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sind; doch soll Niemand dabei umgekommen sein. Auf den hohen Bergen war die Erschütterung eben so stark, namentlich auf der Wangern-Alp, wo unmittelbar nachher eine Unzahl von -Lawinen von der Jungfrau sich ablös'ten.
Am 20. d. ist das weltberühmte Dorf Chamouy am Montblanc ein Raub der Flammen geworden.
In Sevilla ist ein General, Schelly, mit seiner ganzen Familie, 9 Personen stark, durch die Köchin, welche Schirling mit Petersilie verwechselte, ein Opfer dieses gefährlichen Irrthums geworden.
Auf den Goldfeldern der Calaveras County ist neulich der größte Goldklumpen, der je in Californien oder sonst in einer Goldmine der Welt entdeckt worden ist, aufgefunden worden. Derselbe enthält an reinem -Golde 141 Pfund, was einen Wcrh von 38,919 Dollars ergiebi!! Er hat vier Amerikaner und einen Schweizer zu Eigenthümern, welche aus der Gegend, wo sie ihn gefunden, ein Geheimniß machen.
In und um Stockholm herrschte in der Mitte des Juli eine wahrhaft afrikanische Hitze, in Folge deren mehre Walbbrände stattfanden; die Westwinde brachten eine wahre Siroccoluft, die oft das Athmen erschwerte-
Damit in Zukunft keine Frachtwagen mehr in den Straßen von Paris fahren, denkt man daran, die Stadt mit unterirdischen Eisenbahnen zu versehen. Man schlägt die Ausführungskosten aus 60 Millionen an und verspricht sich ein Einkommen von- wenigstens 6 Prozent.
gg’ Nach der „Magdeb. Z." ist seit einiger Zeit wieder eine neue Art falscher preußischer Kassenanweisungen zum Vorschein gekommen. Das am meisten in die Augen fallende Kennzeichen bei diesen falschen Anweisungen ist, daß in der auf der Schaufelte befindlichen Strafandrohung der Abstanv zwischen den beiden obern Zeilen weit bedeutender ist, als der der übrigen Zeilen. Hierauf hat man besonders sein Augenmerk zu richten. Man hat bis jetzt meistens Kassenanweisungen zu 5 Thaler zu Gesicht bekommen. Zugleich wird aus München berichtet, daß man dort einen ehemaligen Bierbrauer als Falschmünzer ertappt und in's Gefängniß geführt habe; fast gleichzeitig wurde auch sein Compagnon in Bremen verhaftet und nach München abge- liefert. Derselbe hatte eben ein Paket mit Zehnthalerscheinen, 25,000 Thlr. betragend, an seinen Freund in München geschickt, als er verhaftet und sammt Prägma- schine nach geschickt wurde.
Unterm 8. v. M. ist eine K. Sächsische Verordnung, das Verbot der Zahlung mit außersächsischen Papiergeld in Stücken unter zehn Thalern bctr., erschienen, welche am 1. Januar 1856 in Kraft tritt.
Man schreibt aus München: Der neue Eisen- bahn-Frachttarif, gegen früher um ein Bedeutendes höher, wird auf die Benutzung der Bahnen empfindlich einwirken. Auch der Transvort des Getreides wird großentheils zur Achse zurückkehren, da im neuen Tarif
die frühere, sehr beträchtliche Tarminderung bei ganzen Fuhren weggefallen ist. Die Differenz soll sich per Wagen Getreide auf 50—60 Gulden belaufen. Ein Augs- burger Blatt läßt sich in diesem Betreff Folgendes schreiben: »Von der Sinke!, 21. Juli. Gestern sahen wir den ersten Botenwagen, hochbefrachtet, die alle Hochstraße entlang sechsspännig vorüberziehen. Alles jubelte und begrüßte den lieben Gast mit freudigen Hurrahs und dem endlosen Rufe: Vivat hoch, der Eisenbahntarif!"
Bei Celle (hannöversch) hat am 16.v. eine Windhose, welche unter Gewittersturm und wolkenbruchar- tigem Regen von Westen nach Osten vorüberzog, arge Verheerungen angerichtet; sie zerstörte Alles, was ihr im Wege stand; eine mit Korngarben und Heu gefüllte Scheune, 200 Fuß lang und 30 breit wurde in einem Augenblick dermaßen zu Boden gedrückt und zerstört, daß Balken, Sparren, Ziegeln rc. in einer wüsten Masse mit dem Stroh und Heu auf einem Haufen lagen; ein neues Stallgebäude wurde größtentheils zertrümmert rc. In der Stadt selbst wurde jedoch nichts beschädigt, aber in den Gärten viele Bäume aus der Erve gerissen.
— Ein Lehrer prahlte, er gebe täglich fünfundzwanzig Stunden Unterricht. — »Das ist ja nicht möglich," sagte man hierauf zu ihm, »ein Tag hat ja nur vierundzwanzig Stunden." „Das thut nichts," ent« gegnete er ruhig, „ich stehe schon ein Stunde vor Tagesanbruch auf."
— Eine Köchin will ihren Bekannten erzählen daß sie kommenden Sommer nach Pyrmont gehen wird. Dies drückt sie so aus: „Ich reife nach Pyrmont, meine Herrschaft begleitet mich dahin."
— In einem kirchlich en Anzeiger las man kürzlich hinter der wöchentlichen Liste der Aufgebote: „Notiz: Sämmtliche Todesfälle müssen unvermeidlich aufgc- schoben werden.
— Im Hamburger Polizeiberichtschloß kürzlich die Anzeige von dem Sturze eines Mannes: „Er war ein geborener Hamburger und auf der Stelle todt!"
— Auf einem Schilde in einer kleinen Stadt konnte man noch unlängst lesen: „Lederwaaren und Buchbinder-Fabrik."
Nach einer Begräbnißfeier, bei der alle Honoratioren des Städtchens R. zu einem Leichenessen zugegen waren, machte der Leichenbitter der Gesellschaft sein Kompliment und, sagte: „Der Herr Hosrath lassen Sich für die ihm erwielene letzte Ehrenbezeugung höflichst bedanken."
Amtliche Beharrrrtmachrrngert.
Da nach einer dem Kurfürstlichen Ministerium des Aeußern von der Kaiserlich Königlich Oestcrrcichischen