemmte Savanne dehnt sich zur Rechten in unabsehbarer Ferne aus; die Waldbäume werfen ihre großen Schatten darüber hin; hier und dort erhebt sich unbeweglich ein verworrener Büschel Bambusröhricht oder der schlanke Schaft einer Palme, auf deren Krone ein Sapajou hockt und dem Monde Gesichter schneidet. Jetzt hatte Fadlalah seine Pagaie auf der Ruderbank der Barke niedergelegt und stand in seiner ganzen Größe ausgerichtet da. ' Doch icheint er noch unentschlossen: die Arme übereinander geschlagen, betrachtet er schweigend das Zelt, worin sein Herr schläft. Plötzlich wendet er sich nach der sumpfigen Niederung der Savanne um und stößt einen sanften klagenden Schrei aus — dann horcht er. Alles umher bleibt still. Noch einmal ruft er mit noch sanfterem, noch klagenderem Schrei, dann horcht er wieder. Und fern in der Savanne läßt sich ein Geräusch vernehmen, wie von einem in's Wasser fallenden Körper, und ein ähnlicher antwortet dem des Negers. Fadlalah machte ein Zeichen der Freude: „Ha, der Kaimann kennt noch Fadlalah.'"
Zehnmal noch wiederholte er seinen Schrei und zehnmal wird^ihm geantwortet; aber es ist nicht mehr eine einzelne Stimme: zur Rechten, zur Linken, von der Ferne, in der Nähe erheben sich aus dem Röhricht bellende Stimmen und vermehren und verstärken sich, je näher sie der Barke kommen. Die ganze Savanne ist